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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

292 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1917,

was zu solchen Wahlen veranlassen würde, bei denen & möglichst 90° oder 270°
und a möglichst 180° betragen würde. Am besten wird der Frage gedient, wenn
man vermöge der Formel (11) den Abstand des Beobachtungsortes von S,, einführt,
 sei dieser v, so geht (53b) über in
Ax= Aa cotg v cOseC Ay. . +. 0... .. + +. (580)
und dies bedeutet, daß Ax möglichst klein wird, wenn v nahezu 90° wird, dies
tritt aber ein, wenn der Beobachtungsort nahe dem Großkreis durch die beiden
Gestirne liegt, wo an sich außer in der größten Nähe der Gestirne a nahezu 0°
oder 180° sein wird. Da der Nenner in den Brüchen die Gestirnshöhen enthält,
so wird dieser möglichst groß, wenn die Gestirne möglichst hoch stehen, allerdings
 zu nahe dem Zenit soll keines stehen wegen der Unsicherheit und starken
Änderung des Azimutes. Man wird im Interesse guter Beobachtungen auch
Azimutbestimmungen in der Nähe des ersten Vertikals oder in der größten
Digression bevorzugen.
Zur Bestimmung der Vorzeichen der Werte A und B und des Quadranten
des Azimutes diene folgende Tabelle, so daß man dadurch der Vorzeichenbestimmung
 der trigonometrischen Funktionen überhoben ist:

t zwischen

Oh und 6h
$h und 12h
12h und 18h
18h und 24h

Vorzeichen von
A = — cotg tsin g
wenn | wenn
= (N) | g=-(S

Vorzeichen von
B = cosec t sin g tang 6
_ wenn | wenn
= H(N) . = -—(S8

+ 1 = + —
x 1 * | = | 4

dann ist a =

wenn cotg a=A +B

negativ | . positiv

360 — Tfw.
360 — Tiw,
180 — Tfw,
180 — Tiw.

180 + Tfw.
180 + Tifw,
Tafelwert
Tafelwert

U . ‘
Eine Vorzeichenrechnung in den trigonometrischen Formeln ist dann nur
noch notwendig bei der Bestimmung von &, weil dadurch entschieden werden
muß, ob & spitz oder stumpf ist.

XII. Ein praktisches Beispiel.!)
In einer Arbeit über »Astronomische Ortsbestimmung nach Horizontalwinkeln«
 gibt Herr Oberst v. Kobbe?) folgendes Beispiel: |
„Am 30. Dezember 1909 zwischen 12h und Ih nachts etwa in 22° 30’ S
„und 17° 20’ O-Länge sei beobachtet: .
„ Winkel zwischen Achernar und Regulus = 198° 59’ 18”,
„und zwar: Achernar um 12h 42m 188,
" . Regulus « 12h 42m 248,
n Winkel zwischen a? Centauri und Aldebaran = 157° 3’ 48”,
„und zwar: a? Centauri um 12h 54m 168,
„ Aldebaran « 12b 54m 488,
# Jedes Ergebnis ist das Mittel aus vier unabhängigen Messungen,
M.G. Z. — U. Z.= 1h 11m 298,“

U. Z. =
M.G. Z. — U. Z. =
M. G. Z. ==Länge
 4 =
M. 0. Z. =
m Ca =

Ortssternzeit —
* a =
Stundenwinkel t =

a. Zeitbestimmung.
Achernar. Regulus. «? Centaurl. Aldebaran.
12h {2m 188 12h 42m 248 12h 54m 168 12h 54m 488
— 11 2 —ın 2 — 21 11 2 —ın 2
11 30 56 11 31 2 1 42 541 11 43 26
+ 1 9 20 +21 9 20 + 1 9 20 +1 9 20
12 40 16 122 40 22 2 52 14 12 52 46
+18 35 3 +18 35 3 +18 35 5 +18 35 5
7 15 19 7 15 25 7 27 19 7 27 51
— 134 22 —10 3 35 —14 33 26 — 4 30 45
5 40 57 21 11 50 16 53 53 2 57 6

l) Weitere Beispiele folgen demnächst in einer Fortsetzung: »Die Azimutgleiche als Standlinie«,
?) Ann. d. Hyde, 1910, S. 288; Beispiel S. 290 ff.
            
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