416. Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1917.
die Kurven beider Jahre. Auch der Salzgehalt schwankt von Jahr zu Jahr (vgl.
Mai 1914 und Mai 1915). War im August 1910 und 1911 die Salzgehaltsverteilung
fast gleichartig, so trat im August 1912 in der obersten Wasserschicht bis 200 m
Tiefe ein bis zu 0.30% 7 höherer Salzgehalt auf.
Die Temperaturbeobachtungen westlich der Coronados-Inseln sind zahl-
reich genug, daß eine Untersuchung des täglichen Temperaturganges möglich
ist. Mc Ewen leitet aus einer großen Anzahl von Beobachtungen folgende Tabelle ab:
Temperaturverbesserungswerte auf 10b Ym,
Zeit der Temperaturbeobachtung | 0—3 | 36 | 6—9 | 9-12 | 123 | 3—6 | 6—9 | 9—12
Verbesserung auf 10h Vm |+ 0.45°|-4-0.40°|4- 0.30°| 0.009 |— 0.25°— 0.45°| — 0.40°| 0,00° C,
a
Da nach der Angabe von McEwen die mittlere Tagestemperatur zwischen 10
und 11: Vm und Nm erreicht wird, läßt sich aus obigen Zahlenwerten durch graphische
Ausgleichung der folgende tägliche Gang ableiten; zum Vergleich sind einige aus
den Challengerbeobachtungen zu folgernde Werte mitgegeben.
Täglicher Gang der Oberflächentemperatur.
an | an | 6n | an | 10m |ı2nw| 2u | an | 6n | sn | 10n 20x
Im offenen } Stillen Ozean
nördlichen f Atlant. Ozean
W-lich der Coronados-Inseln
-0.18— 0.28/— 0.191 0.17|— 0.04/+ 0.14/+ 0.32/+ 0.29/+ 0.22 /+ 0.10! 0,07|- 0.13
-0.28)- 0270 0.23:+ 0.024 0.271 0.30|+ 0.28+ 0.20[+ 0.14|+ 0.00!— 0.18/- 0.20
_0.45'— 0.40l— 0.34! 0.20l— 0.031+ 0.1214 0.3214 0.4514 0.451+ 0.404 0.12! 0.22
. Die mittlere tägliche Schwankung der Oberflächentemperatur ist 0.9°C, Das
Temperaturminimum tritt gegen 2h Vm und das Maximum um 6t Nm ein, demnach
dauert der Temperaturanstieg etwa 16 Stunden, der Temperaturfall dagegen nur
etwa 8 Stunden. Vor allem auffallend ist der frühe Eintritt des Temperatur-
minimums. Nach den Beobachtungen auf der Challengerexpedition trat dies im
nördlichen Atlantischen Ozean um 5h Vm, im nördlichen Stillen Ozean um 4h Vm,
im südlichen erst um 8 Vm ein. Diese letzteren Zeiten erscheinen nach unseren
Anschauungen über das träge Verhalten des Wassers schwankender Wärme-
zufuhr gegenüber wesentlich wahrscheinlicher. Im Vergleich mit dem frühen
Eintritt des Minimums ist das außerordentlich späte Auftreten des Maximums
bemerkenswert, da nach den Challengerbeobachtungen das Wasser wesentlich schneller
die Höchsttemperatur erreicht, im nordpazifischen Ozean schon um 2b Nm, im süd-
pazifischen um 3h Nm. — Unterhalb einer Tiefe von 25m ließ sich eine tägliche Tempe-
raturschwankung nicht mehr feststellen, doch reichen leider die Beobachtungen
nicht aus, um für die darüberliegenden Schichten Zahlengrößen für den täglichen
Gang der Oberflächentemperatur abzuleiten. Auch eine tägliche Salzgehalts-
schwankung, und zwar im Betrage von 0.05%.) hält McEwen nach seinem Be-
obachtungsmaterial für wahrscheinlich.
Beobachtungen über Sichtigkeit der Luft.
Von Kapt. @. Reinicke.
Nach denselben Landmarken und in derselben Weise wie im vorigen
Jahre (vgl. Ann. d. Hydr. usw. 1916, S. 330ff.) sind vom April 1916 bis März 1917
von der Deutschen Seewarte aus um 9'/„h Vm M.E.Z. Sichtweiten beobachtet
worden. Das Ergebnis ist in Tabellen niedergelegt, die wie im vorigen Jahre
berechnet sind. Ihre Werte weichen von den vorjährigen im einzelnen ab‘),
zeigen aber im allgemeinen den gleichen jahreszeitlichen Verlauf der Sichtweiten.
1) Der Sommer war 1915 warm und trocken, 1916 kühl und naß; der Winter 1916 war mild.
1917 sehr streng