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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1917.
in den Fjorden auszuführen in Fortsetzung der Beobachtungen von Isachsen,
die von Helland-Hansen und Nansen in der Abhandlung „The Sea West of
Spitsbergen““!) diskutiert worden sind, und schließlich galt es noch eine neue Methode
der Tiefenstrommessungen von dem an einer Eisscholle verankerten Schiff aus zu
erproben. — Die Hauptergebnisse der Untersuchungen seien im folgenden kurz
erörtert.
I. Die Ergebnisse der Temperatur- und Salzgehaltsbeobachtungen.
Allgemeines, Die Exaktheit der Beobachtungen wird durch die Erfahrungen
Nansens und durch seine kritische Erörterung der möglichen Fehler gewährleistet.
Die benutzten Wasserschöpfer waren zum Teil eigene Konstruktionen von Nansen;
der Ekman-Schöpfer hat nicht immer zuverlässig gearbeitet. Eines der Richter-
Thermometer ergab zeitweise richtige, zeitweise falsche Ablesungen, die nur dadurch
erkannt wurden, daß stets zwei Thermometer gleichzeitig versenkt worden sind.
Die geschöpften Wasserproben wurden in Flaschen mit Patentverschluß aufgehoben,
was sich gut bewährte; sie wurden später mit dem Zeißschen Wasser-Interfero-
meter, konstruiert von Dr. Löwe mit Abänderungen nach Nansens Angaben, unter-
sucht. Das Interferometer hat in seiner jetzigen Form sich sehr bewährt und ge-
stattet eine größere Genauigkeit der Salzgehaltsbestimmung als die Methode der
Chlortitrierung.
Das Bankwasser. Vier Reihen, die auf der Bank, auf der die Bären-Insel
liegt, genommen wurden, .zeigen je nach der geringeren oder größeren "Tiefe mehr oder
weniger große Gleichförmigkeit von der Oberfläche zum Boden hin. Nansen führt
Fir. 1 diese Gleichförmigkeit als weitere Bestätigung
> seiner Hypothese an, daß das in den höheren
Breiten während des Winters durch Ver-
tikalzirkulation bis zum Grund abgekühlte
und homogene Wasser auf den Bänken bis
weit in den Sommer liegen bleibt. Dies lange
Verbleiben des Wassers auf den Bänken soll
hier durch eine sehr geringe horizontale
Zirkulation des Wassers veranlaßt sein, die
langsame Bewegung soll verursacht sein
durch die Unebenheiten des Bodens. — Ob
der Wasseraustausch in horizontaler Rich-
tung wirklich so gering hier auf den Bänken
ist, wissen wir nicht. Meines Erachtens ist
die stetige intensive Durchmischung des
Wassers infolge - der starken Gezeitenbe-
wegungen auf den Bänken, welche Gleich-
förmigkeit zwischen Oberflächen- und Tiefen-
schichten herzustellen bestrebt ist, wohl als
Hauptursache für diese Gleichförmigkeit
anzusehen?)., Andernfalls würden die unter
der Oberfläche liegenden Schichten noch
die niedrigeren (Winter-)Temperaturen auf:
weisen, wie z. B.‘ Station 1, südöstlich der
Bären-Insel über tieferem Wasser, während
die Oberflächenschichten wärmer sein würden
infolge der jahreszeitlichen Erwärmung; dies
ist aber nicht der Fall.
Der Spitzbergen Atlantische Strom. Nansens Beobachtungen hier (siehe
das Kärtchen Fig. 1) ergänzen die umfassenderen Untersuchungen der Isachsen-
Expedition 1910, mit denen sie verglichen werden. Der höchste beobachtete Wert
des Salzgehalts betrug 35.04% südwestlich von Spitzbergen. Allgemein ergab
‚ Ebenda, Christiania 1912,
2) Vgi. hierzu die amerikanischen Beobachtungen auf den Bänken an der Küste von Neu-
Schottland. Ann. d. Hydr. usw. 1916, S. 301.