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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1917.
artigen, das ganze Ostseebecken betreffenden nicht zu trennen sind. Aus demselben
Grunde wohl ist auch der Faktor des linearen Luftdruckgliedes in Swinemünde
so klein; in Memel ist er, wenn man die Abweichungen der Wasserstände
vom dJahresmittel zugrundelegt, etwa so groß, wie ihn F. Kühnen!) für die
ganze Ostsee (von Dänemark bis Memel) fand; rechnet man mit den Abweichungen
der Wasserstände vom zugehörigen Monatsmittel, so wird er nur 2%, so groß,
was daher rührt, daß lange anhaltender hoher oder tiefer Luftdruck das ganze
Monatsmittel wesentlich beeinflußt, so daß die hiervon gebildeten Abweichungen
nicht das volle Maß der Luftdruckwirkung ergeben. (In meiner größeren Arbeit
habe ich deshalb auch Abweichungen des Wasserstandes vom Mittelwert der
13 gleichnamigen Monate der Jahre 1898 bis 1910 gebildet, doch kann ich hier
nicht weiter darauf eingehen.)
5 3. Einfluß der Beständigkeit des Luftdrucks. Aus Tabelle 2 der früheren
Arbeit ergibt sich für die Beständigkeit des Luftdrucks in Memel, unter der
vereinfachenden, das Ergebnis übrigens nicht wesentlich verschlechternden, Annahme
gleichen Gewichts für alle Tage, wenn W den Wasserstand in Millimeter,
d die Nummer des Tages (erster = 1 usw.) bedeutet:
Memel:
Wb= +147—22.6d-+0.455d? bei 774 +3 mm,
-+ 87-4 28 + 0.18
Wit — — 21-4-20.8d—0.77d? bei 754 +2 mm
-k 19.4—+ 26 + 045.
Daß beide Male das quadratische Glied das entgegengesetzte Vorzeichen
wie das lineare hat, ist selbstverständlich, da sich die Ab- bzw. Zunahme des
Wassers ja doch nicht endlos fortsetzen kann. Eine weitgehende Extrapolation
dürften die Formeln nicht zulassen; man kann jedoch die in erster Näherung
wohl brauchbare Annahme machen, daß sie soweit gültig bleiben, bis W ein
Minimum bzw. Maximum erreicht hat, und daß ferner dieser Wert, ebenfalls annähernd,
den Gleichgewichtszustand darstellt. Die in Frage kommenden Größen,
(dp). und (Wr). bzw. (di), und (W;)., wie sie kurz bezeichnet werden sollen, ergeben
sich leicht aus der Beziehung bt = 0. (Hierbei ist das sonst eine partielle
Ableitung bedeutende runde 9 als Differentiationszeichen benutzt, weil das
gerade d für die Tagesbezeichnung bereits verbraucht war und »dd« leicht als
d? gelesen werden könnte.)
Man erhält:
. (dh)u = 25 ,‚ (Wh)a= — 276 mm,
(dt)w = 13.5, (Wt)u = + 138 mm.
Das Verhältnis der Abweichungen des Wasserstands vom Mittel (0) ist
also 2.0, das der zugehörigen Barometerstände = 2.33. Beide Quotienten
stimmen in Anbetracht der Unsicherheiten und des Umstandes, daß es sich überhaupt
nur um Näherungswerte handelt, recht zufriedenstellend überein. Allerdings
sind die absoluten Werte von W, zu groß, es sollte theoretisch, da das
spezifische Gewicht des Quecksilbers 13.6 ist, (Wp)u = — 190, (Wi), = +82 sein.
Diese Unstimmigkeit dürfte wesentlich daher rühren, daß der Wind (in Memel)
den Einfluß des Luftdrucks verstärkt, in gleichem Sinne wie er wirkt. In den
im $2 mitgeteilten Formeln macht sich das nicht so geltend, weil sie auf
größerem und gleichmäßiger über das Jahr verteiltem Material beruhen, während
die hier zugrunde liegenden Perioden hohen und tiefen Luftdrucks wesentlich
nur der kalten Jahreszeit angehören.
„5 In der jüngst erschienenen Arbeit: »Das Mittelwasser der Ostsee ... und das Mittelwasser
der Nordsee bei Bremerhaven«. Veröff. des Kegel. Preuß. Geodät. Instituts. Neue Folge. Nr. 69,