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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

Eckardt, W. R.: Luftdruckverteilung, Winde und Regenfall in Australien, 109
Unterschied nicht vorhanden; der ozeanische Charakter des Klimas ist hier viel
reiner ausgeprägt, ;
. Tasmanien liegt schon ganz außerhalb der Subtropen; es zeigt aber einige
Besonderheiten, Denn auf einen unter dem Einfluß des südhemisphärischen
Hochdruckgürtels verhältnismäßig trockenen Spätsommer, in dem der Februar
der trockenste Monat ist, folgen Winterregen, die an der Westküste im Juli ein
einfaches Maximum erreichen, während sich im kontinentaleren Südosten der
Insel nach einer Abnahme der Niederschläge zu Beginn des Frühlings, wo das
umgebende Meer relativ am kältesten ist, auch ein Frühsommermaximum bemerkbar
 macht, nämlich im November: es ist sogar das Hauptmaximum im
Vergleich zum Wintermaximum in den Monaten Juni und Juli).
Was die sogenannten »V -Depressionen«
 anlangt, die dem südlichen
Australien sowie seiner Inselwelt den
Regen bringen, so handelt es sich bei
diesen natürlich um nichts anderes als
um Randgebilde an der Aquatorialseite
der den südhemisphärischen Tiefdruckgürtel
 durchziehenden Zyklonen, mithin
 um ein Analogon zu den Vorgängen
 über Mitteleuropa. Denn auch
dieses empfängt ja fast ausschließlich
seine Regenfälle von Randtiefs der im
allgemeinen nur das nördliche Europa
direkt durchziehenden Tiefdruckwirbel.
Wenn die Randgebilde auf der Südhalbkugel
 allem Anschein nach abgesetzter
 sind als bei uns, so ist dort
vielleicht . gerade die deformierende
Wirkung der weniger ausgedehnten
Landmassen bei der allgemeinen Wasserbedeckung auf jene Luftdruckgebilde
eine größere, Denn im allgemeinen erfahren die Hochdruckgebiete infolge des
gebirgigen Ostens nicht nur eine Verkürzung ihrer Hauptachse, sondern ihre
Zentren zeigen auch im Südwinter, entsprechend den erkaltenden Einflüssen des
Festlandes, im Osten in der Regel eine südliche Komponente der Fortpflanzungsrichtung,
 schlagen dann aber zumeist einen nordöstlichen Weg nach dem freien
Osten ein 2).
Die horizontale Gliederung Australiens ist einfach. und ‘dementsprechend
auch die geographische Verteilung seiner Niederschläge. Der Norden steht unter
der Herrschaft des sommerlichen Nordwestmonsuns, der durch die meridionale
Aufeinanderfolge von Land und Meer innerhalb des Tropengürtels bedingt ist.
So umzieht zwar ein regenreicher Gürtel den Norden und Osten Australiens
von der‘ Auson-Bai in 36° S-Br., aber im Vergleich zu Ostindien sind die Jahresmengen
 nur gering und weit entfernt von tropischer Fülle. Nur an der Nordspitze
 der York-Halbinsel wird die Niederschlagshöhe von 2000 mm erreicht.
Vom 20.° S-Br. an ist der regenreiche Gürtel schmal und auf die unmittelbare
Nachbarschaft der Küste beschränkt. Das Gebirge bewirkt aber landeinwärts
wieder eine Steigerung der Regen, Im.Innern Neusüdwales’ weichen die Isohyeten
im allgemeinen wenig von der Richtung der Meridiane ab; die 500 mm-Linie
liegt nach Supan®) durchschnittlich in 147.5°0-Lg., die 400 mm-Linie in 145.5° O-Lg.,
die 300 mm-Linie in 143.5° O-Lg., die 250 mm-Linie in 142° O-Lg. Es käme demnach
 auf zwei Längengrade eine Regenabnahme von 100 mm. Nach Westen zu
weichen die Regenlinien immer weniger vom Meridian ab; am Murray biegen
1) Vgl. hierüber die Tabelle in J. v. Hann, a. a. O0. S. 492.
? W. Brockmöller. Die geographische Verbreitung der monatlichen Barometerschwankungen.
Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte.. 34. Jahrg. 1911. Nr. 1. $. 22/23. .
Cioth 1 Die Verteilung der Niederschläge auf der festen. Erdoberfläche. Pet. Mitt., Erg.-Heft Nr. 124.
ORTEN 1 M

DE
            
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