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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1917.
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)
Mittl. Windstärke
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Steife und stürmische Winde wehten am 2. bis 4. an der Nordseeküste aus
West bis Nordwest, am 2. auch an der Ostseeküste bis Lübeck und am 4. bis
zur Oder. Am 5. traten stürmische nordwestliche Winde an der mittleren und
östlichen Ostsee auf. Steife Südostwinde wehten am 8. an der Nordsee und westlichen
Ostsee. Ferner traten vom 18. bis 20. vielfach steife Ostwinde an der
deutschen Küste auf. Gewitter wurden nicht beobachtet. Die Temperatur
war bei Jahresbeginn im Westen sehr mild und blieb es bis zum 5. Januar,
worauf auch hier, allerdings nur schwacher Frost eintrat, während es im Osten
dauernd bis zum 10. ziemlich kalt war. Bis Mitte des Monats hielt sich die
Temperatur an der ganzen Küste in der Nähe des Gefrierpunktes, dann setzte,
im Osten schon am 15, beginnend, überall ungewöhnlich scharfer und dauernder
Frost ein. Während dieser ganzen Zeit bis Ende des Monats lag über Deutschland
einschließlich des Küstenstrichs eine geschlossene Schneedecke. Den
verhältnismäßig hohen Temperaturmaxima von 4° bis 10° am Anfang des
Monats standen die sehr niedrigen Temperaturminima zwischen — 6° und
— 21° im letzten Monatsdrittel gegenüber. Die Zahl der Eistage war infolge
dieser besonderen Witterungsverhältnisse im Vergleich zu der fast normalen
Mitteltemperatur recht groß, sie betrug im Mittel 15, in Keitum sogar 18.
Am 1. Januar lag ein Hochdruckgebiet über Südwest- bis Mitteleuropa
und ein zweites über Skandinavien, während ein Tiefdruckausläufer von Schottland
über die Nordsee bis Dänemark vordrang und vielfach stürmische Nordwestwinde
hervorrief. Diesem Ausläufer folgte am 4. ein neuer, den ebenfalls
stürmische, westliche Winde begleiteten, die am 5. in der östlichen Ostsee in
Nordweststurm übergingen. An den folgenden beiden Tagen war der Luftdruck
in Mitteleuropa ziemlich gleichmäßig. Am 8. rückte vom Kanal ein Tiefausläufer
bis Ostfrankreich und Holland vor, der zunächst dort liegen blieb, Deutschland
Schnee brachte und sich langsam verflachte. Am 10. und 11. rückte er
als flaches Teiltief nach Süd- und Ostdeutschland vor. Hiernach drang vom
11. bis 13. ein neuer Tiefdruckausläufer über die Nordsee nach West- und Norddeutschland
vor und zog am 15. nach Rußland ab. Ein flacher Hochdruckvücken
trennte das Tief über Norddeutschland. von dem über dem Mittelmeer.
Über Schweden zeigten sich mehrmals kleine Hochdruckgebiete, doch erst am 15.
entwickelte sich ein geschlossenes Hochdruckgebiet über Südskandinavien und
Finnland gegenüber dem Tief über Mittel- und Südeuropa. Am 18, schien das
von Süden sich ausbreitende Tief das Hoch über Nordskandinavien zu vertreiben,
da drang vom Westen her ein neuer Hochausläufer nach Mittelskandinavien
vor, der sich bis über die Ostseeländer und das Königreich Polen ausdehnte
und eine ständige Winterwetterlage über dem unter einer geschlossenen
Schneedecke liegenden Deutschland herbeiführte. Diese Wetterlage blieb mit
unwesentlichen Verschiebungen und Änderungen bis Ende Januar, also einen
halben Monat lang, bestehen.
Druck und Verlag von E. S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei,
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