Meißner, O.:' Über die Beziehung der Temperatur zur Sonnenfleckenperiode. 189
Die Ergebnisse finden sich in Tabelle 3, in der ebenso wie in Tabelle 4,
das Gradzeichen (°) nur für die Temperaturgrade, nicht für die Winkel, an-
gewandt ist,
Tabelle 3.
Relativzahlen.
Januar ....
Februar... ..
März .....
April .....
Mai ......
Juni... ...
Juli......
August ....
September ..
Oktober. ...
November ..
Dezember. .
Jahr
a
h.
Aa
bl
ER
Da
-
47.2 |-F40.11—2,7 +0.2 | +3.1
° o° o | o o o
—0.25! —1.05| —0.64 —0.85/ —0.69/ 0.517
—0.24' —0.28| +0.11| —0.23! —0.72| —0.26:
10.08| 40.837 —0.14' —0.13° —0.17| —0.20'
0.17, H0.18| —0.11; —0.21 —0.38| —0.14'
—0.58| 40.06! 40.201 +0.0' —0.14' 0.13
—0.26| —0.32 —0.11, —0.1‘ +0.11| —0.26
-—0.64! +0.51 —0.06| —0./' 4+0.35| —0.04
—0.64/ —0.18 +0.02/ —0." +0.02| —0.01
—0.30| —0.06! 10.15 —0.4 40.26 40.08
3-0.05/ —0.0° 10.1” —0.11 —0.81 0.12
+0.28| —0.08 —0.11 | 0.02 —0.25 +{-0.8°
-0.07 a —0.27 —0.77 +0.20 —0.10
—0.18! —0.14} —0.07! —-0.281 —0.15! —0.01| 0.28 |
Dr
10
194
221
5
583
276
>19
309
54
59
1
‚09
„75
292
0
3.1
°
0.73
0.25
J.19*
3,24
0.20
D.21
0.49
351
145
2,28
0.11”
DS92
0.29
DD,
399
241
153
225
153
87
221
187
78
61
38
5
29
194
Doz
3.1
o
0.86
0.77
0.26
0.41
0.19
9.28
0.35
0.02
0.27
0.33
0.39
0.22
‚ 0.15 |
Dar
306
250
220
250
313
157
6/7
6
73
291
320
116
966
Auch für die Relativzahlen ist diese Rechnung ausgeführt (1. Zeile der
Tabelle); es ist offenbar zufällig, daß hier die Glieder mit dem zwei- und drei-
fachen Argument schon so klein sind, denn in anderen zeigt die Fleckenkurve
starke Asymmetrie- (steiles Aufsteigen), läßt sich also nicht gut durch eine ein-
fache Sinuswelle darstellen.
Für die einzelnen Monate zeigen nun die Koeffizienten c, und c, einen
guten jährlichen Gang: Maxima im Winter und Sommer, Minima im Frühling
und Herbst, c, ist zwar noch auffällig groß, wenn man bedenkt, daß es doch
kaum physikalische Bedeutung besitzen kann; die Unsicherheit der Einzelwerte
ist eben noch beträchtlich, da ja doch natürlich die Sonnenflecken nicht die
einzige Ursache der Temperaturschwankungen von Jahr zu Jahr sind. Man
kann jedoch einigermaßen sicher entscheiden, ob die errechneten Koeffizienten
avyb,c, mehr als bloß formale Bedeutung besitzen, wenn man die Quadrat-
summe A, der nach Abzug der Fourierschen Reihe noch übrig bleibenden
Fehler bildet. Der Wert Arte bildet dann einen Maßstab für die Wahr-
scheinlichkeit der Realität der Periodizität. Er findet sich in Tabelle 2. Eben-
dort bedeutet u? das Fehlerquadrat der Gewichtseinheit, Ws dasselbe unter Be-
a . Las . T . ; A
rücksichtigung der Fourierschen Reihe. Es ist u®? = ZT U = da
ja sechs neue Unbekannte, die drei Sinus und Cosinus hinzugekommen sind,
Während bei Einführung einer neuen Unbekannten der Wert der Fehlerquadrat-
summe stets sinkt, kann der des mittleren Fehlerquadrats der Gewichtseinheit
sogar zunehmen, was an sich widersinnig ist, aber durch die Verkleinerung des
Divisors herbeigeführt wird.!) Aus der letzten Spalte der Tabelle 2 können wir
also schließen:
Die Temperatur in Berlin zeigt folgenden Zusammenhang mit der Sonnen-
fleckenperiode: In den drei Wintermonaten und in den drei Sommer-
monaten ist eine (einfache und doppelte) Periodizität vorhanden, am aus-
geprägtesten im Januar und Juli (aber mit merklich verschobenen
Phasen!). Im Frühling und Herbst ist von einer solchen Periodizität nichts
zu erkennen!
1) Berechnet man nach der Methode der kleinsten Quadrate aus n Fehlergleichungen n Un-
bekannte, so wird sogar die Quadratsumme A. der Abweichungen = 0, keineswegs aber das Fehler-
quadrat der Gewichtseinheit, das vielmehr die unbestimmte Form m = X annimmt!