172 - Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1917,
Alle übrigen Stellen haben höhere Zahlen aufzuweisen, die namentlich nach Süden
und Westen hin stark anschwellen. Durch den eigentümlichen Verlauf der 50 %/,-
Kurve ist es bedingt, daß neben einer Geraden, auf welcher die Punkte mit prozen-
tischen Minimalwerten liegen, noch zwei andere gezogen werden können, welche
die Stellen höchster Prozentzahlen miteinander verbinden. Alle drei Geraden haben
die Richtung von Südost nach Nordwest. Die erste verläuft zwischen den beiden
letzten etwas südlich vom Punkt 10. Sie zeigt in der Richtung nach Island auf
einen Bezirk allerkleinster Prozentzahlen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß im
Nordosten Europas eine ihr parallele Gerade von gleichen Eigenschaften gelegt
werden könnte, wenn der Beobachtungsbereich entsprechend erweitert wäre. Die
nördlichere der beiden Geraden durch die Stellen höchster Prozentzahlen schneidet
den zehnten Meridiankreis zwischen den Punkten 2 und 5, die südlichere zwischen
den Punkten 29 und 32. Wir wollen es ununtersucht lassen, ob die festgestellte
Verteilung der Treffsicherheit über Europa in innerem Zusammenhang steht mit
der durch den synodischen Umlauf des Mondes herbeigeführten Luftdruckänderung
über diesem Gebiet. Ein bejahendes Ergebnis ist nicht ausgeschlossen. Merk-
würdigerweise dringt nämlich im Verlauf des synodischen Monats, wie früher
gefunden wurde, zweimal der hohe bzw. der tiefe Luftdruck nahe senkrecht zu den
betrachteten Geraden von dem Südwestrand unserer Karte nach Nordosten vor.
Dieser Hinweis scheint um so mehr berechtigt, als auch für den anomalistischen
und den tropischen Umlauf des Mondes Ähnliches gilt. Während dieser beiden
Bewegungen findet nämlich die Verlegung der Gebiete mit erhöhtem oder ver-
ringertem Barometerstand nach unseren ehemaligen kartographischen Feststellungen
ebenfalls beinahe senkrecht zu den ihnen eigenen Geraden kleinster Prozent-
zahlen statt.
Da die Karte 5 zustande gekommen ist durch die Verschmelzung der für
die drei einzelnen Mondumläufe gewonnenen Ergebnisse, wird es verständlich
erscheinen, daß auf ihr die Gerade durch das Tal kleinster Trefferwirkung ungefähr
in der Richtung von Osten nach Westen sich erstreckt. Schnittpunkt der Geraden
mit dem mittleren Längenkreis unseres Beobachtungsgebiets ist der Punkt 5. Öst-
lich und westlich von ihm sind Stellen mit abnehmender Treffsicherheit zu ver-
zeichnen. Nördlich und südlich von der genannten Geraden nehmen die Prozent-
zahlen zu, am meisten nach Südosten hin. Die Bereiche, in denen unter 50%, Treffer
sich ergeben haben, sind also die nordöstlichen und die nordwestlichen Teile Europas.
Nicht ohne Interesse ist es, sich auf Grund der Tabelle 13 als Ergänzung
zu den oben besprochenen Karten noch ein geographisches Bild von der Zunahme
der Ziffer- gegenüber den Zeichenprozentzahlen zu verschaffen. Die erwünschten
Darstellungen bringt Tafel 5 mit den Karten 6 bis 10. Auf ihnen wurden in den
Gebieten der verringerten Prozentzahlen die Orte gleicher Änderung durch punk-
tierte, in denen mit erhöhter Prozentziffer durch ausgezogene Linien verbunden.
Für die erstgenannten Felder, welche stark gezeichnete Kurven umsäumen, würde
sich bei einer Veranschaulichung der geographischen Verteilung der Zeichenprozent-
zahlen eine Verbesserung aller Ergebnisse erzielen lassen. Diese Bereiche sind klein
und vielleicht in sich geschlossen auf den Karten 6 und 10. Nicht überall begrenzt
und in steigendem Maße größer erscheinen sie auf den Blättern für den tropischen,
anomalistischen und synodischen Umlauf des Mondes. Der erwähnten Verbesserung
stünde jedoch, von Karte 9 abgesehen, in allen Fällen eine viel weitergehende Ver-
schlechterung der Resultate gegenüber. Darum wurde auch auf eine kartographische
Wiedergabe der Ergebnisse für die Zeichenprozentzahlen verzichtet.
Aus unseren Karten auf der unteren Hälfte der Tafel 5 sei im einzelnen
noch ‚folgendes hervorgehoben:
Für den. jährlichen Umlauf der Sonne am Himmel treten die stärksten
Erhöhungen der Zifferprozente im Norden, im Osten und in den südlicheren Teilen
Europas auf. x .
Die dem anomalistischen Monat zukommenden Änderungen der Prozent-
zahlen sind groß im Nordwesten, im. Nordosten und im Süden,
Auf der Karte für den tropischen Umlauf des Mondes macht sich die Zu-
nahme des Prozentbetrags im Nordosten, ganz besonders aber im Südwesten unseres
Erdteils geltend.