Hesselberg, Th. u. Birkeland, B. J.: Über die Steigegeschwindigkeit der Pilotballone. 315
oder wenn man:
VO.0012E
setzt
— .1/0.0012 VA
v=a V DD
(3)
Da der Koeffizient a umgekehrt proportional der Quadratwurzel von k ist,
wird er von einem kleineren zu einem größeren Wert übergehen, indem. R eine be-
stimmte Grenze überschreitet.
Bei unseren Ballonversuchen in der Trefoldighetskirche, in Kristiania fanden
wir für die nicht belasteten Ballone im wesentlichen zwei verschiedene Werte für
den Koeffizienten a, und zwar war der Übergang von dem einen Wert zu dem anderen
ziemlich scharf... Für belastete Ballone fanden wir durchschnittlich größere Werte
für a als für die nicht belasteten.
Wir glaubten damals nicht, daß die Belastung den Luftwiderstand wesentlich
verringern könnte, vielmehr meinten wir, daß die Ursache darin zu suchen war,
daß der Koeffizient a mit abnehmendem Auftrieb wuchs.
Indessen hat J. S. Dines?!) bei seinen Versuchen auch gefunden, daß der
Koeffizient a mit der Belastung zunimmt. Er hat dann, statt den Auftrieb des Ballons
durch Belastung zu ändern, dasselbe durch Einmischung von Kohlensäure in dem
Wasserstoff des Ballons erreicht. Die neuen Versuche zeigten keine Änderungen
von a mit dem Auftrieb. Er konnte deshalb schließen, daß Belastung den Luftwider-
stand verringert. Durch Anhängen eines kleinen Gewichts konnte er sogar die
Steigegeschwindigkeit eines Ballons größer machen.
Die Erklärung hierfür liegt nach Dines an der Hand. Wenn man einen
Pilotballonaufstieg beobachtet, ist es auffallend, daß der Ballon nicht in gerader
Linie mit unveränderter. Geschwindigkeit steigt, er nimmt vielmehr einen zick-
zackartigen Kurs. Man sieht auch, daß das Steigen des Ballons viel gleichmäßiger
ist, wenn ein Gewicht angehängt worden ist, Es ist dann wahrscheinlich, daß dieser
stabilisierende Einfluß die Ursache des schnelleren Aufstieges des belasteten
Ballons ist.
2, Die Steigegeschwindigkeit der Pilotballone in geschlossenen Räumen.
In unserer früheren Arbeit über die Steigegeschwindigkeit der Pilotballone
in geschlossenen Räumen arbeiteten wir unser ganzes Beobachtungsmaterial zu-
sammen, indem’ wir den Koeffizienten a als Funktion von dem Durchmesser D des
Ballons und dem freien Auftrieb A darstellten (Tab. II). Nach den Resultaten
von Dines ist es aber vorteilhafter, die belasteten und die unbelasteten Ballone
getrennt zu bearbeiten. Außerdem muß man nach Wenger die Versuchsergebnisse
nach den Werten der Reynoldschen Zahl gruppieren. In Übereinstimmung mit
diesen Gesichtspunkten haben wir das Beobachtungsmaterial einer neuen Bear-
beitung unterworfen und haben uns dabei nicht auf unsere eigenen Beobachtungen
beschränkt, sondern auch die Versuche von de Quervain, Hergesell und Dines
mitgenommen.
In Tabelle 1 sind die Resultate gegeben, welche die Versuche mit unbelasteten
Ballonen in geschlossenen Räumen gegeben haben. Die Tabelle enthält sämtliche
Versuche, welche von de Quervain, Hergesell, Hesselberg und Birkeland
samt Dines veröffentlicht worden sind, und zwar sind die verschiedenen Versuchs-
reihen in den verschiedenen Abteilungen der Tabelle gegeben. Unsere Versuche
sind in zwei Abteilungen geteilt, weil wir die. größeren Ballone mit einer Kapuze
und einem Netz versehen haben, um das Zerreißen des Ballons während der Versuche
zu vermeiden. Innerhalb jeder Abteilung sind die Versuche nach zunehmenden
Werten der Reynoldschen Zahl geordnet. ;
'äy J. 8. Dines: Rate of Ascent of Pilot Balloons. Quarteriy Journal of the Roy. Met. Soc. 1913.