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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1917:
oberfläche vom sommerlichen Maximum zum Minimum im Frühjahr die sekun-
dären Schwankungen des Mittelwassers auftreten, die durch eine jährliche und
halbjährliche Periode nicht wiedergegeben werden.
Kühnen hat diese Abweichungen v ebenfalls der harmonischen Analyse
unterworfen. Als Beispiele der sich ergebenden Gleichungen seien angeführt:
Esbjerg vr = 71.1 + cos (80° t — 155° 25’) + 23.4 + cos (60° t — 166° 35°).
Bremerhaven vı= 34.7 + cos (30° £ — 153° 17’) + 29.3 + cos (60° t — 162° 30’).
Travemünde v;= 19.6 - cos (30° t — 321° 1’) -+- 13.3 - cos (60° t — 353° 5).
Swinemünde v;y= 2,1. cos (30° t — 322° 36’) + 5.0. cos (60° t — 183° 261.
Es treten also bei den einzelnen Orten noch ganz erhebliche Eigen-
heiten auf.
Um der Ursache der den sämtlichen Stationen gemeinsamen halbjährlichen
and jährlichen Periode auf die Spur zu kommen, versucht Kühnen eine Be-
ziehung zu den Luftdruckverhältnissen festzustellen, und zwar in Anlehnung an
die Untersuchungen von D. la Cour über die Wirkung des Luftdrucks und des
Windes auf die Wasserstandshöhe der dänischen Gewässer. Aus diesen hatte
sich eine Abhängigkeit des Wasserstandes von nordsüdlichen Luftdruckgradienten
ergeben. Den täglichen Wetterkarten der Deutschen Seewarte wurden für 8h V,
die folgenden Luftdruckdifferenzen entnommen:
4: Zz SE a, anal minus Luftdruck im geometrischen Mittel-
Az — bei den Älandinseln punkt der Stationen
(8 = 4 N 55° 13’ N-Br., 12° 9’ O-Lg.).
4, = in der Danziger Bucht ( 5
Die Abhängigkeit der Wasserstände von der Luftdruckverteilung folgte
aus einer Berechnung mit Fehlergleichungen von der Form:
k+a-By+b-4,g +6: Added Hs
Für die Konstanten ergeben sich die folgenden Werte:
k=-— 38.1 mm + 7.2; a = — 10.0 mm 43.9;
b=-+ 31 « -E43.0; c=-— 28 « .L4.0;
d=— 297 « -13,5: e=-+ 60 « +67
Die Werte b, c, e sind so unsicher, daß ihnen keine Bedeutung bei-
gemessen werden kann, k besagt, daß wenn der Luftdruck 760 mm beträgt und
keine Luftdruckgradienten auftreten, die Wasseroberfläche in 55° 18’ N-Br.,
12° 9’ O-Lg. 38.1 mm unter NN liegt, a gibt an, daß die Wasseroberfläche um
1cm fällt, wenn der Luftdruck am Orte um 1 mm zunimmt und umgekehrt.
Dies Verhältnis stimmt annähernd mit der theoretisch zu fordernden Zahl‘).
Am bemerkenswertesten ist der Wert für d. Er bedeutet, daß das Mittelwasser
um etwa 3 cm steigt oder fällt, wenn der Luftdruck bei den Älandinseln um
1 mm tiefer oder höher steht als im geometrischen Mittelpunkt unseres Gebietes.
Betrachten wir diesen Gradienten etwas näher:
Mittlere Luftdruckdifferenz Alandinseln minus 55° 13’ N-Br., 12° 9 0-Le. im Zeitraum 1898-1910.
Januar |Februar! März | April | Mai ; Juni ; Juli ! August | Sept. | Okt, | Nor. | Dez.
mm | —37 — 151403 402 01! 08 —23 24 —12' 03: —171—1L0
. Es zeigt sich eine ausgesprochene halbjährliche Periode, Die mittleren
Werte für die meteorologischen Quartale sind: Dezember bis Februar — 2.1 mm
{— 1.8 mm), März bis April +0.1 mm (— 0.2 mm), Juni bis August — 1.8 mm
(— 1.6 mm), September bis November — 1.1 mm (— 0.8 mm), eingeklammert sind
die den Vierteljahrskarten der Nord- und Ostsee entnommenen entsprechenden
Werte, die mit denen von Kühnen gut übereinstimmen. Diese Luftdruck-
differenzen genügen jedoch durchaus nicht, die Wasserstandsschwankungen zu
erklären. Die sich aus obigen Fehlergleichungen ergebenden v'ı haben erheb-
) Vgl. Krümmel, Handbuch der Ozeanographie I. 1907 8, 61.