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Mem.| 8
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1917.
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)
| Mittl. Wind-
stärke (Beaufort)
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| 3.1 | 2.7
3.3 | 24
Am Anfang des Monats war der Luftdruck über Europa ziemlich gleich-
mäßig. Am 2. entwickelte sich im Nordosten ein Hochdruckgebiet, das bis zum
13. Nordost- bis Mitteleuropa beherrschte und dessen Kern bald über Schweden,
bald über Finnland lag. Infolgedessen waren auch die Druckveränderungen im
übrigen Europa im allgemeinen nur gering. Über dem Mittelmeer lag während
dieser Zeit meist tiefer Druck, ebenso über den britischen Inseln und Frankreich
{bis zum 12.). Am 5. schob sich ein Tiefausläufer über Frankreich ostwärts bis
nach Österreich vor. Am 7, folgte ihm ein zweiter, der am 8. ein ausgedehntes
Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa mit zwei Kernen über Böhmen und Ost-
frankreich erzeugte, das in Deutschland und an der Küste vielfach stürmische
Ostwinde hervorrief. Am 9. zog das Tief nach Rußland ab, ihm folgte ein Hoch-
druckkeil über Frankreich nach Süddeutschland. Doch schon am 11, stellte sich
wieder, von Westen vordringend, niedriger Luftdruck über Westeuropa ein.
Am 183. änderte sich nun die Wetterlage insofern, als nun das Hochdruck-
gebiet über Nordosteuropa verschwand, indem ein Teilminimum von der Nord-
see über Jütland nach Finnland vordrang. Diesem folgte am 14. von Nordwesten
über Norwegen ein Hochdruckgebiet, das sich an den folgenden beiden Tagen
züdwärts über ganz West- und Mitteleuropa ausdehnte. Am 17. erschien in der
nördlichen Nordsee ein Tiefausläufer, der das Hochdruckgebiet teils nach den
Alpen, teils nach Skandinavien drängte. Am 18. war der Tiefausläufer bereits
nach Südskandinavien vorgedrungen, er wanderte am 19. weiter nach Kurland.
Ihm folgte am 19. und 20. hinter einem flachen Hochdruckrücken ein zweiter
Tiefausläufer nach der südlichen Nordsee, der am 21. unter Verflachung südost-
wärts nach Süddeutschland und Polen wanderte. Am 22, erschien in der öst-
lichen Nordsee wieder ein neuer Tiefausläufer, der von Norwegen südwärts
gewandert war und nun am 28. unter Verflachung ostwärts zog. Gleichzeitig
stellte sich von Norden und Westen vordringend ein flaches Hochdruckgebiet
über Nord- und Ostsee ein, das am 28. von England bis Finnland reichte und
sich»am 24. und 25. etwas südlicher bis Polen verlagerte. Am 26. mußte dieser
Hochdruckrücken einem sich von Norden ausbreitenden Tiefausläufer wieder
weichen, der als Teiltief am 26. Südskandinavien und die. umliegenden Meere
bedeckte, und sich am 27. nach der östlichen Ostsee zurückzog. Gleichzeitig
drang von Großbritannien ein Hockdruckkeil vor, der am 28. von Frankreich
bis nach dem Finnischen Meerbusen reichte, aber schon am 29. von einem tiefen
Ausläufer niedrigen Drucks verdrängt wurde, der westwärts über die Nordsee
vordrang und die Wetterlage in Europa bis zum Monatsschluß beherrschte.
Ein Teiltief dieses Ausläufers lag am 31. über Südnorwegen.
Druck und Verlag von E. S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei,
Berlin SW, Kochstraße 68—71.