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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1917.

Änderung zwischen den einzelnen verschieden verteilten Beobachtungspunkten ist.
Aus meinen Untersuchungen an Bord der „Deutschland‘ ergab sich nun eine große
Abhängigkeit der Eistrift vom Wind, indem diese auch auf kleine Änderungen der
Winddrehung fast momentan reagierte. Nansen führt allerdings an, daß sehr wenig
Wind zur Zeit der Beobachtungen gewesen ist, und daß er in der Regel annähernd
in derselben Richtung geweht habe, wie die Trift des Eises ging, aber auch geringe
Fehler können leicht erheblich das Resultat beeinflussen, wie in Fig. 2 gezeigt wurde.
So halte ich deshalb den Schluß von Nansen, daß in 10 m Tiefe ein Reaktionsstrom
in umgekehrter Richtung zur Oberflächentrift vorhanden sei, für gewagt, da die
Geschwindigkeit sich nur zu 1.9 cm/sek. ergibt gegenüber einer Oberflächentrift
von 12.7 em/sek., während anderseits eine Abnahme der Bewegung bis fast 0 bei
der vertikalen Verteilung der Dichte plausibel erscheint. In einer Tabelle (S. 47—49)
führt Nansen den wirklichen Strom, für die einzelnen Tiefenstufen zusammengestellt,
 an, wie er aus den gleichzeitigen Beobachtungen mit der Oberflächentrift
berechnet worden ist. Überblickt man die einzelnen Beobachtungen, so sieht man,
daß sowohl die Richtungen wie die Geschwindigkeiten dauernd sich sehr stark
ändern, so daß die Zahl der Beobachtungen für die Gewinnung exakter Werte noch
zu gering erscheint, was Nansen auch selbst betont.
Nansen berechnet sodann auf Grund eines früher angegebenen Verfahrens
in einem Stromquerschnitt die Geschwindigkeiten der Stromkomponenten in den
einzelnen Tiefenstufen aus den Dichtigkeitsunterschieden und erhält Werte, die gut
zu den aus den Beobachtungen gewonnenen Werten übereinstimmen.
Die nur wenig zahlreichen Strommessungen vom 4. und 5. August (Station 19
und 20) in etwa 80° 18’ N-Br. 10° 45’ O-Lg.) ergeben eine geringere relative Geschwindigkeit
 an der Oberfläche als die oben erörterten Messungen der Station 41,
was wohl auf die der -Strömung entgegengerichteten Winde zurückzuführen ist.
Aus den progressiven Vektordiagrammen der relativen Geschwindigkeit werden
folgende Mittelwerte der wirklichen Bewegung für die Zeit zwischen Mittag und
Mitternacht des 3. August abgeleitet:
0m 7.8 cm/sek, nach S31°W ı x 0°
10m 8.4 cm/sek. nach S31°W f X 4° rechts
20m 9.2 em/sek. nach 535° W | 1 EC ©
30m 7.5 cm/sek. nach S25°0 } X 60° links.
Die Abweichungen gegen Station 41 sind recht bedeutend, indem zunächst
die Richtung der Bewegung in 10 m. und 20 m mit der Richtung der Oberflächenbewegung
 zusammenfällt, der Reaktionsstrom ip 10 m Tiefe bei Station 19/20 also
fehlt. Dies erklärt Nansen dadurch, daß hier Salzgehalt und Dichte von der Ober-Aäche
 zur Tiefe hin allmählich zunehmen, und daß eine gut ausgeprägte Oberflächenschicht
 mit geringem Salzgehalt und niedriger Dichte, wie sie bei Station 41
vorhanden war, vollständig fehlt. Ferner ist als Unterschied anzuführen, daß bei
Station 19/20 die Geschwindigkeiten in 50 m noch ebenso groß sind wie an der
Oberfläche — in den Zwischenschichten sogar größer — und daß die Richtung in
50 m um 60° nach links gegenüber der Richtung in 20 m abgelenkt ist. Eine. Berechnung
 der Ströme in den einzelnen Tiefen aus den Dichtigkeitsunterschieden in einem
Stromquerschnitt für die Stationen 18—22 liefert keine besonders gute UÜbereinstimmung,
 was sich aber auf die zeitlichen Unterschiede bei der Ausführung der
Stationen zurückführen läßt.
Für das Gebiet nördlich von 79° N-Br. hat Nansen schließlich noch Karten
der, mittleren Dichtigkeit des Wassers für die Schichten 0—200 m, 20—200 m,
50—200 m und 100—200 m entworfen und hierin die Strompfeile für die Zirkulation
parallel den Isopyknen eingezeichnet. die zum Teil gut zu den Ergebnissen der
Strommessungen stimmen.

YIX. Verschiedene Untersuchungen.

Vertikale Schwankungen der Wasserschichten. Wiederholte Messungen an
den Stationen 19 (80° 18’ N-Br., 10° 45’ O-Lg.), 20 (80° 21’ N-Br., 11° 10’ O-Lg.)
und 41 (80° 29’ N-Br.. 12° 0’O-Leg.) in den einzelnen Tiefenschichten zu verschiedenen
            
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