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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

Schneider, J.: Die Wiederkehr der jährlichen und monatlichen Änderungen des Luftdrucks usw. 171 
und für das Zusammenwirken’ dieser drei Umläufe an 28 Orten be- 
merkt worden. Somit ist in Mitteleuropa die Wiederkehr der jähr- 
lichen Luftdruckänderungen an 100%, der gleichmäßig verteilten 
Orte zu erwarten, während das Wiedereintreffen der monatlichen 
Barometerstandsschwankungen, sofern es sich um den anoma- 
listischen, tropischen, synodischen oder ‚den aus diesen kom- 
binierten Mondumlauf handelt, nur für 37.5, 87.5, 75.0 und 87.5 % 
der untersuchten Punkte nachgewiesen ist. 
Mit welcher Sicherheit diese periodischen Änderungen des Luftdrucks eintreten, 
hängt in erster Linie von der geographischen Lage eines Ortes ab. Dies darzutun, 
dienen die Karten 1 bis 5 auf Tafel 5. Sie geben den Verlauf und die Lagerung 
der Linien wieder, welche die Orte mit gleicher Prozentziffer untereinander verbinden. 
Diejenigen Kurven, auf welchen sich die Punkte mit der mittleren Treffsicherheit 
von 50°/, befinden, sind durch größere Stärke besonders hervorgehoben. Sie trennen 
die Gebiete, in denen sich der Mondeinfluß geltend gemacht hat, von denjenigen, 
in welchen er nicht deutlich hervorgetreten ist. Die Linien im: Bereich der ersten 
sind. ganz ausgezogen, während die übrigen durch Strichelung kenntlich gemacht 
wurden. Die an den Kurven angeschriebenen Zahlen bedeuten Zifferprozente. 
Bei näherer Betrachtung gibt uns die obere Hälfte der Tafel 55 noch zu 
mancherlei Bemerkungen Anlaß. 
Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Karten für die jährliche 
and für diejenigen monatlichen Prozentzahlen, welche vom anomalistischen Umlauf 
des Mondes abhängen. Auf beiden Blättern sind die größten Werte im Nordwesten 
sowie im Süden und Südosten zu finden. Durch beide Karten läßt sich im Gebiet 
der geringeren Beträge eine Gerade legen, auf welcher etwa die Örter mit kleinster 
Prozentziffer zusammengelagert sind. In beiden Fällen zieht diese Gerade in der 
Richtung von Westsüdwest nach Ostnordost, so auf der Jahreskarte ungefähr durch 
den Punkt 10, auf der Monatskarte durch den Punkt 24. Die zwei erwähnten Linien 
liegen also etwa acht Breitengrade voneinander entfernt. 
Da für den jährlichen Umlauf der Sonne durchweg höhere Prozentzahlen 
als 50 sich ergeben haben, so ist auch die Karte 1 die einzige, auf welcher nur völlig 
gleich ausgezogene Kurven vorkommen. Die oben festgelegte Gerade zeigt sich darum 
auch als Trägerin von Punkten, deren Prozentziffern sämtlich den Mittelwert 50 
überschreiten. . Die für sie gültigen Beträge sinken indes in der Richtung nach Nord- 
osten hin ganz beträchtlich. Es ist daher zu vermuten, daß unsere Gerade über den 
antersuchten Bereich hinaus in ein Gebiet führt, dessen Punkten kleinere Werte als 50 
zugeschrieben werden müssen. 
Anders liegen diese Verhältnisse bei der Karte 2. Auf ihr ist ein sehr aus- 
gedehntes Feld mit gestrichelten Linien... In demselben wird die Prozentziffer 50 
nirgends erreicht. Dazu nehmen auf der Geraden durch die Mitte dieses Gebietes 
die Prozentwerte von Osten nach Westen sehr stark, sogar bis zum Betrage 0 ab. 
Eine ähnliche, mit Minimalwerten versehene Gerade, welche wenig nördlich 
am Punkt 5 vorbeizieht, haben wir auch auf Karte 3 für den tropischen Umlauf des 
Mondes; Sie erstreckt sich in der Richtung von Westnordwest nach Ostsüdost, 
durchschneidet beiderseits ein Gebiet von weniger als 50°, Treffer und zeigt nament- 
lich nach Westen hin ebenso wie die vorher besprochene Gerade Punkte mit ab- 
nehmender Prozentzahl. Den weitaus größten Teil des festländischen Europa füllen 
jedoch Punkte, deren Prozentzahlen 50 übertreffen. Die Werte wachsen im all- 
gemeinen nach Süden zu und erreichen im Südosten einen Betrag von nicht zu über 
bietender Höhe. Auch oben im Norden scheinen die großen Prozentzahlen über 
den Rand der Karte hinaus einen weiteren ausgedehnten Bereich für. sich zu be- 
anspruchen, 
Einen etwas anderen Charakter als die bisher betrachteten Karten trägt die für 
den synodischen‘ Monat. In ihr sehen wir von Nordwesten her ein Gebiet kleinster 
Werte sich zungenartig in das Innere Mitteleuropas hineinerstrecken. Darüber stößt 
zleich einem stumpfen..Horn ein Bereich, bedeckt mit größeren Prozentzahlen, nach 
Norden vor. Außer den Punkten im Nordwesten, im Nordosten und hoch im 
Norden bleiben nur noch Örter südlich der Ostsee mit ihrer Prozentziffer unter 50.
	        
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