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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1917.
Mondphase C. Nahezu die halbe Fläche unserer Karte erweist sich als ein
Treffergebiet für negative Abweichungen vom mittleren Luftdruckbetrag der Örter.
Es wird nach Nordosten zu durch eine Linie begrenzt, welche vom Kartenrand
über Schottland, die Elbemündung und die Hohe Tatra nach Mazedonien verläuft.
Ein nur wenig kleinerer Bereich um die Ostsee hat wiederholt positive Abweichungen
zu verzeichnen gehabt. Ihm gliedern sich ein: ganz Skandinavien und Jütland
mit einem Teil des westlich gelegenen Atlantischen Ozeans, das nordöstliche Deutschland,
 Galizien und die benachbarten russischen Landstriche bis zum Dnjepr, die
Ostseeprovinzen nebst dem Bezirk der Waldai-Höhen und das gesamte Finnland.
Abgesehen von zwei Berührungsstellen hält diese beiden großen Gebiete ein Band
getrennt, das mit wechselnder Breite von Nordwesten nach Südosten gelegt und
durch kurze Striche gekennzeichnet ist. Das gleiche finden wir auch bei einem
kleinen halbkreisförmigen Stück ganz im Osten.
Mondphase D. Dieses Kartenbild hat eine auffallende Ähnlichkeit mit dem
der vorhergehenden Mondphase. Auch bei ihm zieht durch die Mitte der Zeichnung
ein Band, das zwei entsprechende Treffergebiete auseinanderhält und für dessen
Punkte unsichere Ergebnisse erzielt wurden. Die Mittellinie dieses Streifens verbindet
etwa Island mit der Donaumündung. Seine Breite sinkt nirgends unter 500 km
herab. Infolgedessen rücken hier auch Länder wie das südwestliche Norwegen und
Schweden, Dänemark, Holland mit Belgien, Galizien und andere in ihn hinein,
die ihm vorher nicht angehört haben.
Mondphase E. Für den größten Teil Europas hat sich die Wiederkehr regelmäßiger
 Luftdruckänderungen nicht nachweisen lassen. Das ganze auf der Karte
sichtbare Mittelmeer mit allen seinen Inseln und Küstenländern, die Schweiz, selbst
Landstriche von Nordfrankreich, Süddeutschland und Ungarn sowie die gesamte
Balkanhalbinsel erscheinen indes in einer Hülle von horizontalen Geraden. Wenig
von diesem Bereich entfernt, zeigt sich im Westen ein anderer mit vertikaler
Schraffierung. Er drängt sich vom Atlantischen Ozean aus herein, indem er zwischen
dem 42. und 54. Breitengrad am Kartenrand ansetzt und auf Irland sowie auch
teilweis auf England, Frankreich und Spanien übergreift. Im Osten unserer Karte
ist am linken Ufer des Dnjeprs auf der Linie Kiew—Charkow ein gleichbezeichnetes
Flächenstück angedeutet.
Mondphase F. Über den Rumpf Europas legt sich vom Atlantischen Ozean aus
in westöstlicher Richtung ein breiter Riemen, dem alle Örter angehören, an denen
sich wiederholt höhere Barometerstände herausgestellt haben, als sie dem Monatsmittel
 zukommen. Südlich davon ist ein Bezirk, welcher Korsika teilweise, Sardinien,
Mittel- und Süditalien sowie die Westhälfte der Balkanhalbinsel nebst allen angrenzenden
 Meeren einschließt, mit kurzen Strichen versehen. Im Norden finden
wir einen beträchtlichen Teil Irlands und Großbritanniens, die Nord- und Ostsee,
Dänemark, Skandinavien und ausgedehnte Landstriche von Rußland in einem
ebensolchen Gebiet. Diesem zeigt sich aber im Nordosten ein nach Süden gerichteter
keilförmiger Bereich eingeschoben, dessen Westrand den Bottnischen und
Finnischen Busen schneidet und dessen Spitze den 56. Breitengrad trifft. Er enthält
Stellen, an denen sich gegebenenfalls in den beiden Jahrzehnten niedrigere Barometerstände
 hätten beobachten lassen, als sie dem mittleren Luftdruckwert der
einzelnen Punkte entsprechen.
Mondphase 6. Abgesehen vom Nordosten haben sich im ganzen Feld der
Karte wiederkehrende positive Barometerstandsabweichungen ergeben. Die S-förmige
Begrenzungslinie dieses großen, zusammenhängenden Trefferbereichs kommt aus
dem hohen Norden, Island und dem Festland gleich fern bleibend, und verläuft
um Norwegen herum durch das Skagerrak und Kattegat über Südschweden, die
Insel Ösel nach Livland und von dort zum Asowschen Meer. Nur für das Gebiet
nordöstlich dieser Kurve ist die Wiederholung bestimmter Barometerstandsänderungen
nicht erkennbar gewesen.
Mondphase H. Im Nordosten ist ein Gebiet sichtbar, welches Skandinavien,
Dänemark, Norddeutschland, die gesamte Ostsee und die ostwärts gelegenen Teile
des Russischen Reiches überspannt und das durch wagrechte Streifung als die
Heimstätte von Punkten mit wiederholt eingetretenen Luftdruckverminderungen

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