10 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1917.
reichende Hochdruckausläufer in der Nacht zum 14. nach Skandinavien ver-
lagerte, drehten die am Tage an der Küste nordwestlichen Winde nach Nord
und sodann am 15, nach Nordost, nachdem sich der Hochdruckausläufer durch
Zunahme an Höhe und Ausdehnung zu einem Hochdruckgebiet entwickelt hatte,
das von Großbritannien nach dem russischen Eismeer reichte und ganz Nord-
europa, am 15. auch fast ganz Mitteleuropa umfaßte. Bis auf den 13. bis 15,
wo die Winde unter dem Einfluß des vordringenden Hochdruckgebiets, wie an-
yvegeben, teilweise stürmisch wehten, waren die Winde vom 9. bis 16. während
ihrer Drehung von Süd bis Nordost überwiegend schwach bis mäßig; die
Temperaturen sanken zunächst. vom 9. zum 10,, als die Zufuhr ozeanischer Luft
nachließ, um dann am 11, und 12. wieder unter dem Einfluß westlicher Winde
zu steigen, worauf mit dem Herumgehen der Winde nach Nord vom 13, zum 14.
ein stetiges Sinken begann. Hatten in dem ersten Zeitabschnitt fast täglich an
der Nordseeküste Niederschläge stattgefunden, so änderten sich nach dem an
der ganzen Küste trockenen 9, November und den in derselben Ausdehnung
niederschlagreichen Tagen vom 10. bis 12. die Verhältnisse, indem unter dem
Einfluß des Hochdruckgebiets nunmehr die Nordsee vom 13. bis 18. überwiegend
trocken blieb “und die Ostsee vielfach Niederschläge aufwies.
Am 17, und 18. drehten die Winde weiter über Ost nach Südost, indem
das Hochdruckgebiet eine Rechtsdrehung seiner Achse erfuhr, so daß es sich am
Morgen des 18. vom Eismeer über Skandinavien bis nach Südosteuropa erstreckte,
während sich gleichzeitig ein Tiefausläufer von der Biskayasee bis an die Elbe
ausgebreitet hatte; da sich das Tiefdruckgebiet schnell weiter bis Polen aus-
dehnte, entwickelten sich unter Wechselwirkung mit dem Hochdruckgebiet bis
nach Osten hin an der Küste am 18, und 19. stürmische und teilweise schwer
stürmische Winde aus dem Südostviertel. Die seit Eintritt der nördlichen Winde
abnehmenden Temperaturen sanken bis zum 18. und erfuhren dann während der
Fortdauer der SO-Winde bis zum 20, nur geringe Änderungen, fast durchweg
wiesen der 19. und der 20. die niedrigsten Temperaturen des Monats auf,
Der 21. November brachte eine Anderung der Wetterlage, indem sich der
vom Ozean nach Kontinentaleuropa reichende Tiefausläufer nordwärts verlagerte
und sich in seinem Rücken ein Hochdruckkeil von der Biskayasee her ostwärts
ausdehnte, so daß die Winde im Laufe des 22. und 23. an der ganzen Küste
über Süd nach westlichen Richtungen drehten; ein am 22. über die Elbmündung
nordwärts vordringendes Teiltief führte steife und stürmische Winde an der
Nordsee herbei. Nach trockenem Wetter an der ganzen Küste am 20. herrschten
an den beiden folgenden Tagen wieder fast überall tägliche Niederschläge. Bis
Monatsschluß bestand dann meist hoher Luftdruck über Kontinentaleuropa gegen-
über einem Tiefdruckgebiet über dem Eismeer, an dessen Südseite Tiefausläufer
ostwärts über Nordeuropa hinzogen, die ihren Bereich verschieden weit nach
Süden erstreckten. Entsprechend hielten bis Monatsschluß die Winde aus west-
lichen Richtungen in den letzten Tagen zum Teil aus Süden an; sie wehten meist
schwach bis mäßig, mit Ausnahme des 24. und 26.,, wo Tiefausläufer teilweise
steife und stürmische Winde hervorriefen. Die Temperaturen stiegen meist bis
zum 24., 25. oder 26., welche Tage nur geringe Änderung brachten, um dann
in den letzten Tagen, infolge einer Abnahme des Luftdrucks vor dem Kanal und
über der Biskayasee, die den Zutritt der Luft vom Ozean hemmte, zu sinken,
Nach ausgedehnten Niederschlägen fast über dem ganzen Gebiet am 25. und 26.
waren die letzten drei Tage des Monats fast durchweg trocken, da sich das
Hochdruckgebiet über Kontinentaleuropa über Mitteleuropa ausbreitete,
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