112 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1917.
des Raumes in der Achse der Photometerbahn befestigt, kann an Gleichstrom,
Wechselstrom, Stadtgas, Fettgas, Blaugas, Azetylen oder Petroleum unter Luft-
druck angeschlossen werden. Mittels eines Photometers kann die Lichtstärke
jeder Lichtquelle in wagerechter Richtung bestimmt werden. Die Lichtquelle
befindet sich zugleich in der senkrecht zur Photometerbahn stehenden Achse
eines drehbaren Stangensystems, an dessen wagerechtem Teil ein total reflektierendes
Prisma und ein Weber-Photometer befestigt sind. Mit diesem drehbaren Photo-
meterstativ kann die Lichtstärke der Lichtquelle in allen möglichen Richtungen
bestimmt werden. Das total reflektierende Prisma kann durch eine Röhre er-
setzt werden, deren eines Außenende mit einem kleinen Prisma und dahinter
gestellter Linse versehen ist, während das andere Außenende durch ein mattes
Glas geschlossen ist. Die Einrichtung ist so getroffen, daß durch Drehen dieser
Röhre statt des großen Prisma ein Bild in wahrer Größe der, Lichtquelle auf
dem matten Glas erscheint, das photographisch oder durch Übertragung auf
Papier festgelegt werden kann. Von der so erhaltenen Figur kann die Ober-
fläche bestimmt werden, die in Verbindung mit der in derselben Richtung be-
stimmten Lichtstärke die Flächenheile der Lichtquelle in dieser Richtung gibt,
Ferner enthält der Photometerraum einige Apparate zur Untersuchung von
Gasen, ein Kalorimeter, einen Apparat zur Bestimmung des spezifischen Ge-
wichts, Druckregeler, Druckmesser und einen Experimentiergasmesser, gebaut
für Brennerdrucke bis 0.5 Atmosphären. Gegen den Außengiebel liegen ein
fester und ein fahrbarer Gaskessel, von denen der erstere in dem Photometer-
raum mit Blaugas aus Flaschen gefüllt und der letztere auf einem Wagen nach
der Fettgasfabrik am Hoek van Holland behufs Füllens gebracht werden kann.
Die Werkstätte enthält zwei Drehbänke, eine Säge- und zwei Bohrmaschinen
neben kleineren Werkzeugen, sämtlich elektrisch getrieben; ferner eine ab-
geschlossene Einrichtung zur Prüfung und Abregelung von Bogenlampen, eine
Einrichtung zur Prüfung von pneumatischen Unterseeglocken und eine Bank
zur Prüfung von Leuchtbojenlaternen,
In der Maschinenkammer sind aufgestellt: Zwei 25 e. P. S, Dieselmotoren,
jeder einen Nebenschluß-Dynamo von 110/160 Volt X 150 x 100 Amp. antreibend,
womit eine Akkumulatorenbatterie von 60 Zellen mit einer Leistung von
580 Amp./Stunden geladen werden kann. Diese Einrichtung liefert den erforderlichen
Strom für die Prüfungsstation und das benachbarte Leuchtfeuer von Scheveningen.
Einer der Dieselmotoren treibt zugleich einen Wechselstrom-Dynamo behufs
Untersuchung und Regelung der Wechselstromlampen der Leuchtfeuer Terschelling,
IJmuiden und Westkapelle.
Das hauptsächlich für die Untersuchung und das Stellen der Glasringe
von Linsen und für die Lichtstärkebestimmung von Lichtbündeln eingerichtete
Stockwerk enthält zu diesem Zweck eine gußeiserne Aufstellungstafel mit zwei
übereinander liegenden Blättern. Das obere Blatt ist zur Befestigung von Linsen
und Linsensystemen eingerichtet und ruht auf zwei messerförmigen Unter-
stützungsblöcken, die auf dem unteren Blatt befestigt sind; es kann durch
Schraube mit Handrad wagerecht oder wenig geneigt festgesetzt werden. Oberes
und unteres Blatt zusammen können sich um ein Fußstück drehen, auf dem sie
ruhen. Zur Bestimmung des Drehungswinkels ist der Rand des unteren Blattes
mit Gradeinteilung und Noniusablesung versehen, wodurch es möglich ist, bei
einer festen Aufstellung des Weber-Photometers den Streuungswinkel eines
Lichtbündels in wagerechter und senkrechter Richtung durchzumessen, Der
Photometer ist 30 m von der Aufstellungstafel entfernt angebracht.
Das Messen der Lichtstärke von Lichtbündeln, die von großen Linsen-
systemen ausgesandt werden, kann durch teilweise Abdeckung erfolgen, wozu
der Photometer wagerecht und senkrecht verschoben werden kann, um ihn auf
die Mitte des zu messenden Systems oder auf dessen Seite einzustellen. Um auf
großen Abstand die Lichtstärke sehr starker Bündel messen zu können, ist in
dem Giebel bei der gußeisernen Aufstellungstafel ein großer Glasrahmen an-
gebracht, durch den die betreffenden Bündel in SW-Richtung längs des Strandes
ausscheinen.