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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1917.
Juli verstößt. gegen den ersten Satz. Juni und Juli 1915 hatten durch-
schnittlich schwächere Winde, aber größere Sichtweiten als Juni und Juli 1916,
Eine Erklärung dieser Tatsache ist auch mit Hilfe des zweiten Satzes nicht zu
finden, denn die Windrichtungen der beiden Monate des Jahres 1915 sind von
denen des Jahres 1916 nicht wesentlich verschieden gewesen, dürfte aber im
Feuchtigkeitsgehalt der Luft zu erblicken sein. Stellt man nämlich die Mittel-
werte der Windstärke und des Feuchtigkeitsgehalts und der Sichtweite der
fraglichen Monate nebeneinander, so ergeben sich die folgenden Reihen:
a: = 4]
1915 a
Windetärya | _ Relative Sichtweite
Windstärke | Feuchtigkeit | en km
nn
Mittelwerte
1916
WED Relative | &; ba
Windstärke dat | Sichtweite
B | Pen gse in km
2,8 | 69 | 185 3,7 ' 83 | 13.2
3.1 80 125 33 8 113
Die weitere Gegenüberstellung solcher Reihen für die übrigen Monate er-
gibt wohl Fälle, in denen neben der größeren relativen Feuchtigkeit auch die
größere Sichtweite steht, aber immer nur dann, wenn gleichzeitig eine größere
mittlere Windstärke stattgefunden hat. Größere Sichtweite und größere relative
Feuchtigkeit bei kleinerer Windstärke stehen niemals nebeneinander. Der in
der Praxis bekannte Zusammenhang von Windstärke und relativer Feuchtigkeit
und Sichtweite zeigt sich also auch in den Mittelwerten.
Hinter die ersten beiden Sätze der vorjährigen Besprechung (Ann. d.
Hydr. usw. 1916, S. 332) wäre also einzuschalten:
»Zur Beurteilung der Sichtweite ist stets die relative Feuchtigkeit in Be-
tracht zu ziehen.«
Um der Praxis einen Anhalt hierfür zu geben, ist die folgende Faustregel
zusammengestellt. Ihre allgemeine Gültigkeit kann aber nicht verbürgt werden,
ehe sie eingehend geprüft ist.
Faustregel,
Die Feuchtigkeit in %
nimmt ab:
bleibt gleich:
nimmt zu.
Die Sichtweite ;
nimmt zu, wenn die Windstärke nicht abnimmt;
nimmt zu, wenn die Windstärke zunimmt;
nimmt ab. wenn die Windstärke abnimmt:
nimmt ab, wenn die Windstärke nicht zunimmt.
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Jordan, W.: Barometrische Höhentafeln für Luftdrücke zwischen 630 mm
und 765 mm und für Lufttemperaturen zwischen 0° und + 35°. Die
ersten sechs Temperaturgrade neu hinzugefügt von Prof. Dr. E. Hammer.
3. Auflage. Stuttgart 1917. J. B. Metzlersche Buchhandlung.
Preis brosch. 5 X, gbd. 6 M.
Die allgemeine Brauchbarkeit der nützlichen barometrischen Höhentafeln für mittlere Höhen
wurde bisher dadurch besonders beeinträchtigt, daß sie nur für Lufttemperaturen bis zu 5° herab
verwendbar waren. Es ist daher dankbar zu begrüßen, daß Prof, Hammer jetzt die Tafeln bis auf
0° herab erweitert hat. Da Jordan in der von ihm benutzten Gestalt der barometrischen Höhen-
formel die Luftfeuchtigkeit dadurch berücksichtigt hat, daß er das Verhältnis der mittleren Dampf-