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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1917.

Das Obige war bereits in der Druckerei, als das Juliheft 1917 von Petermanns
 Mitteilungen einen neuen Aufsatz von Dr. C. Easton brachte!). Dieser
ist eine vorläufige Mitteilung aus einer größeren Arbeit, in der das historische
Material über abnorm kalte und warme Winter unter Beschränkung auf den
Raum Shetland—58. Sebastian— Wien—Gotland von ihm neu bearbeitet wird und
die erst nach einiger Zeit erscheinen kann. Die mitgeteilten Zahlen geben erwünschte
 Gelegenheit, meine obengegebene Zahlenreihe durch eine unabhängig
davon gewonnene zu kontrollieren. Easton hat auch die Nachrichten über warme
Winter hinzugezogen, sodann seine Zahlen mit Hilfe der alten Zwanenburger
Beobachtungen angenähert in Celsiusgrade Abweichung vom vieljährigen Mittel
verwandelt und schließlich einer Ausgleichung nach der Formel
&= U (a-4+2b-4+3e-+2d+e) .
unterworfen. Das Ergebnis ist die in unserer Figur mit E bezeichnete Kurve,
die mit der Kurve a in Eastons Zeichnung übereinstimmt. Bei ihrem Entwurf
habe ich Eastons 0 bei 25 gesetzt und je 1° bei ihm == 10 meiner Gewichte genommen
 (also — 2° = 45).
Die Kurve weicht, abgesehen von ihrem etwas größeren Maßstabe, von den
meinigen besonders darin ab, daß in ihr der in diesen oben vermißte »tiefe Einschnitt
 bei 1829« mit nur zwei Jahren Verspätung sehr ausgeprägt ist und die
Schwankung beim Übergang von I zu II sich viel stärker zeigt. Der Unterschied
 zwischen der ersten warmen und der zweiten kalten Hälfte ist in der
Kurve E weniger deutlich, trotzdem der Abfall von IV 3 zu IV 9 in ihr so viel
größer ist. Der warme Zeitraum ist in ihr auf die Jahre ]I 5 bis IV 6, der kalte
auf IV 8 bis etwa VII 7 eingeschränkt. .
Der Grund dieser Unterschiede muß in mehreren Umständen liegen. Die
abweichende Abgrenzung des Gebiets ist daran wohl nur wenig beteiligt, weil
auch bei mir die Nachrichten aus Rußland, Südosteuropa und Süditalien nur
eine geringe Rolle spielen. Der von Easton benutzte Zeitraum ist länger, da
er 760 bis 1916°) ich nur 809 bis 1878 benutzt habe. Wesentlich verschieden war
die Art der Gewichtsbestimmung, indem Easton versucht hat, nach dem Inhalt
der Zeugnisse 10 verschiedene Grade der Winterkälte zu unterscheiden, während
ich mich, aus Furcht vor Willkür, hauptsächlich an die Zahl der Zeugnisse
gehalten nabe, Der wichtigste Grund, neben zufälliger Verschiedenheit der
Quellen, ist vielleicht der, daß er auch die Nachrichten über warme Winter in
di3 Rechnung einbezogen hat, während ich mich wegen deren Unbestimmtheit
auf die kalten beschränkt und nur die hervorragendsten warmen in der Tabelle
durch ein W vermerkt habe, ohne sie bei der Zählung zu berücksichtigen,
Von den Sätzen, die Easton auf S. 205 seines Aufsatzes fornmliert, bestätigen
 sich an meinem Material nur Satz II und III, während Satz I in ihm
fast ebensoviel Ausnahmen wie Treffer zeigt (11 gegen 13).

1) Easton: Eine in den westeuropäischen Wintern nachweisbare größere klimatische Periode;
5 Seiten mit 4 Tabellen und 1 graph. Darstellung. Eine ähnliche Bearbeitung derselben Frage in
holländischer Sprache hat Dr. Easton seitdem auch in der »Tijdschr. K. Nederl, Aardrijksk. Gen.“
vom 15. Sept. 1917 veröffentlicht. -
2) Den Winter 763/4 bezeichnet Hennig als »wohl den härtesten, der Europa je betroffen
hat«, Doch stammen die Nachrichten (vorwiegend oder allein) aus dem. Südosten. Der Winter fällt
in die Reihe Vo unserer Tabelle. Würde die Periode zu 88.7 Jahren genommen, so würde er mit
dem historischen Winter 1740 in eine Zeile (IV 7) fallen; zwischen diese der Winter 1296, Zwölf
Jahre später, 775/6, war wieder sehr strenger Winter in Südost-Europa.
            
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