148 Aunalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1917.
auf ein Maximum der Temperatur in oder über den hohen Ostwinden, Der
Beweis dafür kann allerdings noch nicht exakt erbracht werden; der hohe Ost-
wind ist ja nur sehr wenig erforscht. Die leuchtenden Spuren der Meteore, die
gelegentlich längere Zeit sichtbar bleiben, zeigen in den wenigen genauer be-
obachteten Fällen, daß der Ostwind sich bis zu etwa 60 km Höhe erstreckt. In
noch größeren Höhen scheint wieder Westwind zu herrschen. Nähere Angaben
für diese Behauptungen werden aber nicht gegeben. In Figur 2 ist der Ver-
such von Blair gemacht, die einzelnen Windsysteme voneinander abzugrenzen.
Im weiteren
Verlauf der Arbeit
versucht Blair das
Windsystem theo-
retisch zu begrün-
den, jedoch nur
qualitativ; da für
quantitative Rech-
nungen das Material
noch viel zu spär-
lich ist, Er stellt
einige allgemeine
Betrachtungen vor-
an, die in den späte-
ren Ausführungen
angewandt werden:
Die Erdoberfläche
ist die Hauptquelle
der Luftwärme be-
sonders in den un-
teren Schichten,
Die Wärme geht
von der Erde zur
Luft über durch
Leitung und Strah-
lung und verteilt
sich in der Luft
durch Konvektion
und Strahlung. Die
in .den unteren
Schichten relativ
unbeträchtliche Absorption der Sonnenstrahlung ist wahrscheinlich eine recht be-
deutende Wärmequelle für die höheren Schichten, Die Hauptursache der Kon-
vektion liegt in der ungleichmäßigen Erwärmung der Luftmassen, die so verteilt
sind, daß die kälteren Luftmassen in demselben oder höheren Niveau liegen als
die wärmeren. Man kann annehmen, daß die Luft ihre Höhenlage aus rein
mechanischen Gründen ändern kann. In einer rotierenden Luftmasse würde die
kältere Luft nach außen gedrängt und würde dabei eine aufsteigende Komponente
bekommen, ;
Die Luft erwärmt sich durch die absorbierte Strahlung und nicht durch
die hindurchgelassene. Die Erwärmung der Luft durch Strahlung ist also um-
gekehrt proportional ihrer Wärmedurchlässigkeit. Die Luftfeuchtigkeit ist der
Bestandteil, der mehr als jeder andere die Erd- und Sonnenstrahlung absorbiert.
Folglich muß eine trockene Luftmenge relativ kühl sein und eine feuchte relativ
warm, unabhängig von der Höhe dieser Luftmenge. Ferner erhält Luft über
einer feuchten Luftschicht weniger Erdstrahlung und Luft darunter weniger
Sonnenstrahlung, als wenn die betreffende Luftschicht trockener wäre. Die
Eigenstrahlung der Luftschichten selbst wird dabei allerdings nicht berück-
sichtigt. Der Feuchtigkeitsgehalt der Luft ist streng abhängig von der Temperatur,
Das gilt vor allem für die unteren Luftschichten. In den höheren Secehichten
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