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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

350 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1917. 
gegißte Bestecksort. Auch hier ist wieder die Breite zu errechnen, unter der 
die Höhengleiche den Meridian des Loggeortes O„ schneidet, also die Breite des 
Bestimmungspunktes B. Zieht man im ‚\ PxEB von E aus den projizierten 
Höhenparallel des Nordsterns bis zum Schnittpunkt mit dem gegißten Meridian H, 
so daß BH=z wird, und fällt man von E aus das sphärische Lot auf den 
Meridian EL, so ist: . 
BPv=BH-+LPy—LH 
oder 90 — qn == 90 —h +LPy— LH 
oder gg=h— LP; -+LH. 
Betrachtet man das kleine ‘ EPyL als eben und bezeichnet man LH mit 
v, so erhält man: 
Pp=h-—p cost-+v, 
woraus dann in bekannter Weise entwickelt wird: 
ph I ++ UIL 
Auch hier ist aus der Figur deutlich zu ersehen, daß die Standlinie durch 
den so gefundenen Bestimmungspunkt B senkrecht zum Azimut verlaufen muß, 
und daß man vor allem nicht die Breite des Schiffsortes, sondern nur die Breite 
des Bestimmungspunktes erhält, 
Ich habe mit diesen Darstellungen der Längen- und Breitenmethode an 
der Kugel im Unterricht die besten Erfahrungen gemacht und fand alle Schwierig- 
keiten, die sich sonst immer wieder dem. Verständnis entgegentürmten, behoben. 
Die Verwendung des Röhrenpegels als Hilfspegel bei der Vermessung. 
Von 6. Tietz. Berlin - Steglitz. 
A. Als fester Strandpegel. Bei Vermessungen von Küsten- 
gewässern an solchen Stellen, wo kein fester Pegel vorhanden 
ist, muß man sich am Strande einen Hilfspegel aufstellen, um 
aus Beobachtungen des Wasserstandes an diesem die geloteten 
Tiefen auf ein bestimmtes Niveau beschicken zu können. Man 
benutzt dazu bekanntlich meist einen gewöhnlichen Stab mit 
Einteilung in Dezimetern, den man an einer geeigneten Stelle in 
der Nähe des Strandes auf möglichst tiefem Wasser in den Grund 
treibt. Die Ablesungen dieses Pegels, die, vom Lande aus er- 
folgen, leiden aber häufig unter dem Übelstand, daß sie bei 
Seegang nur geschätzt werden können; durch stärkeren See- 
gang werden sie bisweilen ganz unmöglich gemacht. Diesem Übel- 
stand läßt sich durch die Verwendung des bekannten Röhrenpegels 
abhelfen (siehe Fig. 1). 
Dieser Pegel besteht erstens aus einem eisernen Rohr (1), 
das an passender, für die Ablesung von Land aus günstiger Stelle 
Auf nicht zu flachem Wasser in den Grund getrieben wird; es 
ist unter Wasser mehrfach durchlöchert. (Oder man treibt einen 
Pfahl in den Grund und befestigt an diesem das Rohr.) Zweitens 
aus einer mit dem Rohr verbundenen Pegellatte (2). Drittens 
aus dem Schwimmer (3), an dem ein dünner, leichter Stab, der 
Schwimmerstab (4) befestigt ist. Dieser trägt oben einen Zeiger (5) 
and wird beim Steigen und Fallen des Wassers an der Pegellatte 
A, Strandpegel. auf und niedergeführt. Damit der Schwimmerstab immer dicht 
Pegelrohr. an der Pegellatte entlanggleitet, wird an dieser je nach der Form 
See des Schwimmerstabes ein Ring oder ein Vierkant als Führung 
chwimmer. . . 
Schwimmerstab. angebracht, oder man kann auch dem Rohr oben eine Haube 
Zeiger. aufsetzen, in welcher der Schwimmerstab geführt wird. An dem 
Gegengewicht. Schwimmer wird eine Schnur befestigt, oben über eine Rolle ge- 
Da 
A 
a3
	        
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