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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1917. 
1. Französische Marine‘). 
Für diese Marine findet jedes Jahr eine, in den ersten Tagen des November 
anfangende Wettbewerbprüfung statt, zu der nur in Frankreich, von französischen 
Chronometermachern angefertigte Chronometer zugelassen werden. Sie dauert 
ungefähr 5 Monate. 
Die Instrumente sind in einem Zimmer untergebracht, in dem annähernd 
eine Temperatur von 15°C. herrscht. Hier werden sie jeden Tag, ausgenommen 
Sonn- und Feiertags, auf 0.1°° genau verglichen. 
Die Gesamtprüfung zerfällt in zwei Prüfungen bei einer Temperatur von 
30°C., zwei bei schmelzendem Eis, eine auf Isochronismus und eine auf Neigung. 
Die Prüfungen werden stets durch einen mehrtägigen Zwischenraum mit Zimmer- 
temperatur und normalen Verhältnissen getrennt. Eine Ausnahme machen die 
unmittelbar aufeinanderfolgenden Neigungsprüfungen. Die abwechselnd statt- 
findenden vier Prüfungen auf Hitze und Kälte müssen mindestens durch 10 Tage 
Zwischenraum getrennt sein. 
Jede Prüfungsdauer zerfällt in Zeitabschnitten von 5 bis 6 Tagen; sie kann 
ausnahmsweise auf 4 oder 7 Tage gebracht werden, Für Neigungsprüfungen 
sind 2 bis 3 Tage für jede Neigung festgesetzt. 
Die mittleren täglichen Gänge der Instrumente werden mit einer Normal- 
pendeluhr auf 0.01% genau verglichen. 
Der erste Tag der Kälte- sowie Wärmeprüfung, ebenso wie der Gang des 
auf die Prüfung folgenden Tages, wird nicht in Rechnung gezogen. 
Die auf 0,015° ausgerechneten mittleren Gänge jedes Abschnittes dienen 
zur Berechnung der für die Einordnung der Chronometer nötigen Zählen, während 
die täglichen Gangunterschiede nur verwandt werden zur Ausmerzung von 
Chronometern mit zu großem Gang. 
Aus den verschiedenen Prüfungsabschnitten werden jetzt die Größen A, B, 
C, F, I, E, G und N wie folgt berechnet. 
A. (accegleration — Beschleunigung.) Unterschied zwischen dem größten 
und dem kleinsten Gange bei Zimmertemperatur und normalen Verhältnissen. 
B. (bond — Sprung.) Die Unterschiede zwischen den aufeinanderfolgenden 
Gängen bei Zimmertemperatur und normalen Verhältnissen werden errechnet, 
sowie die halben Unterschiede der Gänge, die durch die Wärme-, Kälte-, Iso- 
chronismus- und Neigungsprüfung getrennt sind. Also, entweder wird der größte 
Gangunterschied zweier aufeinanderfolgender Gänge bei Zimmertemperatur als 
B eingesetzt, oder der halbe Gangunterschied, der zwischen zwei Zimmer- 
temperaturen liegt, welche durch die Wärme-, Kälte-, Isochronismus- und Neigungs- 
prüfung getrennt sind, Die größte, ungünstigste Zahl wird als B zur Errechnung 
der Gütenummer benutzt, 
C. (chaud — Wärme.) Für die Wärmeprüfungen werden die Instrumente 
in zwei nicht arfeinanderfolgenden Zeitabschnitten 30° C. Wärme ausgesetzt. Der 
größte errechnete Gangunterschied aus den Zeitabschnitten im erhitzten Raum 
und den Gängen der Abschnitte, die ihnen unmittelbar vorhergehen und folgen, 
ergibt die Größe C. 
F. (froid — Kälte.) Zur Kälteprüfung werden die Instrumente, während 
zweier nicht aufeinanderfolgender Zeitabschnitte, dem Einfluß von schmelzendem 
Eis ausgesetzt. Der größte gefundene Gangunterschied aus den Kälteabschnitten 
und aus den Gängen, die unmittelbar vorhergehen und folgen, gibt die Größe F. 
A“. (isochronisme — Isochronismus.) Für die Prüfung auf Isochronismus 
wird die Zugfeder zur Hälfte — drei Umgänge — abgespannt. Der größte 
Gangunterschied des Chronometers während dieses Zeitabschnittes und des 
diesem unmittelbar vorangehenden oder folgenden gibt die Größe I. 
E. (6quilibre — Gleichgewicht.) Für die Prüfung auf Neigung ist die 
Aufhängevorrichtung festzustellen, Das Chronometergehäuse wird auf eine 25° 
geneigte Platte gestellt, und zwar derart, daß die Zahlen des Zifferblattes XII, 
11 Revue Chronometrique 1906, Reglement des Concours de Chronometres de Marine, du 
5 fövrier 1906.
	        
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