Neuere Veröffentlichungen.
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Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Wegener, Prof. Dr. Alfred: Wind- und Wasserhosen in Europa. 3015. und
85 Abbild, 8% Braunschweig 1917. Fr. Vieweg u. Sohn.
Brosch. 12 MX, gebd. 13.60 M.
Der Verfasser, dessen Interesse für das Trombenphänomen bereits aus seinen früheren Arbeiten
bekannt ist, hat den dankenswerten Versuch gemacht; die weit zerstreuten und zum. Teil schwer zu-
gänglichen Trombenbeschreibungen aus Europa im Zusammenhang zu diskutieren,
Nach einem einleitenden Kapitel, das in der Hauptsache der Definition der zu behandelnden
Erscheinungen gewidmet, ist, folgen im 2, Kapitel 11 ausgewählte Originalbeschreibungen von Tromben,
die teils vollständig, teils mehr oder weniger gekürzt mit den zugehörigen Abbildungen und Karten
wiedergegeben werden, ; . ;
Das 3. Kapitel bringt ein Verzeichnis der benutzten Trombenbeschreibungen.“ Wir erfahren
daraus, daß 244 Beschreibungen zur Verfügung standen, plus 14, die dem Verfasser noch im Laufe
der Arbeit bekannt wurden, 1 ;
Das statistische 4. Kapitel beschäftigt sich mit der absoluten Häufigkeit und der geographischen
Verteilung der Tromben; ferner mit dem jährlichen und täglichen Gang der Trombenhäufigkeit, der
Beziehung. der Tromben zu den Depressionen, ‚ihrer Zugrichtung und -geschwindigkeit, ihrer Weglänge
und Lebensdauer. -
Im 5. Kapitel kommt die Witterung in der Umgebung der Trombe zur Besprechung. Gegen-
über den immer wiederholten Versuchen, die Tromben zur vertikalen Grenze entgegengesetzt fließender
Luftströme in genetische Beziehung zu bringen, ist hier das Resultat des Verfassers wichtig, daß die
Windgrenze mit der Trombe keinen unmittelbaren mechanischen Zusammenhang hat. Gegen Schluß
des Kapitels führt. der Verfasser Belege für seine Ansicht an, daß starke. Windänderungen in der
Vertikalen eine notwendige Vorbedingung für die Trombenbildung seien, 0
Das 6. Kapitel befaßt sich mit der Bildung und Auflösung der Trombe. Die Tromben wachsen
nicht vom Boden in die Höhe, sondern aus der Höhe kommend nach unten. Sie gehören nicht dem
Zentralgebiet des Cumulo-Nimbus an, sondern bilden sich unter einem Wulst am Rande der untersten
Wolkenschicht, .
Das 7. Kapitel ist betitelt: »Mehrfache Tromben, Teilung und Vereinigung; ‚wiederholte
'Tromben«. Innerhalb der mehrfachen Tromben werden diejenigen, die nur ungefähr gleichzeitig auf-
treten, aber wegen ihrer. großen räumlichen Entfernung‘ mechanisch nicht mehr zusammenhängen
können, als »Doppelgänger« unterschieden von den eigentlichen »Geschwistertromben«, die derselben
Wolke entspringen, - ;
Im 8. Kapitel werden die Beobachtungen über die Trombenspur zusammengefaßt. Hier wird
gezeigt, daß die einheitliche Fallrichtung der Bäume nicht, wie es zuweilen geschehen ist, als Beweis
gegen die Wirbelnatur der Trombe benufzt werden kann, .
Das 9. Kapitel beschäftigt sich mit der Rotation und weiterhin, was aus der Ka
nicht zu entnehmen ist, mit der Windgeschwindigkeit in den Tromben. Verfasser glaubt, daß die
Hichtrotierenden Tromben in das Reich der Fabel gehören... Was den Drehungssinn anbelangt, so
dürfe man nicht bezweifeln, daß Tromben mit antizyklonischer Rotation in Europa wirklich vor-
kommen, wenn auch seltener als die mit zyklonischer Rotation, + m .
Das 10. Kapitel beginnt mit einer Betrachtung über die Kinematik der Tromben. Für den
Kern wird eine mit der Entfernung vom Zentrum linear zunehmende Geschwindigkeit, tür den Außen-
raum umgekehrte Proportionalität der Geschwindigkeit mit dem Abstand vom Zentrum angenommen,
Unter der Voraussetzung: rein kreisförmiger Bewegung ohne Bahnbeschleunigung wird dann. die dem
kinematischen Bilde entsprechende Druckverteilung berechnet, und gezeigt, daß die wenigen Beob-
achtungen: des Druckes im Trombeninnern gut damit stimmen,
Im 11, Kapitel, das der »Bau des Trombenwirbels« überschrieben ist, sind die Bemerkungen
über auf- und absteigende Bewegung von besonderem Interesse. Verfasser glaubt aus den Beob-
achtungen schließen zu können, daß die aufsteigende Bewegung im allgemeinen von unten nach oben
abnimmt. Sie soll in der kondensierenden Röhrenwand ihre größten Beträge erreichen, Das Maximum
der absteigenden Bewegung soll im Röhreninnern, schwächere absteigende Bewegung außerhalb des
aufsteigenden Mantels zu finden sein, Diese Verhältnisse glaubt Verfasser durch die Wirkung der
Reibung an der Erdoberfläche und der Turbulenz erklären zu können, Sie sollen die Wirkung haben,
die Bewegungsform mehr dem theoretischen Fall zu nähern, bei dem die Geschwindigkeit umgekehrt
proportional dem Abstand vom Zentrum ist. Entsprechend soll der Druck im Zentrum und im Außen-
raum relativ sinken, dazwischen aber relativ steigen. Die entstehenden vertikalen Gradienten sollen
die oben beschriebene Verteilung der vertikalen Bewegung erklären, Referent kann hierim dem Ver-
fasser nicht folgen... Der oben erwähnte theoretische Fall ist ein solcher wirbelfreier Bewegung. Es
ist nun wenig wahrscheinlich, daß die Turbulenz imstande sein soll, das Strömungsbild nach der
Richtung einer Annäherung an das Schema der wirbelfreien Bewegung zu beeinflussen, Wenn aber
selbst die Überlegung des Verfassers sich als richtig herausstellen sollte, so bedarf sie jedenfalls einer
eingehenderen und exakteren Begründung, um überzeugend zu. wirken. Im folgenden sucht noch der
Verfasser seine Ansicht zu begründen, daß in vielen, vielleicht den meisten Fällen. die Tromben oben
umbiegen und horizontal werden. Ve .
Das 12, Kapitel behandelt den Fuß der Tromben. Verfasser glaubt, daß sich die Formen des
Fußes auf eine Grundform zurückführen lassen, welche einen um den Fuß der Wolkensäule herum-
liegenden Wirbelring darstellen. Auch diese Ansicht entbehrt nach Meinung des Ref, der hinreichenden