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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1917.
Raben zieht als Ursache den Einfluß des Bodens heran, der bei den
geringeren Tiefen reichlich organische Substanz und damit auch Phosphorsäure
enthält, weiterhin aber sind in größeren Tiefen die absinkenden abgestorbenen
Oryanismen soweit durch Bakterien zersetzt, daß die Zerfallsprodukte wasser-
löslich geworden sind. Dr. Bruno Schulz.
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Podestä, Dr. H., Marine-Generaloberarzt: Wandtafeln zur Prüfang des Farben-
sinnes und der Erkennung der Farbensinnstörungen. 4 Tafeln. Hamburg
1916. L. Friederichsen & Co.
Ein neuer und origineller Gedanke wird in den Tafeln zur Ausführung gebracht: durch
Zusammen- und Gegenüberstellung von Farben- und Helligkeitsgleichungen in ein und demselben
Wortbild werden Buchstabenelemente zu zwei Prüfungsworten vereinigt. So wird das eine Wort von
dem Farbentüchtigen an der Farbe, das andere von dem Farbenuntüchtigen an der Helligkeit unter-
schieden bzw. erkannt.
Auf jeder Tafel kann also auch der Farbenuntüchtige ein Wort erkennen. Darin liegt für
den farbenuntüchtigen Untersuchten der nicht zu unterschätzende Vorteil, daß er der Untersuchung
unbefangener gegenübersteht, als es etwa bei den Stillingschen Tafeln der Fall ist. Der Unter-
sucher kann anderseits durch die Art der Verwechselungen auf den verschiedenen Tafeln eine größere
Sicherheit in der Beurteilung der Ergebnisse gewinnen.
Im Prinzip schließen sich die Tafeln der Stillingschen und Nagelschen Methode an. Ob
sie aber gerade für Massenprüfungen besonders geeignet sind, mag bei aller Anerkennung des Scharf-
sinnes, mıt dem sie entworfen sind, dahingestellt bleiben. Ich glaube, daß die Prüfung mit ihnen
höhere Ansprüche an die Intelligenz der Untersuchten stellt, als etwa die mit den Stillin gschen Tafeln.
{mmerhin werden die Tafeln als weitere Bereicherung zur Untersuchung der angeborenen
Farbenblindheit willkommen geheißen werden können, wenngleich sie ja auch — wie der Erfinder
selbst betont — nicht frei sind von den Unvollkommenheiten aller Proben mit Pigmentfarben,
Die technische Ausführung ist durchgehends als cine gelungene zu bezeichnen,
Dr. E. Franke.
Friederichsen, Max, Prof.: Methodischer Atlas zur Länderkunde von Europa.
Entworfen, bearbeitet und herausgegeben von — —, gezeichnet von Dr.
K. Seick. 1. Lieferung: Ost-Europa und die Ostseeländer.
2. K : Die Nordseeländer und Frankreich.
Hannover, Leipzig 1914 und 1915. Hahnsche Buchhandlung, ;
Preis jeder Lieferung MM 3.—.
Von den geplanten fünf Lieferungen sind bislang zwei erschienen, in welchen 1. Osteuropa
und die Ostseeländer. 2. die Nordseeländer und Frankreich zur Darstellung gebracht sind, Für jedes
Land oder jede Läudergruppe sind auf drei Ta:eln zu je 8 Kärtchen die wichtigsten, nach methodischen
Gesichtspunkten ausgewählun Faktoren der Natur und Wirtschaft gegeben; die Auswahl ist äußerst
lehrreich. Die Autderkung kausaler Beziehungen wird dadurch erleichtert, daß die Kärtchen jedes
Landes in gleichem Maßstabe gegeben sind ‚Osteuropa 1:40 Mill, Ostseeländer 1:20 Mill., England
und Frankreich 1:15 MilL).
Die geologischen Grundlagen (dargestellt auf einer geologischen und einer morphologisch-
tektonischen Karte) bedingen in erster Linie die vertikale Gliederung (Karte; sowie Abdachungs- und
Abflußverhältnisse (Karte). Diese wiederum zusammen mit dem Klima (Karte: Klimagebieteı wirken
bestimmend auf die Vegetation (Karte: Vegetationsgebieten Nach diesen Gegebenheiten läßt sich das
betrachtete Gebiet Europas in natürliche Landschaften einteilen (Karte: Landschafisgliederung), Ver
Inhalt einer Karte der eısten Tafel jedes Landes wechselt je nach der Eıgenart des dargestellten Ge-
bietes, z. B. bei Osteuropa ist. Darstellung der Bodenarten gewählt, bei den Ostseeländern eine glazial-
morphologische Karte gegeben u. s.f. — Die zweite Tafel ist ganz der Darstellung der kl matischen
Verhältnisse gewidmet. Die Isothermen. Isobaren und Winde von Januar und J uli bilden den Inhalt
der vier ersten Karten, auch eine Niederschlagskarte ist stets gegeben. Der Inhalt der drei übrigen
Kärtchen wiederum ist bei den verschiedenen Ländern wechselnd, z. B. sind bei den O«tseeländern,
wozu hier auch Norwegen kommt, dıe Januar- und Juli-Isanomalen gegeben, um die klimatische Be-
vorzugung infolge der vorherrschenden Seewinde und des Golfstromes zu zeigen, weiterhin noch die
Darstellung: Mittleres Datum «des Zuganges und des Aufganges der Flüsse, — Die dritte Tafel für
jede Ländergruppe ist rein anthropogeographischen Inhalts. Die Bevölkerungsdichte, die wirtschafts-
geographischen Verhältnisse und dıe Verkehrswege zu Wasser und zu Lande sind jedesmal gereben.
Im übrigen wechselt naturgemäß der Inhalt der Karten stärker als bei den beiden anderen Tafeln,
Während bei den Nordseeländern Karten der Völker und Sprachen. des englischen Kolenialbesitzes,
des beackerten Bodens, der Industrie und Steinkohlenfelder hinzutreten. ist bei Osteuropa eine Karte
der Verbreitung der Deutschen, bei Frankreich eine solche des Weinbaues außer anderen ausgewählt.