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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie. Januar 1917.
kontinuierliche Beobachtungen der internen Bewegungen in der Landferne ist schon
vor mehr als zwei Jahren im Ausland bestellt worden, ist aber des Krieges wegen
leider noch nicht fertig.
B. Hydrostatisches Densitometer. (Figur 2.)
Um die internen Bewegungen in möglichst einfacher Weise verfolgen zu
können, habe ich neulich ein Instrument, frei von den beiden letzten der oben erwähnten
Nachteile, konstruiert. Das Prinzip wird durch die schematische Figur 2 deutlich
gemacht. ABC ist ein vertikales, etwa 1m langes U-Rohr aus Glas von 8 bis
10 mm lichter Weite, oben mit einem gut eingeschliffenen Hahn versehen. AK
und CF sind starkwandige Gummischläuche, welche bis zu 2 bzw. 25 m Tiefe herab-
häfigen. Durch Saugen bei B wird das System mit Wasser aus dem Fjord gefüllt,
welches dann wieder durch Einlassen von besonderem Füllwasser verdrängt wird.
Letzteres soll eine Dichte haben, welche ungefähr
einen Mittelwert von den Dichten in 2 m und in
25 m Tiefe hat, d. h. öp co 4 [ö,; +0,11). Zuletzt
wird eine spezifisch leichtere, mit Wasser un-
vermischbare Flüssigkeit, etwa bis zur halben
Länge des U-Rohres, eingefüllt (geschwärzt in der
Figur). Zu meinen bisherigen Versuchen habe
ich gewöhnlich mit Azoamidobenzol rotgefärbtes
Toluol benutzt (eigentliches Gewicht bei 15° un-
gefähr öy = 0.88).
Wenn nun die mittlere Dichte des Fjord-
wassers öm zwischen 2 und 25 m Tiefe derjenigen
des Füllwassers gerade gleichkommt, so wird das
Toluol gleich hoch in beiden Schenkeln des U-
Rohres stehen. Werden dann aber durch interne
Bewegungen die unteren Schichten gehoben oder
gesenkt, so wird auch ö„ entsprechend zu- oder
abnehmen, und das Toluol muß in AB steigen,
in CB sinken, oder vice versa, um das Gileich-
zewicht wieder herzustellen. Die Verschiebungen
der sehr deutlich wahrnehmbaren Schichtgrenze
zwischen Toluol und Wasser, welche auf einer
vertikalen Skala bis auf 1 mm genau unschwer
abgelesen wird, werden also die internen
Bewegungen im Fjordwasser abspiegehn,
und zwar in einem r= mal verkleinerten Maßstab wo
öÖF — 6J
ze
‚Die Formel gilt selbstverständlich nur für
einseitige Bewegungen (Parallelverschiebungen)
. der Schichtgrenzen, und streng nur für solche von
kleiner Amplitude. Bei komplizierteren Bewegungen, z. B. bei doppelseitigem An-
schwellen einer intermediären Schicht, wäre es sogar theoretisch möglich, daß die Be-
wegung ohne Einfluß auf das Instrument verlaufen würde, wenn nämlich ö„ dabei
konstant bliebe. In der allergrößten Mehrzahl der Fälle wird aber das Instrument die
vorhandenen Bewegungen treu wiedergeben. Um bei längerem Benutzen des Apparates
die Vermischung des Füllwassers mit Fjordwasser möglichst herabzusetzen, sind die
Gummischläuche unten mit horizontalen Spiralröhren aus Messing verbunden. Über
eine kurze Strecke sind diese ziemlich stark verjüngt, teils um die oben genannte Fehler-
quelle vollständiger zu eliminieren, teils um den störenden Einfluß des Wellen-
t=25
‘) Genauer ör = 93 ty / Ööt«dt, wo t die Tiefe und dt die Dichtigkeit als Funktion der-
1
selben bedeutet.