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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

Brennecke, W.:. Ozeanographische Untersuchungen von Th, P. Funder usw. 461

Ozeanographische Untersuchungen von Th. P. Funder auf dem dänischen
Schulschiff „Viking‘“ im südlichen Atlantischen und Stillen Ozean,
(Hierzu Tafel 21.) We
Während man früher Untersuchungen in den Tiefenschichten des‘ Meeres
nur vom stilliegenden Schiff ausführen konnte, sind neuerdings Schöpfer konstruiert
worden, die es ermöglichen, auch vom fahrenden Schiff Wasserproben nebst Temperaturbestimmungen.
 aus den Tiefenschichten zu entnehmen. Mit. einem solchen
Wasserschöpfer eigener Konstruktion hat .z. B. F.Nansen 1910 erfolgreich auf einer
Kreuzfahrt mit dem norwegischen Kriegsschiff. „Frithjof“ im. nordöstlichen At-Jantischen.
 Ozean gearbeitet !), Von’M. Knudsen, dem Leiter des dänischen Hydrographischen
 Laboratoriums, ist gleichfalls ein Wasserschöpfer zur Benutzung während
der. Fahrt des Schiffes konstruiert worden, dessen Konstruktion in den Publications
de circonstance. (Nr. 50, 1909) beschrieben ist... Der Schöpfer wird mit geöffneten
Ventilen, die durch eine Feder geschlossen werden können, in die Tiefe gegeben.
Sowie mit dem Auslassen der Leine aufgehört wird, bewirkt der vermehrte Wasserdruck
 ‚einen Verschluß des Schöpfers. Die Temperatur des Tiefenwassers wird nach
dem ‚Aufholen des Schöpfers durch ein im Innern befindliches Thermometer gemessen;
 die Tiefe, die erreicht worden ist, . wird durch ein Manometer, das seitlich
am Schöpfer befestigt ist, bestimmt. Der Schöpfer ist in der nördlichen Nordsee
1908 auf einer. Fahrt mit dem Dampfer „Thor“ erprobt worden, bei welcher das
Schiff 8 Sm lief...
Th. P. Funder hat nun auf einer Reise mit dem dänischen Schulschiff „Viking“
im Südatlantischen und Pazifischen Ozean, die er 1913/14 als Leiter des theoretischen
Unterrichts an Bord. mitmachte,.auf Veranlassung des Hydrographischen Laboratoriums
 in Kopenhagen mit diesem Schöpfer Untersuchungen :über die Verteilung
 von Temperatur und Salzgehalt in. den .Wasserschichten bis 500-—600.m
Tiefe ausgeführt, deren Ergebnisse jetzt vorliegen?).. Die Verhältnisse an: Bord
und die zur Verfügung stehende Zeit waren den Untersuchungen nicht sehr günstig,
so daß sie nur auf einzelnen Strecken der Fahrt intensiver ausgeführt werden konnten
(auch wurde später der Schöpfer beschädigt und ging schließlich ganz verloren),
aber die Ergebnisse dieses ersten Versuches, in weit entfernten Gebieten Aufschlüsse
über die Schichten unter der Oberfläche des Meeres zu gewinnen; sind durchaus
ermutigend. für. die Fortführung solcher Untersuchungen. Namentlich wenn man
in Betracht zieht, wie geringfügig die Kosten dieser Arbeiten im Vergleich zu den
Kosten größerer Expeditionen sind, wird man in Zukunft gern dies Hilfsmittel
benutzen, mit: dem man bei geeigneten Gelegenheiten Schnitte durch die ganze
Länge oder Breite eines. Ozeans bis. 600 m. Tiefe t}egen kann. Auch ist es durchaus
möglich, nicht nur Temperatur. und Salzgehalt, sondern auch Sauerstoffgehalt,
Alkalinität, Kohlensäuretension u. a. m.. auf solchen Fahrten zu studieren; auch
für biologische Untersuchungen, wie die vertikale Verteilung des Nannoplanktons.
ist‘ der Schöpfer gut zu verwenden, . 2 ; a nn
Die Fahrt des ‚Viking‘ — eines Segelschiffes — ging vom Englischen Kanal
rund Kap Horn nach -Callao; von dort über Mollendo; ‘Tocopilla: nach Valparaiso
und dann zurück rund Kap Horn nach Europa. Die Mehrzahl der Beobachtungen
wurde . während - der Fahrt im Brasilstrom: ausgeführt; außerdem eine Gruppe von
Stationen im . Nordatlantischen Ozean. (Schnitt vom Nordäquatorialstrom zum
Guineastrom). und zwei Gruppen von Stationen ‚westlich. der südamerikanischen
Küste zwischen Tocopilla und Valparaiso. . Die Ergebnisse werden in . Tabellen
and Schnitten. wiedergegeben: und auch mit einigen‘ vom Referenten auf der
„Deutschland“: 1911: gewonnenen Reihen verglichen... Die‘ Übereinstimmung der
in verschiedenen Jahren ‚gewonnenen Beobachtungen ist. in.den Kernpunkten eine
sehr gute — einige ‚allgemeinere Ergebnisse ‚seien hier ‚kurz . beleuchtet.
1) Vgl. Int. Rev. der gesamten Hydrobiologie und Hydrographie. 1913: F. Nansen, The Waters
of the North-eästern North. Atlantic. Ze A ; ge
?) Th. 'P. Funder,. Hydrographic ‚Investigations: from the Danish School. Ship »Viking« in
the Southern Atlantic and Pacific in 1913/14. Medelelser fra: Komm, f. Havundersogelser, Serie
Hydrografi, Band II, Nr. 6, 1916.
            
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