Eckardt, W.-R.: Über die Ursachen. der. jahreszeitlichen Regenfälle in‘ Afrika usw. 15
herrschenden : Nordostmonsun- während des südhemisphärischen Sommers, Im
äquatorialen. Ostafrika, am Ukerewe und an der Küste bei. Mombassa und Dares-
salam herrscht: im Sommer der südhemisphärische Südostpassat, während diese
Landschaften im Winter als Endpunkt des Nordostmonsuns anzusehen sind,
Bemerkenswert für die Gegend des Ukerewe ist die Beobachtung, daß der Süd-
ostpassat gelegentlich auch nach Süden und Südwesten dreht und monsunartigen
Charakter zeigt.‘ Man kann: daher hier das Ende des Südostpassates und. den
Beginn des Südwestmonsuns. annehmen*). ..
An der Ostküste Afrikas: reicht im Januar der. Nordostmonsun bis- in
den Kanal von Mozambique hinein. Doch erscheint er in den Breiten nörd-
lich vom 15.° S-Br. nur als ein vorübergehender Eindringling. Südlich vom
16.° bis 20.° S-Br. herrscht der Südostpassat das ganze Jahr hindurch; nur. im
Sommer. wird er abgeschwächt und durch veränderliche Winde und Stillen unter-
brochen. Während daher im Osten Südafrikas die tropischen Regen bis zum
30.° S-Br. reichen, fallen die Polargrenzen der regelmäßigen tropischen Sommer:
regen im Westen Südafrikas etwa mit dem 17.° S-Br. zusammen, Das hat seinen
Grund darin, daß das Festland nach Norden zu immer breiter. und dabei im
Osten durch die Drakensberge den Einwirkungen des warmen Indischen Ozeans
völlig entzogen wird. Südlich vom 17.° S-Br. finden wir das regenarme Küsten-
gebiet von Deutsch-Südwestafrika, das sich bis zum Orangefluß erstreckt. ‘ An
der Ostküste Afrikas erlischt die Herrschaft des Nordostmonsuns im April, denn
der dem starken subtropischen Hoch. der Südhalbkugel entströmende Passat dehnt
dann seine Herrschaft bereits bis zum AÄquator aus, in dessen Nähe er allmäh:
lich in den Südwestmonsun umgelenkt wird. Im Juli findet man diesen Wind
an der Küste schon unmittelbar südlich‘ von Sansibar, während im: Oktober am
Osthorn Afrikas schon wieder Nordostmonsun sich einstellt.
Die Ursache der nach Süden sich verlängernden Trockenzeit ist die Ver:
kürzung der Periode, während welcher das die Regenwinde vom Indischen Ozean
heraussaugende Luftdruckminimum des Sommers über den südlicheren Land-
schaften verweilt.. Organisch läßt sich daher. diese Erscheinung von ‚den auch
im. übrigen außertropischen Südafrika herrschenden Witterungsverhältnissen
nicht trennen, Nur daß in den Tropen die Dauer der Regenzeit bei gleicher
Meereshöhe immer noch eine längere ist als im Süden. Bereits an der Massaua-
küste kommen sehr trockene Monate, zu mehreren aufeinander folgend, sowie in
den Tiefländern des Somalilandes vor, während die ostafrikanische Küste bis
etwa zum: 8,° S-Br. ganz trockene Monate nur als Ausnahmeerscheinung kennt,
Regelmäßig treten sie dagegen bereits südlich vem 10.° S-Br.:.ein. Im Innern
wird dagegen schon unter 5° S-Br. in drei bis vier aufeinander folgenden Monaten
wenig, ja, in einzelnen Hochlandschaften gar kein Regen verzeichnet. Das ist
sogar in den hohen, regenreichen Landschaften des Südens der Fall, wo, wie im
Kondelande im Norden des Niassasees, trotz einer großen Jahresmenge des Nieder-
schlags. eine dreimonatige, außerordentlich trockene Periode in regelmäßigem
Verlaufe der meteorologischen Erscheinungen beobachtet wird. Im nördlichen
Abessinien und in den südlichsten Landschaften von Hochafrika, z. B. in der
Nähe des Sambesi, kann man bereits von einer ganz trockenen Jahreshälfte
sprechen, und dasselbe gilt im Innern auch von den sich weit nach Süd und
Nord in das Land hineinziehenden Ebenen des Massailandes, .
Während des. nördlichen Sommers scheint im ganzen tropischen Afrika
das Luftdruckgefälle fast. durchweg nach Norden gerichtet zu sein. Im all-
gemeinen folgen natürlich die jahreszeitlichen Windwechsel und Regenzeiten
diesem Gang des Luftdrucks, abgesehen davon, daß sich auch. an verschiedenen
Stellen der tropischen Ostküste Afrikas bei tieferem Sonnenstand passatische
Steigungsregen einstellen und zum Teil eine große Rolle spielen. So erreicht
z. B. die Sonne ihren höchsten Stand in Sansibar im März und Oktober,- ihren
tiefsten. im Juni und Dezember; Das Hauptregenmaximum im April ist daher
1A, Peppler: Die Fortschritte in der Erforschung der freien Atmosphäre während des
letzten Dezenniums. Geoer, Zeitschr., Bd. 17, Heft 6.