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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

410 . .;. Annalen der Hydrographie imd Maritimen Meteorologie, Oktober 1917.

Breite. Die Gebiete. mit derart niedrigen Temperaturen sind außer von der Küste
rings von wärmerem Wasser umgeben (vgl. auf Tafel 18 westlich von Kap Dume,
zwischen Kap Vicente und Kap Fermin sowie östlich davon, weiterhin unmittelbar
südlich der mexikanischen Grenze, südlich von Kap Banda, sowie nördlich und
südlich von Kap San Quentin). Bei einer Fahrt in Küstennähe sind also starke
Temperaturänderungen auf kurzen Strecken zu beobachten. Als Beispiel seien die
folgenden von Mc Ewen auf einer Fahrt mit dem „Alexander Agassiz’” gewonnenen
Daten angeführt.

Oberflächentemperaturen an der Westküste Nieder-Californiens,

Tag

2. 9. 08

4

4 08

Zeit

3%
dw Nm
700
300
20V
520° m
720
900
1020
11%

N-Br.

299° 23.3’
299 31,3
29° 34.7
29° 36.6’
29° 36.5
29° 41.8
29° 48,3’
29° 56.8
30° 3.7
30° 72.4

W-Leg.

115° 6.0
115° 20.3
115° 25,7’
115° 28.3
1159 31,3’
115° 39.0’
115° 47.4
15° 51.3
115° 54.4’
115° 55.8

°C

17.2
17.2
16.0
14.4
14.8
13.0
15.6
14.1
15.6
168

Die Fahrt führte durch die südlich von Kap San Quentin befindlichen Auftriebgebiete,

Ein Vergleich der Temperaturverhältnisse mit der Darstellung des Salzgehalts
 auf Tafel 18 zeigt, daß jedenfalls im Norden, wo genügend zahlreiche und
zuverlässige Salzgehaltsbestimmungen durchgeführt sind, zusammen mit niedrigen
Temperaturen auch geringer Salzgehalt auftritt. Es handelt sich fast im ganzen
Küstenbereich um die typische Ausbildung von Auftriebserscheinungen, die nach
den. eingehenden Untersuchungen Thorades auf Grund des deutschen Schiffsmaterials
 im Sommer für die nordamerikanische Westküste von Kap San Lucas
an der Südspitze Nieder-Kaliforniens unter dem nördlichen Wendekreise bis etwa
zur Mündung des Columbia in 46° N-Br. charakteristisch sind. Das vorhandene
deutsche Material gestattete nur die Feststellung von drei selbst in den Mittelwerten
 so stark ausgeprägten Auftriebgebieten, daß das kalte Wasser an der
Küste als rings von Isothermen höheren Grades umschlossen dargestellt werden
konnte, nämlich vor allem in den Monaten April bis Oktober der Auftriebzone
von San Francisco bis Kap Blanco, sodann im August der Gegend nördlich von
Kap San. Quentin und im Mai der Magdalenenbucht südlich von Kap San Eugenio*).
Im übrigen wurde die Wirkung des allgemein vorhandenen Auftriebes durch Zurückbiegen
 der Isothermen nach Süden bei Annäherung an die Küste angedeutet. Ob die
oben erwähnten 1908 und 1913 festgestellten äußerst charakteristisch ausgebildeten
Kaltwassergebiete auch im langjährigen Mittel in den. Sommermonaten so ausgeprägt
 als Inseln inmitten wärmeren Wassers erhalten bleiben, ist abzuwarten.
Mit dem Grade der Ausbildung der den Auftrieb bedingenden NW-Winde werden
auch von Jahr zu Jahr in den Auftrieberscheinungen Schwankungen zu erwarten sein.
An den bezeichneten Stellen liegen die Verhältnisse sehr günstig dafür, daß, wenn
es überhaupt zum Auftrieb kommt, dieser auch gleich in stärkerer Form als in der
Umgebung auftritt. Die 100- und 500 m-Tiefenlinien nähern sich nämlich der Küste,
besonders in der Auftriebzone westlich von Kap Dume, wo untergetauchte Talformen
 nachgewiesen sind. Auch bei den Kaps Vicente und Fermin treten die
beiden genannten Tiefenlinien dicht an das Festland heran, vgl. Figur 1. Hier
können also die nach Ekman durch die Wind- und Seedruckverhältnisse bei
Tiefen größer als 2D (D = Reibungstiefe) bedingten Oberflächen- und Tiefenströme
bis dicht an die Küste bestehen, und die vertikale Ersatzströmung ist über einem

) Thorade, a. a. O., Tafel 5.
            
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