Meißner, O.: Über die Beziehung der Temperatur zur Sonnenfleckenperiode, 187
Tabelle 1, die die Resultate angibt, bedarf wohl keiner näheren Erläuterung,
Den Wolferschen Sonnenflecken-Relativzahlen sind ihre mittleren Abweichungen
beigefügt, die 10 bis 20%, des Absolutwertes betragen und selbst keine
systematische Veränderlichkeit aufweisen. Statt der Temperaturen selbst sind
ihre Abweichungen vom Mittel, auf die allein es hier ja ankommt, angegeben;
‚diese Mittel selbst, die aus dem oben angegebenen Grunde nicht gänzlich mit
den Mittelwerten für 1822 bis 1907 übereinstimmen, stehen in der letzten Zeile
der Tabelle. ;
Das Jahresmittel nun, um zunächst dies zu behandeln, zeigt eine aus-
gesprochene doppelte Periodizität mit einem Hauptminimum zur Zeit: des Flecken-
maximums und einem Nebenminimum zur Zeit des Fleckenminimums. Sämtliche
Zahlen der Tabelle sind, wie ich noch hervorheben möchte, ‘direkt beobachtete
Werte und keiner ausglättenden graphischen Ausgleichung unterworfen,
Die Abweichungen der Monatstemperaturen vom Mittelwerte dagegen
scheinen auf den ersten Blick wenig Gesetzmäßiges zu zeigen, am ehesten noch
die Werte für Januar und Juli. Trotzdem liegt‘ eine ausgesprochene Regel-
mäßigkeit vor, die sich auf folgende Weise ermitteln läßt. Es bezeichne & die
Abweichung einer Monatstemperatur in irgend einem Jahre des Fleckenzyklus
vom Mittelwerte, dann ist die Summe [8:2] = A die in der Fehlertheorie ge-
bräuchliche Quadratsumme der »Fehler«, d. h. hier der Abweichungen vom Mittel.
Bezeichnet man nun ferner mit B = [(e&v — &v_1)?] die Summe der Quadrate der
Differenzen jeder aufeinanderfolgender Werte, wobei auf den Wert für Jahr 10
des Zyklus der für Jahr 0 als folgend anzunehmen ist, so muß nach dem Abbe-
Helmertschen Kriterium!) im Falle rein zufälliger Fehlerverteilung sein:
B A
Ä— 5 0
2A 1
BO
x 3 1 z
wobei hier n 11, also n— 1 = 10 und 7 0.32 ist.
Mer
Tabelle 2.
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
Jahr
15.99
6.50
6.27
2.35.
3.92
2.75
7.88
5.46
3.44
2,20
2,83
9,87
(91
R
24.34
15,80
18.30
5.58
3.14
5.46
068
8.22
7.12
5.74
7.88
„7.40
1.64
A—B | 2A
BR
A,
12,82
— 1.40
— 2,88
— 0.44
— 0.15
—+0.02
2.49
+1,35
—0.12
— 0.67
—1.11*
1.17
4.0.39
21 2.67
0.82 2.14
0.69* 4.86
0.84 0.93
0.96. 1.99
1.01 0.88
1.52 1,62
1.88 1.48
0.97 39
0.77 1,28
0.72% 1.46
1.14 2.99
147 | 0.22
A— A,
0.83
68
23*
°9
20
68
-q
7A
59
£ x
48
70
| 0.88
u? |
1.60
9.65
0.63
0.23
0.39
0.28
0.73
0.55
0.34
0.22
0.28
0.99
0.12
ua,
1,67
2.53
1.22
0.28
0.50
0,22
0.40
0,36
0.35
0.31
0.36
0.75
ND.05
4
Se (0
0.58
0.18
0.21
0.45
0.34
0.24
O8
Die Werte A, B, AB und S- sind in den ersten Spalten von Tabelle 2
angegeben; die Erklärung der übrigen Spalten folgt später. Wie man hier
sofort sieht, haben die Werte AR und Sy einen für meteorologische
Verhältnisse ganz überraschend regelmäßigen Gang, und zwar ist die
1) Helmert, Über die Genauigkeit der Kriterien des Zufalls. Sitz. Ber. Berl. Ak, .1905 8. 594f.