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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1917, 
Die bisherigen Beobachtungen geben zu nachstehenden Schlußfolgerungen 
Veranlassung: 
Die Lichtstärke des Kraters bei Bogenlampen ist so groß, daß dabei die 
Färbung des Bogens keine Rolle spielt, wie auch der Austausch der Beobach- 
tungen zwischen Frankreich und England nach den Mitteilungen des Direktors 
der französischen Küstenbefeuerung bestätigt. Zum Absorbieren der Wärme- 
ausstrahlung sind wegen der großen Brennweite der Linsen besondere Maß; 
nahmen nicht erforderlich. Auf die optischen Eigenschaften des Glases hat die 
Wärmeausstrahlung keinen Einfluß. Neben französischen und englischen Linsen 
sind auch deutsche Linsen auf den Leuchtbojen gebräuchlich, Das französische 
Glas ist grünlich, trotzdem ist eine Linse dieser Herkunft vom Jahre 1833 noch 
ebenso hell wie früher, während das englische Glas mehr gelblich ist und im 
Laufe der Zeit weniger durchsichtig wird. Die Verwendung von Wechselstrom 
bewährt sich in der Praxis trotz der günstigeren Leistungen des Gleichstroms, 
weil man um eine Wechselstromlampe ein geschlossenes Linsensystem bauen und 
mehr Licht auffangen kann. Die Linsen und die Wechselstromanlagen sind der- 
art gestellt, daß die Lichtbündel 1!/, Minuten nach unten, somit genau auf den 
Horizont gerichtet sind und somit gegen den Horizont um die Kimmtiefe ge- 
neigt sind. Dazu ist erforderlich, daß die Krater gegen die Linsen einen 
bestimmten Stand einhalten, der auf einer Elfenbeintafel fortdauernd zu kontrol- 
lieren ist und nötigenfalls durch Höher- oder Niedrigerstellen bzw. Zusammen- 
bringen der Kohlenspitzen wiederhergestellt werden kann. Das Richten auf 
die Kimm ist nur bei einer außergewöhnlich kleinen Lichtquelle, also bei elek- 
trischem Licht, notwendig. 
Die Meinungen über den Einfluß der Farbe auf die Sichtbarkeit des 
Lichtes sind nicht mehr geteilt. Das hauptsächlich zu seinem Recht kommende 
Licht ist das des Kraters, während durch die Kohlenstäbe dem Bogen Farbe 
gegeben wird. Nun ist aber die Lichtstärke des Kraters so groß, daß es gleich- 
gültig ist, wie der Bogen gefärbt ist, was auch durch den Direktor der fran- 
zösischen Küstenbefeuerung auf Grund des Austausches von Beobachtungen 
zwischen Frankreich und England bestätigt wird, 
Das Licht von Scheveningen ist mehr ein Scheinwerfer, ein einziger wage- 
rechter positiver Kohlenstab mit einer großen Linse davor. auf einer schräg 
gestellten Tafel, wodurch es auf den Horizont gerichtet ist, 
iX 
Kleinere Mitteilungen. 
ji. Vorschlag zur Errichtung einer Meteorologischen Zentralanstalt 
in Göteborg. Prof. O. Pettersson und Dr. Gustav Eckman, die schwedischen 
Mitglieder der Internationalen Meeresforschung und des hydrographisch-biolo- 
gischen Ausschusses in Schweden, haben an die Regierung ein Schreiben ge- 
richtet, in dem sie befürworten, daß bei der bevorstehenden Regelung des Arbeits- 
gebiets der Meteorologischen Zentralanstalt und des Hydrographischen Bureaus 
in Stockholm erwogen werde, inwieweit eine Arbeitsverteilung der Stockholmer 
Zentralanstalten in der Richtung stattfinden kann, daß alle Beobachtungen des 
Wetter- und Sturmwarnungsdienstes einer Zentrale für Wetterdienst und Marine- 
meteorologie zugehen, die ihren Sitz in Göteborg haben sollte. Alle klimato- 
logischen Beobachtungen, wie z. B. die Aufzeichnung der Niederschläge u. a. m., 
sollten dagegen dem Hydrographischen Bureau in Stockholm übertragen werden, 
weil dieses dort mit dem Wasserfallamt und anderen Behörden beständig Fühlung 
haben würde. 
Der zweckmäßigste Sitz einer Zentrale für Wetterdienst und Sturm- 
warnungswesen scheine die Westküste Schwedens zu sein, wo sie der Schiffahrt 
und der Fischerei am meisten Nutzen bringen könne, Recke,
	        
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