Kleinere Mitteilungen.
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Vom 20. Juli ab war das Meer wieder eisfrei und blieb eisfrei während der
übrigen Monate des Jahres,
Neufundland-Bank. Günstige Eisverhältnisse wie 1915. Soweit Nach-
richten vorliegen, war die Menge der Eisberge und auch des Meereises geringer
als gewöhnlich. Die Trift der Eisberge ging im allgemeinen nicht sehr weit
nach Süden, im Juni wurde ein Eisberg in 38° 27’ N-Br., im Juli ein Eisstück
in 32° 09’ N-Br. und 54° 26’ W-Lg. beobachtet. Von September ab war die
Neufundland-Bank eisfrei., Auch in der Belle Isle-Straße waren die Eisverhält-
nisse ziemlich günstig.
Davis-Straße. Außergewöhnlich günstige Eisverhältnisse, So wurde in
Frederikshaab vom 24. Mai 1916 bis Ende des Jahres kein Eis beobachtet, und
von Ende Juli ab war mit wenigen Ausnahmen das Eis aus der Davis-Straße
verschwunden, .
Melville-Bai. Im Gegensatz zu den äußerst günstigen Eisverhältnissen
in der Davis-Straße waren in der Melville-Bai im Sommer große Eismengen.
Ein Segler und ein Dampfer, die im August-September nach dem Smith-Sund
wollten, wurden vom Eis besetzt, das sehr eng lag und sehr dick war. =
Beaufort-See, Sehr spärliche Nachrichten. Bristol-Bai war eisfrei im
Mai 1916. Im September lag die Eisgrenze 10 Sm ab Point Barrow, 60 Sm ‘ab
Icy Cape. Im Anfang Oktober war die See eisfrei zwischen Herald Island und
Kap Lisbourne, ebenso war die Bering-Straße eisfrei, Br.
Neuere Veröffentlichungen.
A, Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben,
Lehrbuch für den Unterricht in der Navigation an den Deckoffizierschulen
der Kaiserlichen Marine. Herausgegeben auf Veranlassung des Reichs-
Marine-Amts, Mit 7 Tafeln und zahlreichen Figuren im Text. 8%. XVI und
510 85. Berlin 1917. E,. S. Mittler & Sohn,
Wie der Titel angibt, ist das Buch für einen ganz bestimmten Lehrzweck bearbeitet worden,
durch den somit der an dasselbe zu legende Maßstab bestimmt wird. Der in der Navigation an den
Deckoffizierschulen zu behandelnde Lehrstoff ist in sieben verschiedenen Teilen von sieben verschiedenen
Verfassern in einer den Verhältnissen angepaßten Weise dargestellt worden unter der Schriftleitung
des Wirklichen Admiralitätsrates, Korvettenkapitän a, D. Capelle.
Der erste, von Kapitänleutnant Albrecht bearbeitete Teil behandelt die Methoden und Hilfs-
mittel der terrestrischen Navigation in einer den Verhältnissen der Kaiserlichen Marine entsprechenden
Weise, während der zweite, aus der Feder des Kapitänleutnants d, R. Reuter stammende Teil, der
zugleich der umfangreichste ist, dem Problem der astronomischen Ortsbestimmung und ihren In-
strumenten gewidmet ist, Der Chronometerkunde ist eine besondere Bearbeitung im dritten Teil
von Leutnant zur See-d. R. Krause zuteil geworden, entsprechend der Bedeutung, welche dieses
Gebiet in den Prüfungen der Kriegsmarine besitzt. Der vierte Teil, die Kompaßkunde, hat zum
Verfasser Professor Dr. Meldau. Die im fünften Teil dargestellte Wetterkunde ist von Dr. Möller,
die im sechsten Teil behandelte Meereskunde von Dr, Brennecke und endlich die Gezeitenlehre
im siebenten Teil von Dr, Leverkink bearbeitet worden.
Wenn es sich bei der Behandlung eines bestimmten Wissensgebietes darum handelt, jeden
einzelnen Abschnitt auf der Höhe der wissenschaftlichen Forschung gehalten zu sehen, dann wird
dieses Ziel durch ®emeinschaftliche Zusammenarbeit anerkannter Fachmänner in hohem Grade ge-
währleistet. Bei der. Bearbeitung eines Lehrbuches mit beschränkten Unterrichtszielen muß die
Methode der Einzeldarstellungen notwendigerweise — was selbstverständlich den einzelnen Bearbeitern
nicht im belastenden Sinne anzurechnen ist — mit einem Verzicht auf die Einheitlichkeit der Dar-
stellung verbunden sein; so ist z. B. im zweiten Teil die Greenwicher Zeit nach astronomischer, im
dritten Teil nach bürgerlicher Zeitrechnung angegeben. Insbesondere ist die Beanspruchung der Auf-
fassungsfähigkeit der Schüler in den verschiedenen Teilen eine recht verschiedene, Auch die Auswahl
des in die einzelnen Teile aufzunehmenden Stoffes von dem Gesichtspunkte der Unterscheidung
zwischen dem Erforderlichen und Wünschenswerten einerseits und dem beruflich Interessanten
andererseits hat bei dem für die Hand des Schülers berechneten Lehrbuche eine größere Einheit-
lichkeit zur Voraussetzung, und zwar um so mehr, da auch für die in Frage stehenden Lehrgänge,
wie so oft beim Unterricht, das Bessere ein Feind des Guten ist. .
Mit besonderem Interesse wird das Kapitel über den Kreiselkompaß sowohl nach Inhalt als
auch nach der Art der Darstellung aufgenommen werden. Bei der Bearbeitung der Navigation im
engeren Sinne, bei der sich naturgemäß die genannte Zusammensetzung aus Einzelteilen am fühl-
Ann. d. Hydr. usw. 1917, Heft V.