Pettersson, H.: Zur Technik der Dichtigkeitsbestimmung von Meerwasser. 925
sind und von periodischen Veränderungen in der Tiefe der unteren Schlauchmündung
herrühren, welche ihrerseits von rhythmisch veränderlichen Horizontalströmungen
im. Wasser bewirkt werden könnten!). Da aber die die Seiches’‘ begleitenden
Strömungen gewöhnlich gar zu unbedeutend sind, um so große Verschiebungen
des schweren Bleilotes zu bewirken, erscheint diese zweite Erklärung wenig wahr-
scheinlich. Eine endgültige Entscheidung zwischen beiden‘ Erklärungen kann nur
durch ‚fortgesetzte Beobachtungen an der Gullmarschwelle, mit Strommessungen
kombiniert, gegeben werden. |
Schon während dieses Herbstes hoffe ich, daß mit ähnlichen Instrumenten
Dauerbeobachtungen von einigen Feuerschiffen gemacht werden können. Ich bin
yegenwärtig damit beschäftigt, das hydrostatische Densitometer selbstregistrierend
zu machen, was aber auf bedeutende technische Schwierigkeiten stößt. '
‚Es gibt zuletzt noch eine Anwendung dieses Instruments, nämlich die vertikale
Dichteverteilung in den oberen Schichten des Meeres schnell zu bestimmen. Zu
diesem Zweck nimmt man zwei etwa 30 m lange Gummischläuche und befestigt
ihre unteren Mündungen vertikal übereinander in einem unveränderlichen Abstand
von etwa lm. Wenn man dann dieselben Meter für Meter senkt oder erhebt,
so wird der Stand des Toluols jedesmal anzeigen, um wieviel die Dichte einer ver-
tikalen Wassersäule von 1 m Länge sich von der Dichte des Füllwassers unterscheidet.
Man erhält somit eine kontinuierliche Kurve für die vertikale Dichtigkeitsverteilung,
welche besonders für hydrodynamische Untersuchungen sehr wertvoll ist. Um die
Empfindlichkeit des Instruments zu erhöhen, kann das Toluol gegen eine andere
Flüssigkeit von größerer Dichte vertauscht werden. Dann wird die Differenz dr — 0,
sowie der Faktor 7 kleiner, so daß eine gegebene Dichtedifferenz zwischen dem Fjord-
wasser und dem Füllwasser einen viel größeren Ausschlag bewirkt. Mit einer Mischung
(von 2 Teilen Dibromäthylen und 9 Teilen Toluol) von der Dichte 0.976 wird z. B.
eine Verschiebung der Flüssigkeit von 1 mm einer Salzgehaltdifferenz von 0.1 % 9
entsprechen. Mit einer einzigen Hebung von den Schlauchmündungen von 30 m
Tiefe bis zur Oberfläche wäre somit in kurzer Zeit eine Übersicht der Dichtigkeits-
verteilung zu erhalten, welche: der vermittels Wasserschöpfers und Aräometer zu
erhaltenden an Genauigkeit wenigstens gleichkommen sollte. ;
Versuche nach dieser Methode werden gegenwärtig unternommen. Die ein-
zige Schwierigkeit scheint dabei in dem Auftreten von beträchtlichen Kapillar-
kräften zu bestehen, was die Empfindlichkeit bedeutend heruntersetzt. Durch
Verwendung von einem weiteren U-Rohr wird hoffentlich dieser Nachteil größtenteils
beseitigt werden.
Bornö, Oktober 1916.
Hans Pettersson.
F. Nansen: Spitsbergen Waters.
Unter Hinzuziehung eigener Beobachtungen besprochen von Dr. W. Brennecke.,
Im Sommer 1912 hat Fridtjof Nansen mit seiner kleinen Jacht „‚Veslemöy““‘
eine Kreuzfahrt in die Gewässer westlich und nördlich von Spitzbergen unternommen,
deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Die Fahrt ist mit den denkbar einfachsten Mitteln
ausgeführt worden, die Besatzung der Jacht betrug nur 4 Mann, zu denen sich noch
cand. mag. Gröhndahl und Nansens 15jähriger Sohn gesellten; Nansen selbst
hatte die Führung der Jacht. Zwei Monate hat die Fahrt gedauert, die bis 80° 39’
N-Br. in den Eisgürtel nördlich von Spitzbergen führte, wo das weitere Vordringen
durch schweres Eis verhindert wurde. Zweck der Fahrt war: Exakte Salzgehalts-
beobachtungen aus den Tiefen nördlich von Spitzbergen zur Kontrolle der früher
auf der ‚„Fram‘“-Expedition (1893—1896) im Nordpolarbecken ausgeführten Be-
stimmungen zu gewinnen, ferner Untersuchungen über den Einfluß der Eisschmelze
4 Svenska Hydrografisk Biologiska Kommissionens Skrifter V. :
2) Oceanographice observations during the eruise of the -»Veslemöy«: to Spitsbergen in 1912,
Vidensk, Skrifter, I. Mat.-Naturw. Klasse 1915 Nr. 2. Christiania 1915.