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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1917.
b. Die Meridianbreite,
Befindet man sich auf der Länge des Projektionspunktes eines Gestirns
und beobachtet dessen größte oder kleinste Höhe, so ist die Berechnung der
Breite des Bestimmungspunktes, der in diesem
Falle gleichzeitig der Schiffsort ist, besonders
einfach, da im Augenblicke der größten oder
kleinsten Höhe das Gestirn im Meridian des
Bestimmungspunktes stehen und sein Azimut
N oder S sein muß. Die vier Fälle der Meridian-
breite veranschaulichen die vier Bestimmungs-
punkte B,, B, (diese in Verbindung mit E) und
B, und B, (diese in Verbindung mit E,) (Fig. 3).
Gibt man in den drei ersten Fällen (Gestirn
im oberen Meridian) dem Zenitabstand, je
nachdem er vom Projektionspunkt nach N oder
S fällt, die Vorzeichen + und —, so erhält
man bei den üblichen Vorzeichen von @ und $
PB. = (Az) +8
PB = FIN = eh
PB: = (Hz)
Im 4, Falle (Gestirn im unteren Meridian) ist:
Pr. = 10 — (+8) = W-—z+90—ö = p+h.
Man erhält also die Breite, aber auch nur die Breite des Bestimmungspunktes,
ohne den gegißten Ort überhaupt zu benutzen.
X
x
€. Die Nebenmeridianbreite.
Besondere Schwierigkeit bereitet es gewöhnlich, diese sogenannte Neben-
meridianbreite dem Schüler als ein Standlinienverfahren zum Verständnis zu
bringen, solange man hierbei die Breitenmethode und nicht die Höhenmethode
bevorzugt. Auch hier dürfte die folgende Darstellung in Verbindung mit der
Höhengleiche alle Schwierigkeiten beheben,
In Fig. 3 (rechts) sei E, wieder der Projektionspunkt des beobachteten
Gestirns, z sein Zenitabstand, Og der gegißte Schiffsort, für den das Gestirn mit
östlichem Stundenwinkel kurz vor der Kulmination steht. Auch hier stellt die
Breitenmethode wieder die Aufgabe, die Breite zu errechnen, unter der der ge-
gißte Meridian von der Höhengleiche geschnitten wird, also die Breite des Be-
stimmungspunktes B, d.h. den Bogen B,F. Zieht man durch E, den auf die
Erde projizierten Deklinationsparallel des Gestirns, der den gegißten Meridian
in K schneidet, so ist B,F — B;,K + XKF also gs; = zo + 6, denn KB, ist weiter
nichts als der Meridianzenitabstand des Gestirns für B,, wenn das Gestirn in K
stände, also für B; kulminierte,. Wäre es mir also möglich, aus bekannten
Größen zu ermitteln, wie groß der Meridianzenitabstand des Gestirns sein müßte,
wenn es im Augenblick der Beobachtung nicht in E,, sondern schon in K stände,
also schon kulminierte, so hätte ich damit diese Nebenmeridianbreite auf eine
Meridianbreite zurückgeführt. Nun kann ich zwar zg nicht unmittelbar be-
rechnen, aber ich bin doch in der Lage, zy mittelbar aus dem beobachteten z
und /\ z abzuleiten, wobei /\z=z-—2Z, Oder mit anderen Worten die Anzahl
Bogenminuten bedeutet, um die die Höhe des Gestirns am Orte B;, vom Zeit-
punkt der Beobachtung bis zur Kulmination noch zunimmt oder der Zenitabstand
abnimmt, Da die Höhe in der Nähe des Meridians sich nur sehr langsam
ändert, erhält man /\z mit genügender Genauigkeit, trotzdem man es mit den
unsicheren Koordinaten des gegißten Bestecks berechnen muß.
Trage ich in Fig. 3 B,K (zo) von B; aus auf B, E, (z) ab bis H, so ist
E,;H=2—2z, = Az (gewöhnlich Ah genannt). Dies /\ z erhält man nach be-
kannten Formeln, unter denen ich für ein bequemes Tafel-Rechnen die Marine-