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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1917, 
Gewitter selbst waren in dieser Zeit auch recht häufig, oft fanden die 
Entladungen ohne Begleitung von Regen statt. 
Der Verlauf der Witterung gestaltete sich im einzelnen wie folgt: 
Bis etwa zum 5, lag, geringe Änderungen abgerechnet, über dem Nord- 
meer ein Gebiet tiefen Druckes, über dem Kontinent dagegen ein umfangreicher 
Hockdruckkern. Bei dieser Luftdruckverteilung wehten an der ganzen Küste 
im wesentlichen westliche Winde, die am 3. an der Nordsee vereinzelt stürmischen 
Charakter annahmen, sonst traten während des ganzen Monats stürmische 
Winde nicht auf. Eine durchgreifende Änderung der Wetterlage trat im Laufe 
des 5. ein. Über dem Nordmeer und der Nordsee stieg der Luftdruck sehr 
stark, während sich über Finnland bis zur südlichen Ostsee von Norden her ein 
Tiefdruckgebiet ausbreitete, Infolgedessen war am 6. die Luftströmung nördlich 
mit einer östlichen (an der Nordsee) oder westlichen Komponente (an der öst- 
lichen Ostsee). Die Wetterlage war jedoch nicht beständig. Das Hochdruck- 
gebiet über dem Nordmeer verlagerte sich schnell ostwärts über Skandinavien, 
während sich das Tiefdruckgebiet bis nach Südrußland ausbreitete, Im Westen 
über Frankreich und dem Kanalgebiet bildete sich ebenfalls ein Tiefdruckgebiet 
aus. Kleine Änderungen abgerechnet, bestimmte diese Wetterlage bis zum 18. 
das Wetter an unserer Küste, Die Luftströmung war meistens Östlich, an der 
östlichen Ostsee nördlich, der Himmel heiter, die Temperaturen lagen jedoch 
noch nicht allzu hoch. Das Wachsen der Temperaturen begann erst, als sich 
am 14. das skandinavische Hoch südwärts zu verlagern begann. Es vereinigte 
sich mit einem anderen von Frankreich kommenden Hochdruckkern zu einem 
kontinentalen Hochdruckgebiet, das zwar langsam südwärts wanderte, jedoch bis 
etwa zum 19. die Witterung an der Küste bestimmte. Ein Tiefdruckgebiet, das 
schon am 14. über dem Nordmeer zu bemerken war, konnte erst am 20. Ein- 
fluß gewinnen. Die Winde bis zum 19. waren schwach, ihre Richtung meist öst- 
lich, später südlich, jedoch mit der Gegend sehr veränderlich, Die Temperaturen 
lagen außerordentlich hoch, gegen Ende des zweiten Monatsdrittels wurden über- 
all 30° überschritten. Am 20. hatte sich das kontinentale Hochdruckgebiet unter 
starker Verflachung bis zum Südosten des Erdteils zurückgezogen, während sich 
das Nordmeertief so weit genähert hatte, daß es — zunächst an der Nordsee — 
Einfluß auf die Witterung gewinnen konnte, Eine beständige Wetterlage bildete 
sich im letzten Drittel des Monats nicht mehr aus. Ein Kerntief trennte sich im 
Laufe des 21. vom Nordseetief ab und wanderte erst östlich bis zur westlichen 
Ostsee, dann — unter starker Ausdehnung — sehr schnell nördlich, so daß es 
am 23. morgens schon über dem nördlichen Skandinavien lag. In seinem Rücken 
stieg der Luftdruck wieder erheblich, so daß bis zum 24. eine Luftdruckver- 
teilung ähnlich derjenigen am Anfang des Monats über dem Erdteil lag. Die 
Winde drehten wieder westlich (abgesehen vom Osten, wo nur schwache Luft- 
hewegung war), es fanden verbreitete Gewitter mit Regen statt, die Temperaturen 
waren wieder niedriger, blieben jedoch im Osten bedeutend höher als im Westen. 
Der Hockdruckkern, der sich am 25. über Mitteleuropa gebildet hatte, zog nord- 
östlich ab und lag am 27. über der Ostsee. Das atlantische Tief hatte sich 
wieder südwärts ausgebreitet und reichte mit einem Ausläufer bis Belgien. An 
den folgenden Tagen bildete sich über Deutschland wieder ein Tiefdruckgebiet 
aus — ein Kerntief lag am 30. etwa über Sachsen —, während in seinem Rücken 
über dem Ozean der Druck wieder stark stieg. Das Ostseehoch hatte sich unter 
Verflachung weit nach Rußland zurückgezogen. Bei diesen schnellen Änderungen 
wechselte die Windrichtung an der Küste häufig, die Temperaturen waren im 
Osten durchschnittlich sehr hoch, im Westen niedriger. Die Gewittertätigkeit 
war verbreitet und sehr lebhaft. auch mit vielen Niederschlägen verbunden. 
Berichtigung zu dem Aufsatz von K-K. Rottok: »Chronometerprüfungen, bei der franzö- 
sischen, englischen und amerikanischen Marine«. In der Tabelle auf S. 246 ist in der 2. Spalte 
(Zeile 9) statt — 0.0141 zu lesen — 0.0171. 
Druck und Verlag von E. S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei, 
Barlin SW. Kochetraße 8871.
	        
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