Brennecke, W.: Ozeanographische Untersuchungen von Th. P. Funder sw. . 463
liögen. Beide Reihen weisen, ebenso wie im Guineaström, in einer Schicht unter
der Meeresoberfläche (100 m) ein deutlich ausgesprochenes Salzgehaltsmäximüm,
verbunden mit hoher Temperatur, auf. Die Oberfläche ist hier jedoch nicht stärk
angesüßt, sondern der Salzgehalt ist nur um etiva 0.5°/,5 niedriger als in’der Schicht
maximalen Salzgehalts. ; ;
— Vön 0 bis’200 m ist die Übereinstimmung‘ zwischen „Deutschland“- und
„Viking“-Station wieder eine sehr gute, sowohl was die vertikale Verteilung der
Temperatur wie auch des Salzgehalts anbetrifft. ‘ Nur die Beobachtungen in 400 m
Tiefe weichen sehr beträchtlich voneinander ab, so daß hier auf Grund des vorliegenden
Beobachtungsmaterials der ‚Deutschland‘ an nördlicher und südlicher
gelegenen Stationen gesagt werden kann, daß die Beobachtungen von ‚Viking‘
in dieser. Tiefe wahrscheinlich fehlerhaft sind. Da sowohl die Temperatur als äuch
der Salzgehalt der „Viking‘“-Station beträchtlich zu‘ höch- erscheint, so liegt der
Schluß nahe, daß die Tiefe zu groß bestimmt wörden ist. DE
Die Zunahme des Salzgehalts von der Oberfläche bis zu einem Maximum
in etwa 50 bis 100 m Tiefe, die wir im Guinea- und Brasilstrom finden, ist veranlaßt
dürch das keilförmige Vordringen von Wasser aus den Gebieten. hohen Salzgehalts,
in rund 20° Breite gegen den Äquator. Die Ursache für dieses unter der Oberfläche
äquatorwärts sich verschiebende Wasser hohen Salzgehalts werden wir“ einerseits
in dem Kompensationsbedürfnis für die in der obersten Schicht nach höheren Breiten
fortgeführten Wassermassen zu suchen. haben, “anderseits auch in der Verteilung
der Dichte.‘ Die Isopyknen: senken‘. sich ‘von. den Gebieten größeren Salzgehalts
und ‚größerer Dichte (in rund 20° Breite) nur bis etwa 100 m Tiefe ab und legen sich
schalenförmig. eng um das Gebiet geringster Dichte ;äm Äquator. Infolgedessen
wird sich das salzhaltige Wasser aus den Gebieten größerer Dichte dicht unter der
Oberfläche nach dem Gebiet geringster Dichte hinbewegen und hier zu beiden ‘Seiten
des ÄdQuators das Salzgehalts-Maximum in-’etwa 50 bis 100 m Tiefe ‘hervorrufen:
2. Die Beobachtungen im südlichen Brasil- und im Falkländstrom.
Für eine Anzahl der „Viking‘“-Stationen aus dem südlichen Brasilstrom und dem
Falklandstrom sind .in Tafel.21° die: Temperatur-, Salzgehalts- und Dichtebeobachtungen
in Schnitten wiedergegeben. Wenngleich die Beobachtungen nicht zahlreich
genug sind, um überall die Linienführung einwandfrei zu gestalten, ° so erschien
die Zusammenstellung der. einzelnen Schnitte doch: von Wert; da in der Originalarbeit
nur ein Schnitt. gezeichnet wurde, so. daß hier die Linienführung mir sehr
wenig übersichtlich erschien. Die Lage der einzelnen Stationen, auf die der Schnitt
aufgebaut ist, geht aus nebenstehender Kartenskizze hervor, in welche ’auich einige
später zu erwähnende Stationen der „Deutschland“ eingetragen sind. . - ©
Wie das Kärtchen zeigt, näherte
sich‘ der Kurs des ‚Viking‘ von
Station ‚15. ab allmählich... der . südamerikanischen
Küste bis zur Station 21
querab :yon. der, La Plata-Mündung,
von: hier aus in Nord— Süd-Richtung
umbiegend. ‚Schon die ‚beobachteten
Oberflächentemperaturen ; ‚und . -salzgehalte
im Brasilstrom sind. eigenartig,
indem auf Südkurs zunächst Temperatur.und
Salzgehalt abnehmen (Stat. 16
und. 18) und dann wieder. zunehmer
(Stat. 19 und 20). Es dürfte dies durch
den. Schrägschnitt, der von ;,Viking“
durch den Brasilstrom gelegt worden
ist, Zu erklären sein, indem die Stätionen
16 und 18 dem Außenränd. der
Strömung angehören, während. ‚Sta:
tion 19 und 20 in die Hauptächse der
Strömung . fallen. ‘.Da ‘anzunehmen
ist, daß hier die Geschwindigkeit der