2592 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1917.
ist sie kleiner als 12, so erhöht sich der Ankaufspreis um zwei Pfund (rund
40 A). Sollte bei dem besten Instrument die Gütenummer größer als 14 sein,
so wird dementsprechend weniger gezahlt. Der Ankaufspreis der übrigen Instrumente
richtet sich nach den z. Zt. geltenden Marktpreisen. Kein Chronometer
wird von der Marine angekauft, dessen Gütenummer größer als 30 ist.
Die amerikanische Marine zahlt für Chronometer
I. Klasse 400 Dollar (rund 1600 ./), | III, Klasse 350 Dollar (rund 1400 ./),
IL. « 375 « ( « 1500 «),| IV. « 325 « . ( «« 13500 «).
Die deutsche Marine hat für die neu anzukaufenden Chronometer folgende
Preise festgesetzt:
Chronometer I, Klasse 1000 X. ; Chronometer III. Klasse 750 X.
* IL « 900 « O IY. « 600 «
Außerdem erhalten die sechs besten aus der Prüfung hervorgehenden
Chronometer nachstehende, sich nach unten abstufende Prämien: 1200, 1100,
1000, 900, 800 und 700 A.
Wenngleich der Ankaufspreis in Deutschland scheinbar geringer ist, als
in den anderen drei Ländern, so wird er doch durch die gezahlten großen
Prämien bedeutend erhöht.
9. Endergebnis. Aus allem ergibt sich, daß die vier Marinen in betreff
der Konstruktion der Chronometer, der Prüfungsart und den Ankaufspreisen
sehr verschiedener, in manchen Fällen sogar entgegengesetzter Ansicht sind.
Meines Erachtens nach ist die französische und die deutsche Prüfungsmethode
am geeignetesten die Güte und die Zuverlässigkeit der Instrumente
festzustellen. England und Amerika machen mit ihrem Prüfungsverfahren den
Eindruck des Stillstandes. Es ist weder verbessert, noch verschärft worden,
trotzdem die Chronometerindustrie in den letzten Jahren, in betreff der Konstruktion,
bedeutende Fortschritte gemacht hat.
Die
jährliche und halbjährliche Periode im Wasserstande der Nordund
Ostsee. ;
Von Dr. Bruno Schulz.
Die periodischen Änderungen im Wasserstande der Nord- und Ostsee
sowie deren Ursachen sind, nachdem Bayer zuerst auf diese Erscheinung hingewiesen
hatte, vielfach untersucht worden. Seit Krümmel‘) unsere Kenntnisse
darüber zusammenfassend dargestellt hat, haben besonders R. Witting®),
Brehmer®) und auch Pettersson*?) sich mit diesen Fragen beschäftigt. Einen
wichtigen Beitrag liefert nun neuerdings eine Veröffentlichung des Kgl. Preußischen
Geodätischen Instituts, die sich an die früheren Arbeiten des Instituts von Seibt
und Westphal anschließt, und in der Prof, Dr. Kühnen durch umfangreiche
Rechnungen die der Ost- und Nordsee gemeinsamen periodischen Änderungen
des Wasserstandes herauszuschälen sucht).
Das Material wird gebildet: durch die Aufzeichnungen der selbstregistrierenden
Pegelapparate des Geodätischen Instituts in Bremerhaven, Travemünde,
Marienleuchte, Wismar, Warnemünde, Arkona, Swinemünde, Pillau, Memel
i) Handbuch der Ozeanographie. I. Band. 1907 S, 56f.
2) Finnländische Hydrographisch-Biologische Untersuchungen Nr. 2. Helsingfors 1905. Vgl.
Besprechung von W. Brennecke, diese Zeitschr. 19085, 8. 5414f,
3 Brehmer, Über die Jahresschwankung im mittleren Wasserstande der Nordsee und der
Ostsee, Diese Zeitschr. 1913, S. 231{ff.
Brehmer, 'Tiden von langer Periode im mittleren Wasserstande der Ostsee zu Swinemünde,
Diese Zeitschrift 1914, S. 183ff.
4) O0. Pettersson, Über die Wahrscheinlichkeit von periodischen Schwankungen in dem
Atlantischen Strome und seinen Randgewässern. Diese Zeitschr. 1906, 5. 1ff, ;
5) Veröffentlichung des Kgl. Preußischen Geodätischen Instituts: Neue Folge, Nr. 70.
Kühnen, Das Mittelwasser der Ostsee bei Travemünde, Marienleuchte, Wismar, Warnemünde, Arkona,
Swinemünde, Pillau, Memel und das Mittelwasser der Nordsee bei Bremerhaven in den Jahren
1898 bis 1910. Berlin 1916.