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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

Defant, A,: Die Lösung des Euripus-Problems, 
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beträgt stets 4 km. Im südlichen Kanal wurden 21 Querschnitte bis zum äußeren 
Ende des Golfs von Petali gezogen in einem etwas größeren Abstande von 488 km. 
Breiten und Flächen der Querschnitte wurden aus der englischen Seekarte ermittelt. 
Figur 2 gibt eine Skizze der Querschnittseinteilung, 
Zur Ermittlung der Amplitudenverteilung wurde genau so verfahren wie 
im Falle des Mitschwingens des westlichen Beckens des Mittelmeeres mit dem Atlan- 
tischen Ozean!). Wir setzen die Hubhöhe am inneren Ende zunächst willkürlich 
mit 100cm an und bezeichnen sie mit 2%. Unter der Annahme, daß dieser Wert 
bis zum ersten Querschnitt konstant bleibt, erhält man nach der zweiten Gleichung 
der Gleichungen 2 die Größe 25. Mittels dieser Größe können wir nach der ersten 
Gleichung der Gleichungen 2 die Änderung 24m’ berechnen, die an die Hubhöhe 
am inneren Ende angebracht die Hubhöhe 2%’ am ersten Querschnitt liefert. 
Diese Hubhöhe denken wir uns wieder bis zum zweiten Querschnitt konstant; 
multiplizieren wir sie mit der Oberfläche zwischen dem ersten und zweiten Quer- 
schnitte und. addieren den. Betrag zur früheren Wassermenge, die durch den ersten 
Querschnitt hindurchgeschoben wird, hinzu, so erhalten wir die durch den zweiten 
Querschnitt hindurchgeschobene Wassermenge; nach Gleichungen 2 kann dann die 
Horizontalverschiebung 2£ am zweiten Querschnitt und daraus die Änderung 24% 
vom ersten zum zweiten Querschnitt berechnet werden. Die Rechnung kann so 
fortgesetzt werden, bis wir schließlich für die Mündungsstelle des Kanals in das 
offene Meer die Stabhöhe 27 finden; sie gilt unter der Voraussetzung, daß am inneren 
Ende 27 = 100 cm ist. Tatsächlich beobachten wir an der Mündungsstelle nicht 
2‘ sondern 2%. Koinzidenz an der Mündungsstelle erreichen wir, wenn wir alle 
Hubhöhen im Verhältnisse von 2% : 21 ändern. Die so gefundenen Hubhöhen 2% 
und 2 & entsprechen dann noch immer den Differentialgleichungen, da sich ein Pro- 
portionalitätsfaktor zu den Größen & und ” aus diesen heraushebt. 
Die Rechnung müßte für jede Gezeitenkomponente besonders durchgeführt 
werden, doch müßte man hierzu die harmonischen Konstanten an den Mündungs- 
stellen kennen. Dies ist jedoch heute noch nicht der Fall; deshalb beschränkt sich 
v. Sterneck auf die Berechnung des Wertes 2 (M, + S,), welcher die mittlere Hub- 
höhe zur Zeit der Syzygien darstellt; durch K, wird dieser Wert im Laufe des Jahres 
etwas vergrößert bzw. verkleinert. 
Für die Hubhöhen an den beiden Mündungsstellen nimmt v. Sterneck 
jene Werte, die sich aus‘ seiner Theorie der halbtägigen Gezeiten des Ägäischen 
Meeres für diese Stellen ergeben haben?). Sie wurden ‘unter der Voraussetzung 
berechnet, daß das Ägäische Meer Gezeitenbewegungen vollführt, die in einer ein- 
fachen Schaukelbewegung mit einer Knotenlinie östlich von Kreta bestehen. . In 
den Zahlenwerten sind nur die Beobachtungsdaten von Saloniki und Dedeagatsch 
enthalten. Für die Mündungsstelle des Kanals von Trikeri ergibt sich 22 = 277 cm, 
für das äußere Ende des Golfes von Petali 27 = 198 cm. 
Nach der früher dargelegten Methode wird nun für beide Fälle die Hubhöhe 
am inneren Ende des Kanals berechnet. Im südlichen Kanal sind die Verhältnisse 
einfacher, da keine Nebenbucht störend. wirkt. Folgende Tabelle gibt im Auszuge 
das Ergebnis der Rechnung. 
Sidlicher Kanal. 
Quer- 
schnitt ) 
Ober- 
flächen- 
element 
km? 
21 201 
20 189 
18 128 
16 117 
14 79 
12 35 
Q 
km? 
/r 27 
4 02 
1 81 
1° 54 
0 76 | 
08397 
DE 
m 
73 
73 
121 
109 
166 
292 
2% 
cm 
198 
199 
20:0 
20°3 
20:6. 
21°0 
Quer- 
schnitt 
7 
8 
6 
# 
2 
nn 
Ober- 
;lächen- 
element 
k)m2 
52 
58 
42 
38 
ß 
= 
km2 | 
0 637 
0° 704 
0: 283 
0 206 
00084 
DE 
m 1 
124 
78 
12 
a 
321 
142 
27 
cm 
215 
21:7 
219 
221 
22:3 
00-77 
') Siehe hierzu diese Zeitschrift September 1916. 
?, Siehe diese Zeitschrift 1916. S. 466.
	        
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