Eckardt, W.:R.: Über. die Ursachen: der jähreszeitlichen Regenfälle in Afrika usw. 11
nach‘ rechts ‚abgelenkt und zu einem Südwestmonsun wird.” Denn: selbst.: im
Februar, wo..der Nordostpassat seine größte Annäherung an.den:Äquator er»
reicht, dürfte sich ‘die. oben erwähnte Zone:niedrigen Luftdrucks über dem Festland
noch etwa bis zum 5.° N-Br. erstrecken. Freilich reicht.der Südwest in der
niederschlagsarmen Jahreszeit. nirgends weit landeinwärts und. ist im allgemeinen
nur auf die untersten .Luftschichten beschränkt.‘ . Denn einerseits reicht.er nicht
einmal: bis an den‘ Fuß des Kongogebirges, anderseits‘ weht auf dem Kamerunberge
in einer Höhe von 2000 m vorherrschend::nordöstlicher Wind... So 'ist ‘der
winterliche Südwest. vielfach nur: als lokaler‘ Seewind: aufzufassen, wie z.B. an
der Gold- und’ Sklavenküste, wo er nur auf. die wärmere Tageszeit beschränkt
ist, während morgens bis gegen 11 Uhr ‚vorherrschend Landwind weht!). Immerhin
Jeuchtet somit ein, daß auch die um den Guineagolf gelegenen Landschaften
keine absolut trockene Jahreszeit aufzuweisen haben, wenn. natürlich das Maximum
der Regenfälle. durchaus in die Zeit des Nordsommers fällt. So”tritt z. B. im
Madingolande ‚der. Südwest Mitte Juni ein und dauert bis November, ebenso. im
Fulahgebiete zwischen Benin und Sokoto. . In Bornu dauert‘ die. Regenzeit von
Juni’ bis‘ September, der untere Wind weht immer. aus‘ Südwest, Regen. und. ‘Ge*
witter kommen dagegen . meist. aus Südost; das Gebiet: liegt dann auf der Vorder*
seite. der flachen,: ausgedehnten tropischen Zyklone, Im allgemeinen steht. nicht
nur die Guineaküste; sondern überhaupt. das ganze. Küstengebiet des: tropischen
Westafrika das volle Jahr. hindurch im. Wirkungsbereich ” konstanter‘ Südwest:
winde; die von ‚einem verhältnismäßig. kühlen Meere. stammen.‘'.‘ An: die Küste
reicht daher das äquatoriale Niederschlagsgebiet nur etwa zwischen Kap‘ Lopez
and. Benin, wo der Monsun: ständig aus: dem: wärmsten Meeresteile ‘her weht, im
übrigen ist es von einem breiten Gürtel streng.periodischer Regen eingeschlossen;
Die’ in: der: Gegend: des Nigerdeltas gewissermaßen. zwei Trichter: die Busen von
Biafra und‘ Benin, bildende Flachküste zeichnet‘ sich:.nicht nur -dadurch. aus, daß
hier. große‘ Regenmengen- als Steigungsregen: fallen; sondern ‚auch dadurch, daß
ein ‚enges Aneinanderrücken der sommerlichen‘ Maxima Stattfindet,..das bei “der
geögraphischen Breite. auffällt. Die Erscheinung findet aber nach Rud, Müller?)
ihre’Erklärung darin, .daß diese:Maxima zustande kommen aus. Regenfällen nach
dem höchsten Sonnenstand und: bei der stärksten Entwicklung des Monsuns, und
daher näch der Jahresmitte ‘verlegt sind.. .Der auf diese Weise zustande kommende
Typus stellt den Übergang dar zu den. ausgesprochenen Monsunregen, ‚wie wir
sie‘ am 'Kamerunberge finden. Ein Beispiel mit einem einheitlichen Maximum
der Niederschläge im Juli liefert Kamerun, während nicht weit. im Innern Baliburg.
und. Yaunde. schon. doppelte Maxima zeigen, Auch: die Küste. von Senegambien
steht unter dem Einfluß des Südwestmonsuns und zeigt daher nur-eine
einfache Periode. Solche Ausnahmen sind‘ sehr ‚zahlreich; und zwar auch “im
östlichen Afrika, wo ebenfalls nahe beieinander bisweilen ziemliche Gegensätze:
vorkommen),
Was die nun Ergiebigkeit der Regenfälle im Gebiete.der Landschaften um
den Guineagolf anlangt, so verzeichnen {fast alle Stationen der Guineaküste, der‘
Kamerunregion wie der nördlichen. Kongoregion;. bei Perioden. größerer. Wind!
stärken ‚auch stärkere Regen als bei’abgeschwächter Luftbewegung. Da besonders
in’ der- zweiten Hälfte des Jahres der Südwestmonsun in seiner Ausbildung vor
allem durch. das Verhalten des Passates ‚der. südatlantischen Zirkulation. mit“
bedingt. wird, so ist eben in dem Monsungebiet im allgemeinen die Regenverteilung
eine um so bessere und die Regenmenge eine um.so ergiebigere, je mehr‘
Energie der Passat an den Monsun abgibt*).. Natürlich. weht der. Monsun' um so
kräftiger, und z. B. Senegambien ist daher um so kühler, je wärmer es: im Inneren
des nordafrikanischen Trapezes..ist., A pn ak We
.-Obwohl: die Regenverhältnisse an „sich .dafür- sprechen;: ist. dennoch‘ sicher;
daß sich: über dem westlichen Sudan: auch -zur- Zeit des höchsten: Sonnenstandes
') Supan, Statistik der unteren /Luftströmungen, S, 127/128, 2"...
Ha, a O., 8. 689/640, 1 a an
3 W. Trabert: Meteorologie und. Klimatologie, Leipzig. und Wien 1905, S,- 112,
Y Vgl. hierüber auch’ A. Hackenbroich, a. a. O., 8. 511 ff.