Reinicke, G.: Die Eisverhältnisse des Winters 1916/17 in -außerdeutschen europäischen Gewässern, 395
und der” letzte Dampfer ging erst am 27. XI von dort ab.‘ Zur selben -Zeit
waren alle Leuchttonnen, auch im südlichen Botten, schon eingezogen. Angesichts
der sehr hohen Frachten (Söderhamn-—London == 150 Kr.) wurde aber die Schiff-
fahrt von den südlichen Bottenhäfen bis in den Januar hinein ermöglicht, in
Sundsvall sogar bis Anfang Februar, Namentlich wurden große Anstrengungen
zum Aufrechterhalten des Verkehrs mit Finnland gemacht, doch mußte er in
der ersten Hälfte Februar aufgegeben werden. Gegen Mitte März waren — zum
ersten Male seit 25 Jahren — sämtliche Leuchtfeuer an der Nordlandküste gelöscht.
2. und 3. Vom. Finnischen und Rigaschen Meerbusen liegen keine Mel-
dungen vor, ;
4. Die schwedischen Gewässer südlich vom Nordbotten. Vom Alands-Haff
meldete der erste Eisbericht, am 26. I. habe der Eisbrecher »Heimdal«. mehrere
Dampfer aus dem Eise befreit und sei weiter gegangen, um einigen von Skutskär
kommenden Dampfern gleiche Dienste zu leisten. Stockholmer Finnlandfahrer
mußten in den ersten Februartagen auf See umkehren und konnten — zunächst
wenigstens — Stockholm nicht wieder erreichen, Später wurde aber von Eis-
brechern noch mehrere Male eine Eisrinne‘ durch die Schärenfahrwasser ‚ge-
brochen. Kalmar war vom 3. bis 26. Februar unerreichbar, wie wohl der
Kalmarsund nur von Norden her geschlossen, von Süden her im Februar aber
noch befahrbar war, Auf See bestanden die größten Eisschwierigkeiten im
März; so saßen Mitte März vor Häfringe 7 oder mehr Dampfer hilflos im Eise
fest, gleichzeitig war. von der Lotsenstation Sandhamn kein offenes Wasser
sichtbar. In südschwedischen Gewässern beschränkten sich die Eis-
schwierigkeiten hauptsächlich auf den Sund und die Sundhäfen; dort waren
Schiffsverkehr und Fährverbindungen mehrere Male unterbrochen (vgl. hierzu
Eisverhältnisse in dänischen Gewässern S. 397), Die schwedische Westküste.
Ende Januar lag vor der ganzen Bohusküste entlang bis zur norwegischen
Grenze ‚eine 10 bis 15 cm dicke Eisdecke und zwischen den Schären festes Eis,
Schon am 24. I. trafen in Gothenburg vier von Süden kommende Dampfer ein,
die die Weiterfahrt nach Norwegen hatten aufgeben müssen. Große: Teile der
Hallandküste waren von Eis eingeschlossen und im Kattegat war viel Eis mit
eisfreien Stellen dazwischen. . , . ;
5. Kurische Küste. -Die Eismeldungen deutscher Beobachtungsstellen geben
das folgende Bild:
Zahl der Tare
li. mit Eis ohne Behinderung der Schiffahrt
7”... « durch Eis erschwerter Segelschiffahrt
. « Schluß der Segelschiffahrt , ,
4. « Schluß der Dampfschiffahrt .
5. an denen Eisbrecher tätig waren
6. von denen Eismeldungen vorliegen
7. Erste Eismeldung . . °...
8.. Letzte « a
Libau
Steinort | Windau
Lyserort
4 7 a
55 | ‘gl “67° |
20 1 ü
1 N
©
79
87 ‚79 . 69 . 782
10. I.| 17. I. | 210. I. [| 22. °L
9. IV. | 10. IV. | 17, IV. | 10, IV.
- Der, Hafen von Libau hatte Ende Januar ‚eine feste Eisdecke. Eine solche
erschien auch ‚auf See verschiedene. Male vor Lyserort, zuerst schon am 3. II,
Von Libau aus wurden größere Treibeismassen‘ vor der Küste zum ersten Male
am 9. II, zum letzten Male am 9. IV. gemeldet.‘ 0 .
;B. Die Wiedereröffnung der Schiffahrt, |
_ 6. Schwedische .. Gewässer. ‚südlich von Stockholm... An der. Westküste
wurde Udevalla erst am 10. IV. durch eine Rinne im Eise zugänglich. . Gothen-
burg, Varberg, Halmstadt und andere Häfen waren aber Mitte März schon offen
oder ganz’ eisfrei, doch lag am 16. HI. ein durch Westwind herbeigetriebener
Gürtel von Packeis vor der Küste. von Marstrand bis Morup und die Feuer-
schiffe »Fladen«, »Svinbadan« und »Flintrinne« waren sogar am 20. IV; noch