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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

Kleinere Mitteilungen, “#0 
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Jahrbuches in zweierlei Gestalt die. Schwierigkeiten vielleicht gemildert, aber nicht 
beseitigt werden können; auch ‚weise ich auf die dann entstehenden Kosten hin. 
Und zu dem Übelstände;, daß der Seemann: bei seinen astronomischen Rech“ 
ungen von der gewohnten Zählweise zu einer neuen übergehen muß, gesellen sich 
unbarmherzig noch ändere,‘ mag man die Sache drehen wie man will. Die Ein- 
führung der bürgerlichen Zählweise zwingt dazu, die bisher üblichen Rechenverfahren 
und Formeln oder aber die näutischen Tafeln umzugestalten. In meiner Arbeit 
habe ich, wenn auch kurz, auf alle Möglichkeiten, die in Betracht kommen,‘ hin- 
gewiesen. . Die alten Lehrbücher der Nautik, in denen die Darstellung der astro- 
nomischen. Zählweise angepaßt ist, alle Methoden auf diese: zugeschnitten sind, 
werden infolgedessen wertlos. Und in allen Fällen, mag män nun diesen oder jenen 
Weg wählen, wird die Änderung eine neue Quelle von Irtümern in der Übergangs- 
zeit bilden. x SA 
N Das’ ist für mich der. Kernpunkt. Wenn ich von Schwierigkeiten in der 
Übergangszeit spreche, so meine ich damit die Schwierigkeiten, die in der Gewöhnüng 
und Einschulung des Seemanns ihre Ursache haben werden. Mir erscheinen diese 
Schwierigkeiten, die zu ihrer Verminderung notwendigen vorbereitenden Arbeiten, 
die Entwertung der alten ‚Lehrbücher: und unter. Umständen: auch der: alten 
nautischen Tafeln, die entstehenden Gegensätze zwischen Nautik und Astronomie 
einerseits; zwischen deutscher ünd ausländischer. Nautik anderseits, die Kosten 
und die Gefahren so gewaltig im Vergleich zu dem Gewinn, daß ich die beabsichtigte 
Neuerung ablehnen muß. 3 a a 
:‘Was’durch die Einführung der bürgerlichen Zählweise gewonnen wird, häbe 
ich: im ersten Teil meiner Arbeit eingehend auseinändergesetzt. Herr Möller glaubt 
mir einen Fehlschluß nachweisen zu könhen, Er wendet sich gegen meine Schluß- 
folgerüng, Uaß die Berücksichtigung der Länge’ bei der Bestimmung der richtigen 
mittleren Greenwicher Zeit die gleiche Schwierigkeit biete, ob nun die bürgerliche 
oder die astronomische Zählweise angewendet wird. Ich muß aber diesen. Satz als 
richtig Aufrecht erhalten. Die. abweichende. Ansicht des Herrn Möller kommt, 
wie ich glaube, nur durch eine‘ falsche‘ Auffassung des Inhaltes dieses Satzes 
zustande. Denn die Beifügung der. Wörte: „daß sonst nichts gewonnen sei‘, stammt 
von Herrn Möller, nicht‘ von mir.‘ Ich habe‘ derartiges nicht‘ behauptet. . Im 
Gegenteil, ich habe‘ hervorgehoben; . daß“.die etwaige. Änderung des bürgerlichen 
Datums bei Anwendung ‚der astronomischen ‘Zählweise als‘ Nachteil der. letzteren 
(£ber auch. als einziger) zu büchen sei.. "Und ich stimme Herrn Möller zu, wenn 
er sagt; daß kleine Unbeduemlichkeiten, die‘ immer und immer. wiederkehren, 
durch ihre.stete Wiederholung oft lästiger fallen; als größere, aber nur einmal vör- 
kommende Störungen... Die Bezeichnungen‘ ‚5b. Vorm.“, „17% Vm.“, „3b Vm.“ 
unter. der Überschrift ‚Astronomische . Zählweise‘“ und „15% Vm.‘“ unter „Bürger- 
liche Zählweise‘“ auf S. 354 in der Arbeit des Herrn Möller beruhen wohl auf einem 
Versehen. Sn | . . | . 
Ich habe aber noch eine wichtige Bemerkung, die ich in meinem ersten Auf- 
satz vergessen habe, nachzuholen. Die. Fehler, die bei der Feststellung der richtigen 
M; G.Z. näch ‘der astronomischen‘ Zählweise‘ gemacht werden, beruhen, wie Sich 
jeder Lehrer überzeugen kann, nach einiger Übung selten auf einem falschen An- 
setzen “der. astronomischen Ortszeit, sondern. fast immer -auf einer fehlerhaften 
Berücksichtigung der Länge. ‘Sie’ werden also später, wenn die bürgerliche Zähl- 
weise zur‘ Herrschaft gelängen söllte, in der‘ Schule und:in der Praxis fast ebenso 
häufig‘ wie früher vorkömmen. a . ee 
In meinem ersten Aufsatze konnte‘ es, wie ich Herrn Prof.’ Dr. MeIdau?), 
der. bei meinen Ausführungen‘ ;,das auf das einzelne System Entfallende ‘zu kurz 
findet; Als daß man sich aus dem Gesägten ein Bild von den Vor- und Nachteilen 
(der verschiedenen Systeme nämlich) machen könnte‘, erwidern möchte, angesichts 
meiner Stellungnahme zu .der beabsichtigten Neuerung nicht meine Aufgabe sein, ein 
System, für dessen‘ Ablehnüng ich ausreichende — meiner Ansicht nach wenigstens 
ausreichende - — Gründe beigebracht habe; nöch weiter auszuführen. ‘ Schätzt aber 
\ Hansa 1917. Nr. 32. 8. 501. 
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