accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

Rottok: Chronometerprüfungen bei der französischen, englischen und amerikanischen Marine. 947 
nächsten sieben Wochen werden die Chronometer abermals in Zimmertemperatur 
beobachtet. Der Vorgang der achten bis elften Woche wiederholt sich nun, nur 
mit dem Unterschiede, daß die Temperatur 92° bzw. 75° F. beträgt. Während 
der letzten sieben Wochen stehen die Instrumente wieder in Zimmertemperatur, 
Die Chronometer werden demnach acht Wochen erhöhten Temperaturen aus- 
gesetzt und 21 Wochen bei Zimmertemperatur — die Temperatur des ungeheizten 
Zimmers — beobachtet. Letzterer Wärmegrad ist in den Jahren verschieden, 
darf jedoch nicht unter 5° C. heruntergehen, 
Zur Errechnung der Gütezahlen wird der wöchentliche Gang der Chrono- 
meter benutzt, wie die nachstehende Liste auf S. 248 u. 249 zeigt‘). 
Der größte Unterschied zwischen dem größten und dem kleinsten wöchent- 
Gang gibt die Größe a. 
Der größte Unterschied zweier aufeinanderfolgender wöchentlicher Gänge 
ist b (b darf nicht größer als 12.0sek sein). ; 
a-+2b ergibt die Gütenummer. | 
Fast alle Chronometer haben Unruhen mit Hilfskompensation, So hatten 
in der Wettbewerbprüfung, die vom 17. Juni 1911 bis 6. Januar 1912 stattfand, 
unter 39 eingelieferten Chronometern 37 eine Unruhe mit Hilfskompensation, 
nur zwei einfache Kompensation. 35 Instrumente waren mit einer Palladium- 
spirale, nur vier mit Spiralfedern aus Stahl versehen. In der Wettbewerb- 
prüfung 1913 bis 1914 hatten von 23 eingelieferten Chronometern 19 Unruhen 
mit Hilfskompensation, vier einfache Unruhen aus Stahl und Messing. Bei 
20 Chronometern waren die Spiralfedern aus Palladium, bei drei aus Stahl. 
Nickelstahlunruhen waren bei beiden Prüfungen nicht vorhanden, 
Die Instrumente werden nach der Gütenummer geordnet. Eine Klassen- 
einteilung findet nicht statt. 
3. Amerikanische Marine?). 
Die zum etwaigen Ankauf übersandten Chronometer werden auf dem 
Marine-Observatorium zu Washington sechs Monate geprüft, behufs Feststellung 
ihrer Gangkurve und Gütenummer. Diese Prüfungen finden regelmäßig von 
Januar bis Juni statt, 
Bedingungen für die Untersuchung der Chronometer. Es werden nur Instru- 
mente amerikanischer Arbeit angenommen mit gewöhnlicher Kompensations- 
unruhe und Stahl- oder Palladiumspirale, (Chronometer mit Palladiumspiralen 
wurden im Jahre 1902 zur Prüfung noch nicht zugelassen und sollten noch. so 
lange ausgeschlossen bleiben, bis die weiteren Versuche, die zu der Zeit ange- 
stellt wurden, das Marineamt davon überzeugt hätten. daß Palladium ebenso 
zuverlässig wie Stahl sei.) 
Die Untersuchung findet wie folgt statt: Zunächst Untersuchung im 
Temperaturraum, darauf 10 Wochen im Chronometerraum bei Zimmertemperatur 
und normalen Verhältnissen. 
I. Temperaturuntersuchung, Im Untersuchungsraum herrscht eine 
Wärme von 90° — 50° F. (32.2° — 10° C.). Die Chronometer werden für den 
Zeitraum von einer Woche folgenden Temperaturen ausgesetzt: 90°, 85°, 70°, 
55°, 50°, 50°, 55°, 70°, 85°, 90° F. (32.2°, 29.5°, 21.1°, 12.7°, 10.0° C.). Sowie die 
Instrumente im Temperaturraum sind, wird die Temperatur auf 90° F, (32.2° C.) 
gebracht. Nachdem sie einen Tag dieser Wärme ausgesetzt waren, werden ihre 
Stände bestimmt. Die Untersuchung beginnt. Nach einer Woche sind die Stände 
wieder zu bestimmen, worauf die Temperatur auf den nächsten Hitzegrad ge- 
bracht wird. Die Chronometer laufen darauf wieder einen Tag in dem neuen 
Wärmeegrad, damit sie sich an diesen gewöhnen, worauf ihr Stand bestimmt wird. 
1) Bekanntmachung der Königlichen Sternwarte zu Greenwich über Prüfung von Schiffs- 
chronometern im Jahre 1911 bis 1912 und vom Jahre 1913 bis 1914. 
?) Abhandlung des Lieut, Comdr. E. E. Hayden U. S. N. über »Chro. Rates« vom. Jahre 1903 
und die Bekanntmachung zur 25. Wettbewerbprüfung des Nautischen Departements vom 25. Juni 1912.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.