Brennecke, W,: ‚Ozeanographische Untersuchungen von Th. P, -Funder usw. 465
strom einerseits im ‚südlichen Teil stark angestaut. wird, so daß hier relativ hohe
“Temperatur-- und Salzgehaltswerte in den Tiefenschichten beobachtet. werden,
während anderseits sich auch der Falklandstrom in der Tiefe weit nordwärts vor-
schiebt, so daß bei einzelnen Stationen abnorm niedrige Temperatur- und Salzgehalts-
werte beobachtet. werden. ST .
„ . -3..Die,Beobachtungen im Stillen Ozean, Am 31. Juli 1913 war der
Schöpfer auf der Patagonia-Bank bei einer Tiefe von etwa 100 m hart auf den Boden
aufgeschlagen. Eine Prüfung des. Schöpfers ergah später, daß er nicht mehr ein-
wandfreie Ergebnisse lieferte, so. daß die ‚inzwischen gemachten Beobachtungen
verworfen werden mußten. KEin Versuch, die aufgehobenen Proben dieser zwischen:
liegenden Stationen nach der Rückkehr in Dänemark noch zu untersuchen, ergab,
daß sich der Salzgehalt durch Verdunstung verändert hatte. Später ist der Schöpfer
in Callao gedichtet worden, so daß er wieder gut arbeitete. | N .
Von den Oberflächen-Erscheinungen sind die schnellen Änderungen der
Wassertemperatur in 35° S-Br., 92° 30 W-Lg. erwähnenswert. Bei ruhigem Wetter
mit hellem - Sonnenschein schwankte hier die Oberflächentemperatur bei sofort
aufeinanderfolgenden. Beobachtungen zwischen 21.1° und 24.7°, was wohl nur durch
Auftrieb infolge von Zerrung zu erklären sein dürfte?). W
Bekannt ist die schnelle Zunahme der Wassertemperatur von der West-
küste Südamerikas nach See zu. Zwei Reihen, die Funder in 1 Sm und in 10 Sm
Küstenentfernung ausgeführt hat, seien hier zugleich mit einer dritten Reihe, die
2° südlicher ‚in größerer Entfernung von der Küste genommen ist, wiedergegeben.
„Viking“.
Station 27a.- 22, I. 1914.
226 05’ S.Br., 70° 14’ W-Lg.
| t°C |. S%
26
55
16.4 |
15.1
3.9 - l.
34,90
34.90
3496
„Viking“
Station 27b. 23. J. 1914,
220 01 8S-Br., 70° 30’ W-Lg.
m ı °C | So a
Ü
65 +
120 ©
200
22.1
13,9 !
18.4 |
124
35.05
34,87 |
34.92 -
34,92
„Viking“.
Station 30. 28. I. 1914.
2409 12’ S-Br., 79° 59 W-Le.
m 2 49°C | So
J 21.1 35.05
25 20.4 34,96
35 17,0 34.63
U. 2150 : 34,60
260 | 10.5 | 34.47
RC) 90 34.52
Wie die Stationen 27a, 27b und 30 zeigen, ist die Oberflächentemperatur
in. 22°—24° S-Br. nur in der Nähe der Küste erniedrigt, dagegen die Temperatur
unter der Oberfläche auch. noch in 10 Sm Entfernung. So beträgt bei Station 27b
in 65.m Tiefe die Temperatur nur :13.9°,- während ie in großer Entfernung von der
Küste in 110 m Tiefe noch 15.0° beträgt.‘ Auffällig ist die‘ vertikale Verteilung
des Salzgehalts; bei den Stationen 27a und 27b (nahe der Küste) ziemlich gleich-
förmiger Salzgehalt von Oberfläche bis zur Tiefe von 55m bzw. 290 m, bei Station 30
(in größerer Entfernung) Abnahme des Salzgehalts bei 260 m, alsdann leise Zunahme.
Eine befriedigende Erklärung ist auf Grund der wenigen Messungen nicht möglich.
In der Nähe der Küste auf dem Schelf müssen wir wohl als Folge der Gezeitenströme
eine. kräftige Durchmischung des Wassers von der Oberfläche bis zum Boden an-
nehmen, die die Temperatur der Oberfläche sehr stark erniedrigt, da die Isothermen
gegen die Küste gehoben sind, so daß auf dem Schelfboden sich immer ziemlich
kaltes Wasser befindet, In größerer Entfernung von. der Küste bei Station 30 treffen
wir schon .in etwa 260 m Tiefe das Salzgehaltsminimum, bedingt durch: den Zufluß
salzarmen. Wassers aus höheren Breiten in den Tiefenschichten. Die geringe Tiefen-
lage der Schicht minimalen -Salzgehalts: in diesem Gebiet ist sehr. auffällig, wird
aber .durch die. anderen ‚Reihen Funders- bestätigt. So zeigen‘ mehrere Reihen-
messungen in 34° bis 35° S-Br. gleichfalls ein deutlich. ausgesprochenes .Salzgehalts-
minimum. von 34.25%., in durchschnittlich 300 m. Tiefe:: Die. Temperatur und
der Salzgehalt der Tiefenschichten ‚sind. hier im südöstlichen ‚Stillen Ozean, nament-
lich im Vergleich zu den vorher erörterten Verhältnissen im Brasilstrom., sehr niedrig,
) Vgl. auch eine ähnliche Beobachtung: Harry Meyers in Ann, d. Hydri usw. .1912; Heft X.