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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

Brennecke, W.: F. Nansen: Spitsbergen Waters,

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Zeiten, ergaben beträchtliche Änderungen der Temperatur und des Salzgehalts,
So wurden in 50 m Tiefe bei Station 19 zeitweise Temperaturen von-0.75° C., zu
anderen Zeiten von — 1.48° und — 1.51° C: beobachtet. Da aber die Salzgehaltswerte
 ‚sich auch stark änderten, so blieb die Dichte ziemlich unverändert, und man
kann daher annehmen, daß es sich um: horizontale Verschiebungen von Wassermassen.
 verschiedener Beschaffenheit gehandelt hat, ein Vorgang, der namentlich
im Grenzgebiet verschiedener Strömungen (z. B. Brasil- und Falklandstrom) sehr
ausgeprägt beobachtet werden kann, a
Anderer: Art sind die Schwankungen der Temperatur, die mit Änderungen
der Dichte in der betreffenden Tiefenschicht verbunden sind; als ihre Ursache haben
wir Schwankungen in der Tiefenlage der einzelnen Schichten anzumehmen, die
wohl auf die Geschwindigkeits- oder Richtungsänderungen der. Strömungen zurückzuführen
 sind. Da große periodische Schwankungen in den horizontalen Bewegungen
der Wasserschichten nachgewiesen werden konnten, so sind demnach. periodische
vertikale Schwankungen der Schichten zu erwarten, damit der Gleichgewichtszustand
in einem bestimmten Querschnitt erhalten. bleibt. .Nansen untersucht einen
speziellen Fall der Temperaturänderung bei Station 41, für eine weitere Behandlung
der Frage war das Beobachtungsmaterial nicht hinreichend.
Die Gezeitenwelle . im . Nordpolarbeeken. Aus den periodisch wechselnden
Geschwindigkeiten und Richtungen des Oberflächenstroms bei Station 41 berechnet
Nansen, daß Hochwasser bei der Station 41 um 3 Stunden 6 Minuten früher eintrat
als in Port Virgo an der Nordwestküste' von Spitzbergen. Der gleiche Unterschied
von einem Viertel der halbtägigen Gezeitenperiode ergibt sich für die Strommessungsstation.
 Helland-Hansens bei Storeggen gegenüber der Küstenstation Christiansund.
Nach der Erklärung von Werenskiold tritt auf hoher See Hochwasser ein, wenn
der Kamm der Gezeitenwelle den Ort passiert, während an einer Küste mit vorgelagerter
 Flachsee Hochwasser zu einer anderen Phase der Welle eintritt, nämlich
ungefähr mitten zwischen. Kamm und Tal, beim Kentern: des Gezeitenstroms. So
können systematische Strommessungen auf hoher See auch Beiträge zum Studium
der Gezeitenströme liefern. Auch aus den Eispressungen, wie sie auf der „Fram‘“-Expedition
 1893—96 zur Beobachtung gelangten, hat Nansen Beziehungen zu den
Gezeiten gefunden. Die Pressungen kamen ziemlich regelmäßig zweimal in 24 Stunden
zur. Zeit der Springtide Yor, als sich die „Fram‘ nördlich der Neu-Sibirischen Inseln
und nördlich von Spitzbergen befand. Unter der Voraussetzung, daß. die heftigsten
Eispressungen bei Hochwasser vorkommen, die Bildung offenen Wassers bei Niedrigwasser,
 hält es Nansen für möglich, den Fortschritt der Gezeitenwelle durch das
Nordpolarbecken zu. ermitteln, ‘ ;
Die . Ausdehnung und Form‘ des Nordpolarbeckens. In diesem Abschnitt
erörtert Nansen seine früheren. Ansichten über das Nordpolarbecken, die sich zum
Teil auf den Salzgehalt der Tiefenschichten gründeten. Bei seiner jetzigen Annahme
(auf Grund der Bestimmungen des. Salzgehalts nördlich yon Spitzbergen), daß das
Tiefenwasser des Polarbeckens vom Europäischen Nordmeer stammt, gibt der Salzgehalt
 des Tiefenwassers keinen Anhalt mehr für die Gestaltung des Polarbeckens.
Wohl aber glaubt Nansen jetzt aus der Trift der ‚„„Fram‘“ 1893—96 schließen zu
können, daß das Tiefenbecken nicht eine so weite Ausdehnung nach Norden habe,
wie er es früher für wahrscheinlich gehalten hat. -
Die Bearbeitung der Trift der „„Fram‘‘ im Zusammenhang mit den Windbeobachtungen
 hatte ergeben, daß für kürzere Perioden im allgemeinen die Trift
rechts von der Windrichtung lag, aber trotzdem fiel die Richtung der Resultante
der Trift bis auf 1° genau mit der Windresultierenden zusammen... Es zeigte sich
also, daß der zu fordernde Einfluß der Erdrotation in bezug auf Ablenkung der Trift
nach rechts nicht. vorhanden war. .Die mögliche Erklärung hierfür sicht Nansen
entweder in dem Vorhandensein von-Land oder Flachsee zur Rechten. der Trift,
welches der Bewegung nach rechts Widerstand leistete, oder in dem Vorhandensein
einer dauernden Oberflächenströmung, die stark genug war, der Rechtsablenkung
das Gleichgewicht zu halten. Da letzteres unwahrscheinlich erscheint, so ist. das
Vorhandensein von Land oder Flachsee irgendwo nördlich der „Fram“-Trift, das
ihre Rechtsablenkung verhinderte, wahrscheinlich. In einer Erörterung der An-9%

            
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