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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

Drecker: Ein Instrument, eine Karte und eine Schrift des Nürnberger Kartographen usw. 919 
in der Höhenrichtung der Sonne liegt, was durch die Absehen auf der Kante 
jeicht zu machen ist. Alsdann. schneidet das frei herabhängende Lot die Tier- 
kreislinie des Beobachtungstages in der gesuchten Stunde. Zwischenwerte zwischen 
Tierkreislinien sowohl wie Stundenlinien werden geschätzt. Diese Art der Zeit- 
bestimmung ist unabhängig vom Kompaß. ; 
Die Außenseite des Deckels endlich enthält die Landkarte. (Vgl. die Ab- 
bildung auf Tafel 11.) -Sie reicht vom. Äquator bis zum nördlichen Polarkreise 
und von dem Meridian, der die Westküste Afrikas berührt bis zu dem Meridian, 
der etwa durch die Straße von Aden geht. Da die Breite der‘ Karte 72 mm, der 
Abstand der genannten Meridiane 60 Aquatorgrade beträgt, so kommen auf einen 
Äquatorgrad 1.2 mm. Der Maßstab der Karte ist also wenig abweichend von 
1:100000000. Die Karte hat, wie die erhaltenen Karten E. Etzlaubs, Süden oben, 
Nun sind zu beiden Seiten der Karte die Breitengrade angegeben (nicht durch- 
gezogen, um nicht die Namen auf der Karte unleserlich zu machen; gerade: so 
ist Etzlaub auf der Landstraßenkarte [Pariser Exemplar] verfahren) und diese 
Breitengrade sind. nach- Norden zu vergrößert. Die Ausführung der Arbeit ge- 
stattet eine Messung bis zu -+- 0.2 mm, Die Breitengrade sind von Grad zu Grad 
vom Äquator bis zum Polarkreis eingraviert und von 5° zu 5° beziffert. Eine 
genaue Messung ergab folgende Abstände in Millimeter vom Aquator links 
und rechts. 
Breite © | 5 | 10 | 15 | 20 | 25 | 20 | 35 | 40 | 45 | 50 | 55 | 60 | 65 [66% 
links mm | 5.4 | 1110| 16.6 
rechts « | 55 | 11.0| 16,8 
Mittel y= | 5.5 | 11.0| 16.71 2221 
Da eine Vorprüfung bereits eine ziemliche Übereinstimmung mit der 
„Mercatorprojektion“ ergeben hatte, berechnete ich aus jedem der gemessenen 
Werte für y nach der Formel: 
y== Tr. log nat (tg 45° + z) 
& und erhielt so folgende Werte für r: 
yo | 5 [10 | 15 | 20 | 25 | 30 | 35 | 40 | 45 | 50 55 | 60 65 | 661% 
‚mm | 63.0| 62.8 | 63.1 | 62.3] 62.0 | 62.1 | 61.6 | 61.7 | 61.8 | 62.0 62.3 | 62,3 | 62.1 | 622 
Mittelwert ı — 62.24 mm. 
Die in Anbetracht des Ausmaßes der Karte. vorzüglich übereinstimmenden 
Werte für r beweisen, daß wir in‘dieser Karte aus dem Jahre 1513 einen un- 
zweifelhaften Entwurf mit vergrößerten Breiten nach Art der Mercatorkarten vor uns 
haben, ja, daß die Abstände der Parallelkreise innerhalb der durch Größe und 
Material gezogenen Grenzen vollkommen mit der Theorie übereinstimmen. Es zeigt 
sich dies noch besonders deutlich, wenn man mit dem :oben gefundenen Mittel- 
wert für r nun die Meridianteile y für die Breitengrade berechnet und mit den 
yemessenen vergleicht. 
5 110115 1201 25 I 30 1 35 | 40 | 45 1 50 [55160 |. 65 661, 
y gemessen. . | 11.0] 16.7/22.2| 28.0 342) 102 a 545 62.7) z.9/820 93,5 98.0 
y nach der Theorie | 5.4 10.9 16.5 22.27 28.1 342! 40,6 47.51 5149 62.9| 71.9/ 82.0l 93,8! 97,7 
Differenz. ‘. . .|--0.1|-+0.1140.2| 0 |—0.1 02-04-0400 0! 0 1—03+0.2 
Die mittlere Differenz ist 0.17, die größte 0.4 mm. 
Die Differenzen liegen bei den 14 gemessenen Werten neunmal ganz inner- 
halb der Genauigkeitsgrenze der Messung und erreichen nur dreimal den Wert 
H. Wagner, Gerhard Mercator. Ann, d. Hydrogr. usw., Bd. 43, S. 387. Hamburg 1915.
	        
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