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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

302 Ännalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1917. 
Karte zeichnen. Man hat also die zu zeichnende Größe in eine solche Lage über- 
geführt, daß sie gezeichnet werden kann. Dieser Meridian sei der Nullmeridian. 
Das benutzte Koordinatensystem möge Polsystem heißen. Zeichnet man 
in die Karte noch ein Koordinatensystem aus Groß- und Kleinkreisen ein, dessen 
Büschelpunkte auf dem Äquator und auf dem 90° Meridian liegen, so soll dieses 
System Äquatorsystem heißen. Der Zweck dieses, Systems ist, das Dreieck in 
seine richtige Lage zu- 
rückzuführen, so daß 
nun die Koordinaten 
des Sterns gemessen 
werden können. 
Figur 1 soll den 
Vorgang veranschau- 
lichen; die ausgezo- 
genen Linien gehören 
dem Polsystem, die ge- 
strichelten dem Aqua- 
torsystem an. Sei im 
Dreieck ZPG bekannt, 
PZ =— 90° — gg, 
XPZG= Ya. 
ZG=90°—h. 
Um das Dreieck zu 
zeichnen, verschiebe 
man Z nach P, also 
auf dem Nullmeridian 
um das Breitenkom- 
plement, nordwärts, 
Der Punkt P wird nun 
nach P”’ und der Punkt 
G nach & fallen, 
X PZG'=PPG' =. 
und PG — 90° — h. 
Durch den Punkt G geht ein Kleinkreis des Äquatorsystems. Durch die GroB- 
kreise dieses Systems ist der Kleinkreis in Unterabteilungen geteilt. Wandert man 
nun auf dem Kleinkreis um das Breitenkomplement zurück, so wird G’ auf G, P’ auf P 
und Z’ auf Z fallen. XZPG=t ist der Stundenwinkel, PG == 90° — ö der Pol- 
abstand des Gestirns. Beide Bestimmungsstücke des Sterns sind in solche Lage 
gebracht, daß sie gemessen werden können. 
Unbequem ist es noch, das Breitenkomplement zu bilden. Man kann diese 
zwar einfache, aber immerhin eine Fehlerquelle bildende Unbequemlichkeit um- 
gehen, indem man das alte Polsystem als Äquatorsystem und das alte Aquator- 
system als Polsystem betrachtet. Dann ist das Dreieck nicht um das Breiten- 
komplement, sondern um die Breite zu verschieben, Anstatt das alte Polsystem 
zu zeichnen, kann man sofort die Sternörter in die Karte einzeichnen. Es ist 
dann aber nötig, diese Sternkarte drehbar um den Pol auf einer Karte zu be- 
festigen, die das Äquatorsystenı darstellt, da die Sternkarte der täglichen 
Drehung des Himmels entsprechend eingestellt werden muß. 
In Tafel 15 ist das Äquatorsystem schwarz gezeichnet, während die Stern- 
karte in rot ausgeführt ist. Der Außenrand des schwarzen Netzes enthält eine 
Teilung von 0b bis 24h mit 10m Unterteilung, entsprechend den 24h des Tages. 
Der Rand der Sternkarte trägt eine Teilung nach Sternzeit. Die Bezifferung ist 
so gewählt, daß nicht die Sternzeit selbst, sondern das der Sternzeit im Mittag 
entsprechende Tagesdatum angeschrieben ist. Die Sternkarte ist aus durch- 
sichtigem Stoff hergestellt und in der Mitte des Äquatorsystems drehbar be- 
festigt. Da sich in der Zeitschrift die Befestigung nicht durchführen ließ, muß 
man beim Gebrauch die aufgeklebte Sternkarte ablösen und mit einer Nadel 
drehbar in der Kartenmitte befestigen. 
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