Wedemeyer, A.: Zeichnung eines’ Großkreises in der Seekarte.
Führt man . rechtwinklige Koordinaten ein nach dem. Abbildungsgesetz
der Seekarte:
N x:
y = log nat tang 4 (5 9)
SER
> = — log nat cos x — log nat tabgr.
Setzt man
r=3(5+%) und yo == log nat tang (5 + go)
Yy+Yo= —lognatcosx. . (4)
. Daraus folgt, daß sämtliche Kleinkreise durch den Pol durch einunddieselbe
Kurve abgebildet werden. Um die Koordinaten der Kurve zu berechnen, nimmt
man: ;
r'
7 also tang r' = 1. und log nattang r'
0:
dann. ist
yY' — — log nat cos x
und
tang 4 (5 + 9) = cws/7.
{5}
Nach: dieser Formel habe ich die Tabelle (S. 510) berechnet und danach
die. Kurven (Tafel 22) in die Seekarte eingezeichnet. ;
Wie leicht ersichtlich, entspricht der Scheitel. der Kurve dem Scheitel des
Großkreises. Der Scheitelmeridian ist die Achse der Kurve. Beim Gebrauch muß
die Achse mit einem. Kartenmeridian zusammenfallen. Da durchsichtiges Papier
bei häufigem Verschieben. leicht reißt, zeichnet man die Kurve in die Seekarte,
die auf Kartonpapier gedrückt ist, ein und schneidet ‘sie aus. Die Meridiane der
Karte sind durch das Kartonpapier hindurch nicht sichtbar, wohl aber sind ihre
Breitenparallele außerhalb der Kurve sichtbar. ‚Fallen daher die Breitenparallele
der Seekarte in die Verlängerung der Breitenparallele der. Merkatorkurve (logarith-
mische Sekussoide), so liegt die Kurve richtig. Die Meridiane 90° O und 90° W
vom Scheitel sind die Asymptoten der Kurve. Die Schnittpunkte dieser Meridiane
mit dem Äquator sind auch die Schnittpunkte des Großkreises mit dem Äquator.
Da man praktisch die Asymptoten nicht genau genug bestimmen kann, der Scheitel
der Kurve aber sehr genau bestimmt werden kann, so ermittelt man stets den Scheitel
der Kurve (des Großkreises). In den nautischen Lehrbüchern werden für Berechnung
des Schnittes des Großkreises mit dem Äquator besondere Formeln benutzt. Wie
ersichtlich, kann man mit den Formeln zur Berechnung des Scheitels auskommen;
statt eines rechtseitigen Kugeldreiecks, das neuerdings von Guyou mit Vorliebe
benutzt wird, verwendet-man das bekannte rechtwinklige Kugeldreieck:
Wie zeichnet man den Großkreis zwischen zwei Orten (A und B
in die Seekarte ein? A liege auf dem Breitenparallel g,, B auf %,. Nach Gl. (3)
berechnet man die Breiten g@’ der entsprechenden ‚Orte der Merkatorkurve; es ist
Yı'= 90° — 2g,; und = 90° — 2g,. Auf. den: Meridianen von A und B sucht man
diese Orte auf, legt die Merkatorkurve so an, daß die Breitenparallele der Karte
die Verlängerung der Breitenparallele auf dem Kartenausschnitt bilden und die
Kurve durch diese Orte hindurchgeht. Nun zieht man mit dem Bleistift die Kurve
aus und liest die Breiten einer Reihe Schnittpunkte mit den Meridianen ab. Sei
eine solche Breite @’, so liegt. der entsprechende Punkt des Großkreises auf demselben
Meridian und auf dem Breitenparallel ya =?/, (90° — ga). Man markt die Punkte
mit den Breiten 2 an’ und liest am Kompaßdreieck die zwischen den einzelnen
Punkten zu steuernden Kurse ab. Die Länge des Weges ermittelt man in bekannter
Weise mit Hilfe des Breitenmaßstabes der Karte. Liegen die Orte auf der N
halbkugel, so kehrt die Kurve dem (era) pol den Scheitel zu.
u Von’ PD aus nach. Ost oder West gezählt.