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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

130 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1917. 
Widerstandskoeffizienten, d.h. also verschiedene Strömungsformen der die Kugel 
bespülenden Flüssigkeit nebeneinander bestehen. Die dem kleineren Widerstand 
entsprechende Strömungsform scheint bei starker Turbulenz bevorzugt zu sein. 
Außerdem hat die Turbulenz bei beiden Strömungsformen die Wirkung, den Wider- 
stand zu verkleinern. Der kleinste, bei hoher Turbulenz und großer Reynoldsscher 
Zahl beobachtete Wert des Widerstandskoeffizienten beträgt etwa 0,07. KEinen 
ungefähren Höchstwert können wir berechnen unter der Annahme, daß die Ab- 
lösung der Oberflächenschicht am Äquator der Kugel erfolgt und daß die Ge 
schwindigkeit der an der Außenseite der Unstetigkeitsfläche entlang strömenden 
Luft sich von der Ablösungsstelle ab nicht ändert. Nach der Theorie der Potential- 
bewegung ist die Geschwindigkeit am Äquator = Vo, WO vo die Geschwindigkeit im 
Unendlichen ist. Der Druck an der Ablösungsstelle und nach den obigen An- 
nahmen im ganzen von der Unstetigkeitsfläche umschlossenen Raume ist daher 
Pp=Do-—- 0 vo? Die auf die Rückseite der Kugel wirkende Kraft ist also 
T D? (po — SL 0vo)- Da die im Falle der Potentialströmung auf die Vorderseite 
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wirkende Kraft gleich D? (po — BA 0 Wo”) ist, so ist die Resultante oder der Form- 
widerstand für diesen Fall gleich 8 T D?.0v,%. ww ist daher & oder 0,56. Der 
größte bei den Versuchen von Hesselberg erreichte Wert von w ist etwas größer 
als 0,48. Nach diesen Gesichtspunkten ist die schematische Figur 8 entworfen. 
R ist die Abzisse, als Ordinate hat man sich die Turbulenz in willkürlichem Maße 
abgetragen zu denken. Die Kurven sind Isoplethen 
des Widerstandskoeffizienten. Die w-Fläche besteht 
aus zwei Blättern, die in dem Übergangsgebiet 
zwischen den beiden Strömungsformen übereinander- 
greifen. Als Intervall von R, in dem der Übergang 
von der einen Strömungsform zur anderen erfolgt, 
ist das zwischen 100000 und 220000 liegende an- 
genommen. Damit ist- allerdings der Göttinger 
Versuchsreihe im normalen Luftstrom des aero- 
dynamischen Kanals nicht Genüge getan, denn 
dort erfolgte der Übergang erst etwa zwischen 
R =200000 und R=280000. Entweder ist es so, 
daß die Übergangsstelle selbst wieder eine Funktion 
der Turbulenz ist. Dann würde diese Funktion keine 
monotone sein, da bei der geringen Turbulenz der 
Hesselbergschen Versuche der Übergang schon relativ früh, bei der größeren 
Turbulenz des normalen Luftstromes erst bei höheren Reynoldsschen Zahlen 
and bei der noch größeren Turbulenz des künstlich turbulent gemachten Stromes 
wieder bei niedrigeren Zahlen erfolgt. Oder es hat bei den Göttinger Versuchen 
im normalen Luftstrome irgendein zufälliger Umstand mitgewirkt, der das Ein- 
treten des zweiten Strömungszustandes verzögerte. Im Hinblick auf das Resultat 
von Blasius, daß die Lage der Ablösungsstelle vom Reibungskoeffizienten unab- 
hängig sein sollte, bin ich geneigt, an eine solche Zufälligkeit zu glauben. Über 
diesen Punkt werden erst weitere Versuche Aufklärung bringen können. 
V. Erklärung der Schwankungen der Steigegeschwindigkeit der Ballone 
in der Atmosphäre. 
Die Schwankungen der Steigegeschwindigkeit der Ballone in der Atmosphäre 
erklären sich jetzt außerordentlich einfach durch die verschiedene Turbulenz der Luft. 
Die Verschiedenheit in den Versuchsergebnissen von Hergesell und Hessel- 
berg dürfte darin beruhen, daß in dem Versuchsraum von Hergesell größere 
Turbulenz herrschte als in dem von Hesselberg und Birkeland. Die zuletzt 
Genannten machten ihre Versuche in einer Kirche, deren dicke Mauern für sehr
	        
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