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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1917,
Die mittlere Ortszeit 14 30m auf der schwarzen Platte stellt man zwischen
8. und 9. August des Randkreises der Sternkarte so ein, daß sie in die Verlängerung
des einzuschaltenden Teilstriches 8. August 14h 30m fällt; dann markt
man den Punkt N57°0 34.7° Höhe auf der Sternkarte an, hält auf ihm den
Bleistift oder die Zirkelspitze fest und dreht die Sternkarte um 90° nach links.
Von der Zirkelspitze wandert man um 45° d. i. die Ortsbreite auf dem Höhenparallel
(44°) der schwarzen Platte, auf dem die Zirkelspitze nun steht, in das
Innere der Karte hinein, wo man auf den Stern Capella trifft. Der beobachtete
Stern war Capella. Fig. 2 und 3 veranschaulichen das Verfahren.
Die Auswertung der Standlinien
Von H. Gadow.
Die Bestimmung des Schnittpunktes der Standlinien nach Länge und Breite
durch Konstruktion auf der Karte ist für den Besteckrechnenden insofern umständlich,
als er meistenteils die Karte nicht selbst beim Abschluß der Rechnung
zur Hand hat. Um.ein fertiges Besteck, also einen nach Länge.und Breite bestimmten
Ort, zu erhalten, ist er daher gezwungen, die Konstruktion im Bevechnungsbuch
selbst oder auf besonders dafür vorhandenen Diagrammen vorzunehmen
oder aber den Schnittpunkt nach den verschiedenen dafür angegebenen
Formeln zu berechnen,
Unzweifelhaft ist die Konstruktion gleich im Berechnungsbuch die vorteilhafteste,
wenn dazu einfache Hilfsmittel zur Hand sind. Kompaßdreieck und
Zirkel sind hierfür aber zu groß und auch nicht immer zur Hand; es ist daher
der Zweck dieser Zeilen, ein Hilfsmittel vorzuschlagen, das das Zeichnen der
Standlinien und die Bestimmung des Schnittpunktes nach Länge und Breite in
einfacher Weise im Berechnungsbuch ermöglicht und die Benutzung des Zirkels
unnötig macht,
Der Standlinienteilkreis.
Eine durchsichtige, quadratische Zellonscheibe ist durch zwei sich rechtwinklig
schneidende Gerade in gleiche Teile geteilt, um deren Schnittpunkt ein
Kreis von 132 mm Durchmesser gezogen’ ist. Der Kreis trägt eine Gradteilung,
die von oben und unten nach rechts und links quadrantal beziffert ist, Außerhalb
des Kreises tragen die Quadranten die Bezeichnungen NW, SW, SO und NO.
Liegt der Teilkreis mit seinem Mittelpunkt auf einer den Meridian darstellenden
Senkrechten, so zeigt diese an der Kreisteilung an, welche Richtung die Mittellinie
des Teilkreises zum Meridian einnimmt oder in welchem Azimut diese
Mittellinie liegt. In Figur 1 geht der Nordteil des Meridians durch den Teilstrich
N70°W; wäre also ein solches Azimut zu ziehen, so müßte es in die
Richtung der Mittellinie des Teilkreises fallen, die wir somit Azimutlinie benennen
wollen. Nördliche Azimute werden oben am Meridian, südliche unten
eingestellt.
Es ist nun nicht die Aufgabe, Azimute zu ziehen, sondern Standlinien,
die rechtwinklig zu diesen verlaufen. Rechtwinklig zur Azimutlinie des Teilkreises
verlaufen die beiden abgeschrägten und mit der Bezeichnung »Standlinie«
versehenen Kanten des Teilkreises, die somit als Ziehkanten für die zu
zeichnenden Standlinien dienen. Außer der Richtung braucht man für die Konstruktion
der Standlinie noch .den Abstand derselben vom gegißten Ort in Seemeilen,
gemessen auf der Azimutlinie (4h). Um diesen Abstand an der Azimutlinie
des Standlinienteilkreises direkt einstellen zu können, ist diese mit einer
doppelten Teilung für Ah versehen, und zwar gilt die eine Richtung der Bezifferung
für + Ah, die andere entgegengesetzt verlaufende für — Ah. Der Nullpunkt
der Teilungen liegt im Schnittpunkt der Standlinien-Ziehkanten mit der
Azimutlinie, dieser gilt daher gleichzeitig als Leitpunkt der Standlinie (wahr-