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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

338 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1917,

hierin bedeutet 1 die doppelte Länge des Kanals von seiner Mündung bis zum inneren
Ende und h, die mittlere Tiefe des Kanals; 4, ist die Breitenkorrektur, 4; die Volumkorrektur,
 die sich beide bei Kenntnis der Querschnitte in einfacher Weise ermitteln
Jassen. Bei Kanälen, die ganz unvermittelt ins offene Meer münden, kommt noch
eine kleine Mündungskorrektion hinzu.
Bei den Seiches des Südhafens müssen wir den Mündungsknoten wohl in die
Einengung bei der Insel Kavalianis verlegen; der Schwingungsbauch liegt natürlich
bei Chalkis (Süd). Man erhält aus den Ausmessungen der Bucht
x = 56°6 km, b, = 7733 km, Si = 0345 km?, ho == © = 44.61 m
45=— — 01418 und As = — 02352
und schließlich:
z— 6734 Sekunden — 1:87 Stunden.

Das Ergebnis stimmt mit dem aus den Beobachtungen abgeleiteten Wert von
1:84 Stunden sehr gut überein. Eine Miändungskorrektion wurde nicht angebracht,
da der stetig breiter werdende Golf von Petali einen sehr allmählichen Übergang
vermittelt.
Die Seiches des Südhafens sind demnach theoretisch erklärt; die einfach
geformte Bucht, die Einengung bei der Mündung, die relative Nähe des offenen
Meeres bedingen auch größere Amplituden, wie es auch die Beobachtungen zeigen.
Schwieriger zu erklären sind die Seiches des Nordhafens. Die Übereinstimmung
 der Periode im Nordhafen von C(‘halkis (1:43) mit jener im Hafen von
Volo (1:45) hätte erwarten lassen, daß es sich um eine Schwingung des ganzen
Kanals handelt, es scheint jedoch nicht so zu sein.
Die Eigenperiode des ganzen Nordkanals, also des Talantischen Euripus,
des Oreoskanals und des Kanals von Trikeri zusammen, ergibt sich bei einer
Schwingung mit einem Knoten zu 6:00 Stunden; bei Einschaltung eines weiteren
Knotens, also auch eines weiteren Schwingungsbauches, ergibt sich die Periode
zu 0:962 Stunden. Die Anbringung einer Mündungskorrektur ist hier wohl angebracht;
 mit ihr erhöhen sich die Werte auf 649 Stunden und 1:04 Stunden.
Hierbei wurden der Malische Golf und der Golf von Volo nicht berücksichtigt.
Durch ihr Hinzutreten ändert sich die mittlere Tiefe des ganzen Schwingungsgebietes,
 durch Änderung der Breite und der Querschnittsfläche einzelner Querschnitte
 kann auch die an bestimmten Stellen vorhandene Ausbuchtung rechnerisch
 ausgeglichen werden. Rechnet man dies alles noch einmal durch, so findet
man für die einknotige Schwingung 5043 Stunden, für die zweiknotige 1'154 Stunden;
durch die Mündungskorrektur erhöhen sich die Werte auf 5:45 Stunden und
1:25 Stunden.
Die erste dieser Perioden kommt nicht in Betracht, da Seiches dieser Dauer
nicht ermittelt wurden. Die zweite Periode nähert sich den in Volo und Chalkis
beobachteten Perioden ziemlich; bei den komplizierten Gestaltverhältnissen kann
die Theorie doch nur rohe Näherungswerte liefern. Die Lage der Schwingungsbäuche
 und Knoten ist durch die Konfiguration des ganzen Kanals fast gegeben;
bei Chalkis (Nord) und an der Mündungsstelle des Malischen Golfes sind die Schwingungsbäuche,
 in der Mitte des Talantischen Euripus und an der Mündungsstelle
des Kanals von Trikeri ins offene Meer die Schwingungsknoten zu erwarten.
Diese Schwingungsart entspricht fast einer für sich abgeschlossenen erzwungenen
 Schwingung des Talantischen Euripus und des Malischen Golfes, als
See aufgefaßt ; die Eigenperiode dieses Sees, die wie v. Sterneck nachwies, 0:96 Stunden
beträgt, fällt aber wesentlich kleiner aus als die Periode der aufgezwungenen
Schwingung, die etwa 1:3 bis 1:4 Stunden beträgt. Schon deshalb ist zu erwarten.
daß die Hubhöhen der Seiches des Nordhafens klein ausfallen werden.
Während also im Südhafen von Chalkis die einfachste der möglichen Schwingungsformen
 auftritt und deshalb sich Amplituden ziemlicher Größe entwickeln
können, sind im nördlichen Kanal der komplizierten orographischen Verhältnisse
wegen, die Schwingungen klein und unausgesprochen. Da die einzelnen Teile
hinsichtlich ihrer Eigenperiode nicht gut zueinander abgestimmt sind, werden dem
Schwingungsvorgange gewissermaßen Zwangsbedingungen auferlegt; die Folgen
            
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