Keihe 61.
685 m., 29, I. 1912
75°22’S-Br., 31°55 W-Lg.
m | t° E | S 0 [09%
x 2427 33.64'
50 — 6383| 34.40
200, — 1.77 3451|
400 — 1,93] 34.60
DR 34.69
685 | — 1.95} 34.70
102
7
>
Brennecke, W.: F, Nansen: Spitsbergen Waters.
Tabelle II.
"x
Reihe 62A. ° . Reihe 62B.
182 m. ‚31. I. 1912 * . 158m. 13. IL 1912 |
77°40'8-Br., 34°54' W-Lg. 77940’ S-Br., 34°54' W-Lg.
m | t° |S%%9 [02%)ı m |-t° |S 9 102%
Reihe 62C,
138 m. 29. II. 1912
77° 40’ S-Br.,
34° 54' W-Lg.
I t°9
_-
8
791
75
34.05
30.15
2718
99
99
27
O
16
2
— 21
— 4,17
092
34.13
34.13
34.15
34.16
n
96 )
7 10
97 25
97 50
96 | 100
96 138
— 1.40
— 1,28
1.27
1.26
1.25
293
*) Relativer Sauerstoffgehalt oder Sättigungsprozente des Sauerstoffs,
Reihe 61 wurde in dem Schelfbecken, das die „Deutschland“ vor dem Er-
reichen des Inlandeisrandes durchfuhr, genommen; Reihe 62A bis 62C zeigen die
vertikale Temperaturverteilung und ihre zeitliche Veränderung vor dem Inland-
eisrand in der Vahsel-Bucht. Bei Reihe 61 ist die Temperaturschichtung anotherm;
das Becken ist in den tiefsten Schichten mit Wasser angefüllt, dessen Temperatur
dicht am Gefrierpunkt liegt, in den oberen Schichten ist die Temperatur etwas
höher. Die Zahlen über Sauerstoffgehalt bei Reihe 61 zeigen, daß mit Ausnahme
der obersten Schicht der Sauerstoffgehalt sehr herabgesetzt ist, daß also das Wasser
schon längere Zeit nicht mit der Atmosphäre in Berührung gewesen ist. Ganz anders
sind die Verhältnisse auf dem flachen Schelf am Inlandeisrand. Bei den Beobach-
tungen am 31. 1. finden wir eine mesotherme Temperaturschichtung und eine gute
Durchlüftung des Wassers mit Sauerstoff bis 100 m Tiefe, 14 Tage später hat die
Temperatur in allen Tiefen zugenommen, und der relative Sauerstoffgehalt beträgt
gleichmäßig von der Oberfläche bis zum Boden 96 bis 97% , Ende Februar macht
sich schon wieder eine Erkaltung der gesamten Wassermenge infolge jahreszeitlichen
Fortschritts geltend, von der Oberfläche nach unten fortschreitend, so eine kato-
therme Schichtung hervorrufend.
Unsere Beobachtungen im äußersten Süden ergeben also eine vollständige
Abwesenheit der dichothermen Schichtung und keinen nachweisbaren Einfluß des
Eises auf die vertikale Temperaturverteilung. Hiermit soll nicht gesagt werden,
daß die gewaltige Inlandeismauer überhaupt keinen Einfluß auf die Meerestempera-
turen habe, ein solcher ist ja sicher vorhanden, aber die Zirkulation über den flacheren
Gebieten und die Wirkung der zugeführten oder. abgegebenen Wärmemengen lassen
den abkühlenden Einfluß des. Eises auf die Meerestemperatur nicht in die Erscheinung
treten. —
Das Tiefenwasser des Nordpolarbeckens. Die Bestimmungen des Salzgehalts
auf der „Fram‘“-Expedition mittels Aräometer hatten für die Tiefenschichten Werte
von etwa 35.10%. ergeben,!) so daß Nansen zu der Überzeugung gekommen war,
daß die tieferen Schichten des europäischen Nordmeeres mit einem Salzgehalt von
34.90% von den Tiefenschichten des Polarbeckens durch einen unterseeischen
Rücken zwischen Grönland und Spitzbergen getrennt sein müßten. Nansens Plan 1912
war, Nord von Spitzbergen Wasserproben aus Tiefen von mehr als 1000 m zu sammeln,
um einwandfrei nach modernen Method-n den Salzgehalt der Tiefenschichten des
Nordpolarbeckens zu bestimmen. Dieser Plan gelang nicht vollständig wegen der
ungünstigen Eisverhältnisse, die nur ein Vordringen nördlich der Hinlopenstraße
bis 80° 36’ N-Br., 16° 17’ O-Lg. mit einer Tiefe von 620 m erlaubten, die wahr-
scheinlich einem unterseeischen Kanal angehört, der mit den größeren. Tiefen des
Polarbeckens in Verbindung steht. Hier wurde in 580 m Tiefe eine Temperatur
von. 0.43° und ein Salzgehalt von 34.905%, beobachtet; die entsprechenden
Beobachtungen in 500m Tiefe ergaben 1.41° und 34.93% ,, in 400 m 1.68° und
34.91 9/0. Nansen sagt nun. „das kalte Wasser in 580m ist ‚augenscheinlich
. 1) Ursprünglich waren Werte von über 35.2 % 9 gemessen worden, die aber bei einer Revision
von Nansen auf 35.1 %o9 heruntergeseizt wurden.