Eeckardt, W. R.: Über die Ursachen. der jahreszeitlichen Regenfälle in’ Afrika usw. 19
als vielmehr in dessen Zielgebieten, wo die aufsteigende und schwach zyklonale
Luftbewegung am urngestörtesten sich entwickelt, Das bestätigt auch die Untersuchung
von A, Hackenbroich‘), die u.a. ergibt, ‚daß hohe Windstärken zu
St. Helena in der Regel mit intensiven Trockenzeiten. zusammenfallen, während
die nördlich gelegenen Stationen des Festlandes z. B. nach den Perioden größerer
Windstärken auch stärkere Regen zu verzeichnen haben.. Daß däbei die Landfeuchtigkeit,
d.h. die mehrfache Umsetzung der ursprünglich doch ozeanischen
Feuchtigkeit, eine ungeheure: Rolle spielen muß, ist klar; das zeigt sich auch
schon deutlich über Vorderindien. Aber wir haben oben gesehen, daß für die
Ergiebigkeit der Niederschläge in Abessinien das Luftdruckgefälle vom Guineabusen
nach Nordosten, also die Feuchtigkeitszufuhr von dort maßgebend ist.
So stellen jedenfalls die verschiedenen Länder, Afrikas besonders hinsichtlich
der Regenverhältnisse?) der meteorologischen Forschung noch manche
lohnende Aufgabe, von deren Lösung natürlich in erster Linie die Wettervorhersage
Nutzen ziehen würde. Daß sich diese für Äquatorialafrika nicht allein auf die
Luftdruckverhältnisse gründen kann, ist bekannt; da ja in den Tropen das Barometer
die Eigenschaft ‚eines »Wetterglases« oder Anzeigers für Regenwetter
verliert. Es ist vielmehr die nächste Folgeerscheinung der Luftdruckänderungen:
die Winde, die der Meteorologe ins Auge fassen muß®). Natürlich müssen sich
diese Beobachtungen über möglichst große Gebiete erstrecken, damit sie mit den
Isobarenkarten der Subtropen und der höheren. Breiten in Einklang gebracht
werden können, weil ja die Niederschläge in niederen Breiten von der Energie
abhängen, die der Passat an den Monsun abgibt. Daß solche Wettervorhersagen
insbesondere für Afrika durchaus möglich sind, und zwar mit einer Gültigkeit
für Jängere Zeit, hat u. a. Prof, K. Dove verschiedentlich gezeigt, und sogar
gefunden, daß selbst zwischen dem Witterungsgang Mitteleuropas und demjenigen
Südafrikas ein auffallender Zusammenhang vorhanden ist*). »Man muß sich vervegenwärtigen«,
sagt Karl Dove, »daß die Vorgänge, die bei uns während des
Vorüberganges eines barometrischen Tiefs Regen hervorrufen, und deren Einireten
man in Mitteleuropa auf ein bis zwei Tage vorausbestimmen kann, sich
in jener. Zone ‚während einer Reihe von Monaten abspielen, und daß somit, was
hier mit einiger Sicherheit auf kurze Frist möglich_ist, dort drüben auf eine
sehr viel längere Dauer stattfinden kann,« ;
Zur Technik der Dichtigkeitsbestimmung von Meerwasser.
I. Mitteilung.
In einem früheren: Aufsatz®) habe ich die Resultate einer synoptischen
Daueruntersuchung der internen Bewegungen im Meere an der Bohuslänschen
Küste mitgeteilt. Das häufige Vorkommen von derartigen beträchtlichen und relativ
schnell verlaufenden Veränderungen in der hydrographischen Situation, welche
schon seit Jahren von schwedischen Hydrographen studiert werden, hat gewissermaßen
neue Anforderungen an die Technik der Dichtigkeitsbestimmung von Meerwasser
gestellt. Während einer früheren Epoche war es eine Hauptaufgabe der
messenden Hydrographie, eine zuverlässige, generell verwendbare Methode zu
ı) Ann, d. Hydr. usw. 1915, S. 515.
P 2, Über die in Afrika fallenden jährlichen Niederschlagsmengen vgl. auch: G. Fraunberger,
Studien über die jährlichen Niederschlagsmengen des’ afrikanischen Kontinents, »Petermanns Mitteilungen«
1906 S, 73 bis 82. \
3) Vgl. hierüber: G, Castens, Was soll der Tropenlandwirt über die klimatologischen und
meteorologischen Verhältnisse seiner Pflanzung wissen? »Der Ptlanzer«, Daressalam, Jhrg, VIl, Heft 4.
4) »Petermanns Mitteilungen« 1909, Heft 8: vor ‚allem aber die Abhandlung Doves in der
„Deutschen Kolonialzeitung« 1912, Nr,. 22, betitelt: »Der Zusammenhang abnormer Witterung in Südwestafrika
und in Mitteleuropa« S. 367 bis 373.
5) Diese Zeitschrift. Mai 1916,